Noctis bei der Dreamhack Valencia
© Dreamhack
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Die Top 5 der erfolgreichsten eSportler aus Österreich

Von Jahr zu Jahr steigt die Menge an Turnieren und auch an Preisgeld. Ein kleiner Prozentteil davon ging auch an Österreicher. Hier ist das Ranking der erfolgreichsten Gamer aus Österreich
Autor: Lukas Bergmann
5 min readPublished on
ESports ist seit Jahren ein Garant für Schlagzeilen, auch außerhalb der typischen Gamer-Presse. So setzt „The International“ jedes Jahr einen neuen Rekord an Preisgeld, das letztes Jahr mit 25 Millionen Dollar gipfelte. Doch auch die anderen Titel lassen sich nicht lumpen, wenn es um die Ausschüttung von Preisgeld geht. Österreich ist jetzt nicht unter den Nationen, die am meisten davon profitiert haben, dennoch gibt es ein paar heimische Pros, die ihr Konto ordentlich aufgebessert haben. Österreich rangiert derzeit auf Platz 48 der Preisgeld-Rangliste laut esportsearnings.com, vor Ländern wie Kroatien und Ungarn. Diese Liste ist jedoch nicht zu 100% vollständig, da es vor allem auf Lokaler Ebene schwierig ist, alle Turnier nachvollziehen zu können. Dennoch zeigt die Liste gut, wer am erfolgreichsten in der eSports-Szene ist oder war. Hier ist die Top 5 der österreichischen Topverdiener aus den heimischen Gefilden.
Platz 5: Michael „Papst“ Schmidt (Counter Strike 1.6)
Das Ranking beginnt gleich mit einer Legende aus der FPS-Szene. Papst war teil der stärksten Counter-Strike Szene die Österreich bis zu diesem Zeitpunkt hatte. Er konnte vor allem im Jahr 2005 reihenweise große Turniere gewinnen. So stammen 80% seiner ganzen eSports-Einnahmen aus dem oben besagten Jahr als er mit seinem Team Mousesports um die 14.000 Dollar einstreichte. Die Highlights für ihn waren wohl der Sieg in der EPS Germany. Das meiste Preisgeld konnte er jedoch mit dem dritten Platz bei der ESWC 2005 erspielen, der 3.600 Dollar wert war.
Damit konnte er sein Budget um 18.000 Dollar aufbessern und ist damit zurecht auf Platz 5 der erfolgreichsten eSportler aus Österreich.
Papst in jungen Jahren

Papst in jungen Jahren

© Liquipedia

Platz 4: Raffael „Gameking“ Iciren (Hearthstone, Gwent)
Gameking konnte das erste Mal für aufsehen in der heimischen und auch internationalen Szene sorgen, als er bei der IeSF World Championship die Goldmedaille in Hearthstone erringen konnte. Jedoch konnte er bei diesem Turnier „nur“ 2.000 Dollar einstreifen. Dennoch war das für ihn eine Art Startschuss. Darauf folgt nämlich eine gute Platzierung bei den Hearthstone Global Games mit dem österreichischen Nationalteam. Für ihn war jedoch das Kapitel Hearthstone beendet, als Gwent in die Beta kam. Das Spiel zu wechseln birgt immer ein gewisses Risiko, jedoch hat sich das für Raffael vollkommen gelohnt und er schaffte es in vielen Turnieren in das lukrative Preisgeld. Er war in den ersten Gwent Slams jeweils unter den Top 3 und konnte damit in den Jahren 2017-2018 satte 14.000 Dollar verdienen.
Im Großen und Ganzen schaffte es Gameking auf 19.000 Dollar belegt damit Platz 4 im Ranking.
Gameking bei der österreichischen HS-Meisterschaft

Gameking bei der österreichischen HS-Meisterschaft

© Gameking Twitter

Platz 3: Rainer „nande“ Wöß (Heroes of the Storm)
Auf Platz 3 ist der erste und auch einzige MOBA-Spieler, der im internationalen Turnier-Circuit Erfolg hatte. Vor allem konnte er im Jahr 2017 mit 20.000 Dollar aufwarten. Mit seinem Team Playing Ducks schaffte er es in die HGC 2017 Phase #1 und #2. Hier war jeweils in der Gruppenphase Endstation, jedoch reichte es um auf Platz 3 des österreichweiten Rankings zu kommen. Insgesamt konnte er mit seinen Leistungen 22.000€ einheimsen.
Rainer 'nande' Wöß - playershot

Rainer 'nande' Wöß - playershot

© Diamond Skin

Platz 2: Franz „gore“ Burghardt (Counter Strike 1.6)
Die nächste Legende ist auf Platz 2 gelandet. Gore schaffte es in seiner Karriere jedoch auf erstaunliche 83.000 Dollar und deklassiert die Konkurrenz um satte 60.000. Er war auch wie Papst bei Mousesports aktiv. Das Team rund um Gore und dem derzeitigen BIG-Spieler Gob B war eines der besten der Welt und das spiegelt sich auch im Preisgeld wider. Ein EPS-Sieg reiht sich an den anderen und auch die zweite beziehungsweise dritte Ausgabe der damals neu gegründeten Intel Extreme Masters konnte sich das Team unter den Nagel reißen. In seiner achtjährigen Karriere zwischen 2002 und 2010 war er einer erfolgreichsten Counter Strike Spieler überhaupt und kann sich immer noch in den Top 3 in Österreich halten.
Gore bei Mousesports in 2008

Gore bei Mousesports in 2008

© Liquipedia

Platz 1: Richard „Noctis“ Gansterer (Quake 3, Quake Champions)
Auf Platz 1 ist ein weiterer Veteran der eSports-Szene in Österreich. Es war jedoch jahrelang still um ihn, da es vor allem daran liegt, dass Quake ab 2011 bei keiner großen Turnierserie mehr vertreten war und die Szene sich fast komplett aufgelöst hat. Bethesda brachte jedoch Quake Champions auf den Markt und forcierte die eSports-Schiene. Dieser Schritt kam auch Noctis zu gute. Bei der letztjährigen World Championship konnte Noctis im 4 vs. 4 den zweiten Platz und im 1 vs. 1 den fünften Platz erreichen. Damit war er auf einem Schlag die Nummer 1 in Österreich. Alleine dieses Turnier brachte ihm sage und schreibe 52.000 Dollar ein und er konnte sein Preisgeld-Konto auf 83.000 Dollar erhöhen.
Noctis bei der Dreamhack Valencia

Noctis bei der Dreamhack Valencia

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Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Österreichs eSportler sicher nicht zu den Topverdienern zählen und vor allem werden die Counter Strike Legenden wohl keinen großen Fortschritt machen, aber Gameking, Nande und Noctis können sicher noch Österreich im Ranking nach vorne bringen. Dazu darf man nicht vergessen, dass es noch die Nachwuchshoffnungen gibt wie Yukeo in Rocket League oder auch ChrissK in CS: GO, die gute Aussichten haben, Österreich würdig international zu vertreten. Der heißeste Markt für Talente aus Österreich sind jedoch die Fußball-Spiele wie FIFA oder Pro Evolution Soccer. Mit Andres Torres, Philipp Gutmann oder Matthias Luttenberger, beziehungsweise sein Team „Weisswurschtindianer“, haben definitiv Chancen im Jahr 2018 den großen Wurf zu landen und ihr Konto kräftig aufstocken.