MTB
Bike-Check: Super-Mountainbike von Danny MacAskill
Wir werfen einen genauen Blick auf das Santa Cruz 5010 CC der schottischen Legende.
Seine unglaublichen Bike-Skills machten Danny MacAskillzu einem der größten Namen in der Mountainbike-Szene. Seine Street-Edits, bei dem dir regelmäßig die Kinnlade runterklappt, sind bereits legendär und nach seinem Ausflug mit dem Zweirad in seinem Clip The Ridge hat Danny auch in der Natur eine Leidenschaft entdeckt.
Wir haben Danny in der staubigen Hitze des World Cups in Fort William abgefangen und einen ganz genauen Blick auf das Set-Up geworfen, mit dem er die härtesten Trails in Schottland in Angriff nimmt.
Der Rahmen
Der Rahmen von Dannys Santa Cruz 5010 CC fährt mit einem Federweg von 130 Millimetern auf der Hinterachse auf. Charakteristisch ist hier das patentierte VPP-Verknüpfungssystem von Santa Cruz. Für moderne Standards ist dieser Federweg nicht wirklich etwas Besonderes, für einen Rider, der Hardtail-Trials-Bikes gewohnt ist, aber mehr als genug. Da der Rahmen außerdem aus Karbonfaser ist, spart das Bike massiv an Gewicht, behält aber gleichzeitig seine Steifheit.
Der Chainstay-Protector von Lezyne sorgt außerdem dafür, dass alles so geräuscharm wie möglich vonstattengeht, während Danny mit der e*thirteen-Kettenführung gegen ein Abspringen der Kette gleich doppelt gesichert ist. Zu den Race Face Next SL-Kurbeln aus Karbonfaser meint Danny, dass sie „beängstigend leicht, aber grandios“ sind.
Das Federungssystem
Mit seinem Fox Racing Shox Float Factory EVOL-Dämpfer auf dem Heck und einer RockShox Pike-Gabel an der Front hat sich Danny für einen gesunden Mix unterschiedlicher Fabrikate entschieden. Beide sind luftgefedert, was wiederum für geringes Gewicht, aber hohe Anpassungsfähigkeit sorgt. Das Santa Cruz 5010 CC hat außerdem eine ziemlich schnelle Zugstufendämpfung, mit der Danny je nach Terrain sehr flexibel ist.
RockShox liefert ihm außerdem eine intern geroutete Rever Stealth Dropper-Sattelstütze, damit er den Sattel aus dem Weg schaffen kann, sobald es steil wird.
Die Bremsen
Magura ist eine deutsche Marke, die in der Mitte der 90er-Jahre den Markt mit ihren hydraulischen Felgenbremsen angeführt und sich damit etabliert haben. Danny fährt deren stärkstes Modell, das MT 7 auf Bremsrotoren mit einem gehaltvollen Durchmesser von 205 Millimetern. Das Vier-Kolben-Design zusammen den erwähnten Rotoren liefert perfekte Bedingungen für spontane Trials-Sessions. Seine Bremshebel zeigen außerdem fast gerade nach unten – eine weitere Hommage an seine Trials-Herkunft.
Im Vier-Kolben-Design arbeiten vier einzelne Bremsbeläge – Sportautos von BMW haben ein ähnliches System verbaut. Auf der Unterseite seiner Bremshebel hat Danny außerdem etwas Sugru-Knete geklebt. Trials-Rider drücken die Hebel mehrmals hintereinander derart hart, dass sie sich die Finger zwischen den Hebeln und den Griffen brechen können. Die Knete hilft also dabei, die Fingerknochen zu schützen.
Die Reifen
Dannys Bike rollt auf teuren ENVE Karbonfelgen. Die sind superleicht, aber steif und erzeugen damit ein ziemlich aggressives Gefühl. Verkleidet sind sie mit genauso aggressiven 27,5 x 2.4in großen Continental Der Baron-Reifen. Dieses schlauchlose Set-Up harmoniert gut mit den Karbonfelgen.
Das Cockpit
Um das Gewicht weiter auf einem Minimum zu halten, fährt Danny mit einer angepassten Lenkstange, die ebenfalls aus Karbonfaser besteht. An der dicksten Stelle ist sie 35 Millimeter breit. Das ist ein relativ neues Setting, das für ein stabileres Gefühl und mehr Kontrolle sorgt.
Seine Lizard Skin Bearclaw Griffe hebt Danny ganz besonders hervor. Er hatte sie bereits auf drei unterschiedlichen Bikes verbaut, bevor sie auf sein Santa Cruz kamen und sie sind so abgenutzt, dass Dannys Hände perfekt in die in dieser Zeit entstandenen Mulden passen. So lange noch irgendwie Leben in ihnen steckt, wird er mit ihnen fahren.

