Was für ein Start in eine neue Herausforderung in einer neuen Saison: Red Bull Junior Team Fahrer Liam Lawson gab im ersten Lauf der neu gestalteten DTM in Monza das Tempo vor und gewann auf Anhieb. Mit einem schwereren AF Corse Ferrari 488 GT3 Evo 2020 (Gewichtshandicap) kämpfte er auch im zweiten Lauf in der Spitze mit, bis er in eine Kollision verwickelt wurde und auf den letzten Platz zurückfiel. In der Aufholjagd kam er bis Platz 14 vor, doch neuerliche Punkte zu sammeln war unmöglich.
Umso beeindruckender war die Leistung des jungen Neuseeländers, als er in den darauf folgenden beiden Rennen am 24. und 25. Juli auf dem Lausitzring einmal Platz 2 und einmal Platz 3 erreichte!
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Liam Lawson am Limit über dem Lausitzring
Beim Versuch die Fragen von Moderator Matthias Killing zu beantworten, hat DTM-Pilot Liam Lawson ein Problem: Er sitzt im Helikopter von Flying Bulls Pilot "Blacky" Schwarz.
„In Monza mit einem Ferrari das erste Rennen der Saison zu gewinnen ist ein Traum, der wahr wurde“, gesteht Lawson. „Ich kann über das Erreichte glücklich sein. Ich wusste vorher nicht, wo wir stehen, es war nicht einfach. Aber ich fand mich im Team und im Auto schnell zurecht. Die Jungs halfen mir sehr. Die Balance des Autos war großartig. Selbst mit dem Zusatzgewicht in Rennen zwei war ich mit meinem Speed zufrieden. Leider konnten wir wegen des Zwischenfalls nicht das Maximum aus unseren Bemühungen herausholen.“
Perfekte Boxenstopps
Der Konkurrenz fiel sofort die Perfektion von Red Bull AlphaTauri AF Corse bei den Boxenstopps von Lawson und Albon auf. Alle wurden unter acht Sekunden absolviert, jeweils mehr als eine Sekunde schneller als bei allen anderen Teams. Offenbar färben die perfekten Boxenstopps von Red Bull Racing und AlphaTauri in der Formel 1 auch auf die DTM-Crew ab…
„AF Corse ist ein großartiges Team. Es war auch sehr interessant, mit Ferrari-Leuten zu arbeiten. In der Formel 1 sind Ferrari und Red Bull Gegner, hier aber sind wir zusammen, eine interessante Situation. Mit all ihrer Hilfe war es nicht zu schwierig für mich, erstmals in GT3-Auto zu bewegen“, ergänzt Liam.
Liam Lawson beim DTM-Start in Monza in seinem Ferrari 488 GT3 Evo
© Julian Kroehl / Red Bull Content Pool
Und er ist sich der harten Konkurrenz von zumeist erfahrenen Profis in der DTM bewusst: „Der Vergleich mit ihnen war für mich neu. In der Fahrerbesprechung hieß es, man wünsche so saubere Rennen wie möglich. Obwohl ich die Kollision in Rennen zwei hatte, habe ich Monza genossen.“
Wie immer nach Rennwochenenden berichten die Red Bull-Junioren direkt an Helmut Marko, Red Bulls Motorsportberater und Chef des Nachwuchskaders – der so immer bestens über alle Vorgänge informiert ist.
And he acknowledges the high level of competition in DTM where he’s racing against a field of experienced pros: “The comparison with them was something new for me. In the drivers’ briefing, they mentioned they want to make racing as clean as possible. Even though I had the incident in Race Two, I enjoyed the driving in Monza.”
As always, any Red Bull Junior will report after a race weekend to Helmut Marko, Red Bull’s motorsport advisor and head of driver development who is thus well informed about what was going on.
Die erste „Formel-1-Erfahrung“
Bevor Lawson seine Sachen für die Lausitz packte, war ihm die erste „Formel-1-Erfahrung“ vergönnt. Kurz vor dem Festival of Speed in Goodwood wurde er von Red Bull Racing angefordert, um auf dem legendären Hügel in Sussex Sebastian Vettels RB7 zu fahren, das Weltmeisterauto von 2011. „Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde“, bekennt Liam begeistert. Weniger begeistert war er über das darauf folgende Formel-2-Wochenende in Silverstone, in dem er in den beiden Sprintrennen punktete, aber im Hauptrennen einen Zähler als Elfter knapp verpasste: „Ein schwieriges Wochenende. Offen gestanden, hatten wir nicht die richtige Pace, und wir wissen nicht, warum“, gab er zu. „In den Rennen hatte ich mehr Reifenverschleiß als die anderen, wir kamen damit nicht zurecht, daher war es ein harter Kampf. Wir sammelten einige Punkte, aber das war nicht das, was wir uns vorgenommen hatten.“
Nun konzentriert sich Liam auf den Lausitzring. Die DTM-Organisatoren entschlossen sich, die um sechs Grad überhöhte erste Kurve des Tri-Ovals einzubinden, anstatt den alten Kurs mit der scharfen Linkskurve nach der Zielgeraden ins Infield zu nützen. Die Streckenlänge bleibt mit 4,57 Kilometern fast unverändert. Und es werden im Gegensatz zu Monza auch Zuschauer zugelassen sein. „Den Lausitzring mag ich sehr. Wir testeten dort vor der Saison. Ich freue mich auf das Fahren dort. Es wird nach der Änderung des Streckenlayouts sehr interessant. Ich glaube, diese Streckenführung wurde noch nie verwendet. Ich vermute, damit soll es noch enger hergehen“, meint Liam.
Der Ehrgeiz zu gewinnen
„Natürlich gehe ich in jedes Rennen, um zu gewinnen. Deshalb möchte ich auch um die Meisterschaft in der DTM kämpfen. Es wird schwierig, und ich muss noch immer viel lernen, aber ich bin sicher, dass wir zu den Titelanwärtern gehören werden“, bekennt Liam.
Dennoch vermeidet er es, über Formel-1-Pläne zu sprechen. Selbst nach Goodwood erwartet er nicht das erste „richtige“ F1-Erlebnis in Form eines Einsatzes im freien Freitag-Training in einem der nächsten Grands Prix: „Es gibt da bisher keine Gespräche. Ich muss mir zuerst einmal die nötigen Punkte für die Superlizenz sichern. Ich denke, wenn solche Gespräche beginnen, wird auch das F1-Debüt bald folgen, aber noch passierte nichts. Ich konzentriere mich auf das, was ich heuer in zwei Meisterschaften erreichen will.“