F1
In einer normalen Saison reisen die F1-Teamsacht Monate lang über fünf Kontinente und bestreiten mindestens 20 Rennen, manchmal im Abstand von nur einer Woche: In der Formel 1 spricht man also nicht ohne Grund von einem riesigen "Rennzirkus". Die Organisation jeder einzelnen Saison ist ein logistischer Albtraum für die Teams, die Tausende von Tonnen an Material um die ganze Welt transportieren müssen.
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Die F1 auf hoher See
Pfannen, Tische, Stühle, Werkzeug: Bis Mitte der 2000er mieteten die Teams die Ausrüstung bei Rennen außerhalb Europas. Um 2004 wurde die Formel 1 dann auf den Seetransport umgestellt. Das ist langsamer, aber billiger als der Luftverkehr und erlaubt es den Teams, mehr Gewicht zu transportieren.
Derzeit liefert jedes Team seine Ausrüstung bereits mehrere Wochen vor jedem Rennen ab: "Wir haben fünf Seefrachtsätze, die um die Welt reisen", sagt Gerrard O'Reilly, Logistikmanager von Red Bull Racing. "Jede Fracht besteht aus drei Containern mit fünf identischen Sets."
Man muss bestimmtes Material mehrfach zu Verfügung haben, wenn man dieselben Komponenten in kürzester Zeit viermal an vier verschiedenen Orten benötigt, wie es 2019 in der Phase Australien-Bahrain-China-Aserbaidschan der Fall war.
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Die Autos kommen nicht immer in einem Stück an
Alles muss bis ins Detail geplant werden. Auf Europareisen werden die Autos in Lastwagen transportiert, ohne dass sie in ihre Einzelteile zerlegt werden. Für die weiter entfernten Renndestinationen sind jedoch Lufttransporte für die Boliden und ihre Ersatzteile erforderlich.
Deshalb mietet die FOM, das Unternehmen, das die Formel 1 verwaltet, jedes Jahr eine eigene Flotte von sechs Boeing 747, um Chassis, Motoren, Spiegel oder sogar die Flügel der Einsitzer sowie eine Vielzahl anderer Materialien zu transportieren. Diese Flugzeuge legen in einer Saison rund 130.000 km zurück und befördern pro Team (oder Motorenhersteller) und Rennen um die 30 Tonnen an Bauteilen. Wenn du dich das nächste Mal darüber beschwerst, dass dein Koffer zu schwer ist, denke einfach an den logistischen Albraum in der Formel 1. Übrigens: DHL ist offizieller Logistikpartner der Formel 1.
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Nur möglich durch übermenschliche Leistung
Eine Hausparty mit fünf Freunden zu veranstalten ist für dich ein organisatorisches Meisterwerk? Dann stell dir einmal vor, dass jedes F1-Team pro Rennen den Transport von 50 bis 80 Personen managen muss, darunter Mechaniker und Ingenieure, die früh ankommen müssen und erst spät wegkommen. "Für einen Fahrer ist das nicht schwierig. Man verbringt viel Zeit im Ausland, wenn man eine Familie hat, ist es natürlich komplizierter. Die wahren Helden sind aber die Teammitglieder. Zwei Rennen hintereinander sind für uns Fahrer zwei Wochen, für sie ist es ein Monat", erklärt der ehemalige spanische Fahrer Pedro de la Rosa.
Um die geistigen und körperlichen Folgen all dieser Strapazen zu minimieren, haben einige Teams Schlaf- (aufgrund von Jetlags), Ernährungs- und Fitnessprogramme für ihre Mitarbeiter entwickelt, die sie sogar darüber informieren, wie lange sie Licht ausgesetzt sein sollten. Kurz gesagt, die Formel 1 ist ein Sport, der absolute Präzision in allen Bereichen, auch abseits der Rennstrecke, erfordert.
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Jeder Schritt muss präzise geplant werden
Während sich die Spieler von Profifußballclubs bei jedem Match in einer bereits vorhandenen und ausgestatteten Umkleidekabine einrichten dürfen, müssen F1-Teams fast alles von Grund auf neu gestalten. Jedes Team ist für seine eigenen baulichen Strukturen an der Rennstrecke verantwortlich. Es ist ein Prozess, bei dem die Ausrüstung vor jedem Rennen in Empfang genommen, ausgepackt, aufgebaut und eilig wieder für das nächste Rennen eingepackt wird. Diese etwa achtstündige Arbeit beginnt am Sonntag, noch bevor das Rennen überhaupt zu Ende ist.
Und natürlich wird nicht alles einfach zusammengepackt und in eine große Kiste gestopft. In der F1 sind Verpackung und Transport bis ins kleinste Detail geplant.
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Red Bull Energy Station
Die Rennen in Europa in der Mitte der Saison ermöglichen es den Teams, ihr Material auf der Straße zu transportieren. Aus logistischer Sicht ist das die komfortabelste Zeit und bei vielen Teams wird das auch ordentlich gefeiert.
So auch bei Red Bull Racing, wo ein ganz besonderes "Schiff" von einem Ende Europas zum anderen gefahren wird. Die aus umweltfreundlichem Holz gebaute Red Bull Energy Station ist technisch gesehen ein riesiges Wohnmobil, in dem sich jeder ausruhen, arbeiten und die schillernden F1-Partys in vollen Zügen genießen kann.
Hinter den Kulissen der Formel 1 läuft eine hochkomplexe Logistik, die jedes Rennen überhaupt erst möglich macht und oft genauso spannend ist wie das Geschehen auf der Strecke. Wenn du noch tiefer in die Welt der Königsklasse eintauchen willst, wirf einen Blick auf die Geschichte der Formel 1 oder informiere dich über den aktuellen F1-Kalender mit allen Terminen der Saison.
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