Der Startschuss für die UCI Mountainbike Weltmeisterschaftssaison 2016 lässt nur mehr ein paar Wochen auf sich warten und wie immer sieht es so aus, als würden uns ähnliche High-Speed-Dramen, wie die letzten Jahre erwarten.
Aber wie dürfen wir uns die Strecken in diesem Jahr vorstellen und auf welche Rider sollten wir auf welcher Strecke besonders achten? Hier unser Guide für einen der brutalsten Rennkalender ever.

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Marcelo Gutierrez tears up the Lourdes World Cup
Go on board with the Colombian super-pinner on race day at the opening UCI World Cup of 2015.
Lourdes, Frankreich (9. – 10. April)
Zum zweiten Mal macht der UCI-Zug halt im phänomenalen Lourdes. Die Stadt in der Region Midi- Pyrénées im südwestlichen Teil Frankreichs ist eine berühmte Pilgerstätte für Katholiken, die jedes Jahr Millionen Besucher anzieht.
Die Strecke selbst ist unfassbar brutal. Unzählige spitze Steinbrocken, die aus dem Boden ragen, machen die Angelegenheit zu einer holprigen Sache. Unterbrochen wird das Ganze nur von einigen ultrasteilen Streckenabschnitten und einigen flacheren Verbindungsstücken, die perfekt gefahren werden müssen, um den Speed bis nach unten mitzunehmen.
Mit seinem Sieg hier in Lourdes im Jahr 2014 beeindruckte Aaron Gwin die MTB-Welt, obwohl er irrsinnig lange ausharren musste, bis der oberste Platz am Podium Gewissheit war. Auch Loïc Bruni bewies mit seinem zweiten Platz, dass er ein Rider ist, mit dem man rechnen muss und Emmeline Ragot holte sich hier ihren letzten Triumph in der Elite der Rennfahrerinnen.
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On board with Danny Hart at Cairns
Danny Hart's race day run at the Cairns round of the 2014 World Cup.
Cairns, Australien (23. – 24. April)
Nachdem der Smithfield-Regenwald ein Jahr aussetzen musste, kehrt der Weltmeisterschaftszirkus nun wieder zurück nach Australien, wo 2017 auch die World Championships ausgetragen werden.
Die Strecke war ein einziges Chaos, nachdem eine regelrechte Regenflut im Jahr 2014 drohte, den ganzen Event wegzuschwemmen. Wenn aber trockene Verhältnisse vorherrschen, haben wir hier eine spitzenmäßige Abfahrt, die durch den australischen Dschungel führr. Gee Atherton holte sich hier seinen letzten UCI Weltmeisterschaftssieg. Auch Gees Schwester Rachel strotzte dem dichten Smithfield-Matsch und fuhr aufs Siegertreppchen der Frauen. Familie Atherton darf stolz sein.
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Video: Fort William POV with Brook Macdonald
Shoot down the Fort William downhill course with Brook Macdonald.
Fort William, Schottland (4. – 5. Juni)
Die dritte Runde der Saison findet auf dem Aonach Mor in den schottischen Highlands statt. Es gibt nicht viel, was noch nicht über diese Strecke geschrieben wurde: Sie ist schnell, lang und verdammt brutal!
Greg Minnaars Sieg im letzten Jahr ist ein gutes Beispiel dafür, dass die weisen Köpfe des älteren Semesters auf dieser Strecke nicht unterschätzt werden dürfen. Es braucht eine delikate Mischung aus Risiko und physischer Ausdauer, um den Schwung und den Flow bis ins Ziel mitzunehmen. Und, natürlich, spielt auch das Wetter wieder eine wichtige Rolle.
Leogang, Österreich (11. – 12. Juni)
Die Organisatoren der UCI Weltmeisterschaftsrunde in Leogang mussten im Jahr 2014 einiges an Kritik wegstecken. Ein Großteil war der Meinung, dass die Strecke zu sehr einem Bike-Park ähnelte. Wir können nur hoffen, dass die breit abgeklebten losen Pistenabschnitte in der 2016er Ausführung noch etwas gestreckt werden.
Aaron Gwin zerstörte jedenfalls jedweden Zweifel, als er sich hier, ohne Kette wohlgemerkt, seinen Sieg holte. Ein Triumph, den der amerikanische Rider in den nächsten Jahren mit Sicherheit als Visitenkarte verwenden kann.

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Claudio's Strecken Preview Lenzerheide
Claudio checkt die neue Strecke in seinem Heimatland der Schweiz
Lenzerheide, Schweiz (9. – 10. Juli)
Auch Lenzerheide hat bei seinem Debüt 2015 eine gute Figur gemacht, weshalb die UCI Weltmeisterschaft dort dieses Jahr ein weiteres Mal haltmachen wird. Die Strecke wurde unter der Anleitung von Steve Peat und Claudio Calouri hin gestampft und vereint massive, weite Sprünge und Kurven, durch die die Rider ihr Bike richtig schön laufen lassen können.
In der letzten Saison war hier weniger von Dirt, als von Staub die Rede, da die extreme Hitze die Hauptrolle innehatte. Doch Greg Minnaar ließ sich das nicht gefallen, zeigte es der brennenden Sonne und fuhr seinen achtzehnten Sieg nachhause. Er ist damit der erfolgreichste UCI Weltmeisterschafts-Racer aller Zeiten. Bruni musste sich ein weiteres Mal mit dem zweiten Platz zufrieden geben und mit seiner unglaublichen Fahrt schaffte es Dean Lucas auf Platz zwei.
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Head to Head: Manon Carpenter vs Rachel Atherton
Manon Carpenter and Rachel Atherton GoPro head to head
Mont Sainte-Anne, Kanada (6. – 7. August)
Der zweite Klassiker ist wohl die gefürchtetste Strecke aller hier angeführten. Die Rede ist von Mont Sainte-Anne in Quebec. Die Downhill-Grande-Dame ist ein schnelles altes Mädchen, auf der zwischen den gewohnt durchweichten Steinen im Wald punktgenaue Feinarbeit gefragt ist.
Ein Sieg hier ist definitiv mehr wert. Josh Bryceland hat sich dazu bereit erklärt, das zu beweisen. Obwohl ihn kleinere Verletzungen plagten, war er 2015 immer einer der schnellsten Fahrer der Welt. Sein Sieg machte den britischen Aufschwung im Mountainbiking perfekt, nachdem sich Rachel Atherton die Ehre in der Elite der Frauenkonkurrenz gab.
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GoPro Run: Sam Blenkinsop rides Vallnord
Lapierre's Kiwi pinner tackles the World Cup DH course.
Vallnord, Andorra (3. – 4. September)
Was Andorra an Größe nicht hat, macht die Strecke mit einer unfassbaren Brutalität und der massiven Geräuschkulisse des Publikums an der Zieleinfahrt wieder wett. Nachdem dort im letzten Jahr die World Championships ausgetragen wurden, findet hier nun die UCI Weltmeisterschaft wieder ihren Weg zurück. Der Strecke ist das Wort „steil“ auf den Leib geschrieben und sie beschwört damit jede Menge Flow herauf. Es geht also vor allem darum, den ganzen Speed durch die Kurven zu bringen.
Loïc Bruni feierte hier einen märchenhaften Sieg und darf sich nun World Champion 2015 schimpfen. Wir müssen uns aber leider noch etwas gedulden, bis wir wissen, ob Bruni das Double in der heurigen Saison hinbekommt und er sich seinen ersten Elite UCI Weltmeisterschaftssieg holt.
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Sam Hill's Val di Sole GoPro POV
A POV of the Val di Sole Downhill World Cup track with Australia's Sam Hill.
Val di Sole, Italien (6. – 11. September)
Die italienische Strecke ist unter den Ridern ein Favourite. Sie liefert einige respekteinflößende steile Sections, ein paar Alles-oder-Nichts-Gaps und Wurzeln, die über ein Wochenende immer weiter herausquellen.
Der eindrucksvolle Lauf von Sam Hill hier im Jahr 2008 grenzte an virtuosem Mountainbiking in Perfektion. Wir haben hier also die Art von Strecke, die traumhafte Performances regelrecht provoziert. Es war Aaron Gwin, der hier seine Dominanz über das Jahr 2015 behauptete und mit einem 1,5 Sekunden Vorsprung vor, richtig geraten, Loïc Bruni glorreich siegte. Nicht zu vergessen Rachel Atherton, die hier ihre fabelhafte Saison mit Champagner nochmals abrundete.
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