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Im Battle-Royale-Olymp gibt es mit Fortnite einen neuen Meister. Epic Games konnte sich mit seinem Online-Shooter gegen den bisherigen Genre-Primus Playerunknown's Battlegrounds (PUBG) durchsetzen. Auf Twitch und Youtube ist der Battle-Royale-Shooter nicht mehr wegzudenken. Er überflügelt Spitzenreiter wie Minecraft, League of Legends, Grand Theft Auto 5 – und auch PUBG.
Die extreme Popularität kann mit handfesten Zahlen belegt werden. Epic Games konnte bereits im Januar mehr als 45 Millionen Spieler verzeichnen (aktuellere Zahlen fehlen leider noch). Im Februar lockte es insgesamt mehr als 3,4 Millionen Spieler gleichzeitig auf die Server. Wir zeigen euch, weshalb Fortnite beliebter als PUBG wurde.
Eine neuartige Kombination bekannter Konzepte
Fortnite stellt eine neuartige Verschmelzung bekannter Spielkonzepte dar. Das bekannte Battle Royaletrifft auf das Bauen von Strukturen und Gebäuden. Das Battle-Royale-Prinzip ist zwar erst durch PUBG richtig populär geworden, aber bei Fortnite kommt das Konzept wesentlich ausgereifter daher. Auch wenn es noch Verbesserungspotential gibt, laufen die Server in der Regel runder. Außerdem hat der Genre-Wegbereiter PUBG mit einem größer werdenden Hacker- und Cheater-Problem zu kämpfen. Das hemmt den Spielspaß.
Fortnite ist mit einer durchschnittlichen Spieldauer von 15 bis 20 sehr kurzweilig. Durch die bunte Präsentation im Comic-Stil ist die Spielerfahrung viel lockerer. Ein plötzliches Ableben innerhalb einer Runde ist weniger frustrierend und leichter zu verkraften. Das kann Eric Williamson bestätigen, seines Zeichens Lead Systems Designer im Gespräch mit Kotaku:
Der Tod fühlt sich nicht so nach Strafe an in unserem Spiel. Die Erfahrung ist nicht so frustrierend. Du lachst darüber und dann spielst du das nächste Match.
Spieler können in Epic Games Online-Shooter ihre Kreativität ausleben. Auch wenn nur eine schnelle Deckung als Schutz gebraucht wird. Ein Vorteil dabei ist, dass die Bauprojekte in Windeseile abgeschlossen sind. Wer gesehen hat, wie schnell Top-Spieler ihre Sniper-Tower aus dem Boden stampfen, weiß wovon wir reden. Mittlerweile gibt es sogar portable Taschenfestungen, die als Granate in wenigen Sekunden eine Metallfestung aufbaut.
Faires Free-to-play für fast alle Plattformen
Ein großer Vorteil von Fortnite Battle Royale gegenüber PUBG ist das Free-to-play-Modell. Es ist kostenlos spielbar. Jeder der mag, kann es herunterladen und sofort mit dem spielen beginnen. Außerdem ist Epic Games Online-Shooter mittlerweile für fast alle Plattformen erhältlich und sogar Cross-Platform-Play ist möglich. Interessierte können nicht nur auf dem PC sofort loslegen, sondern auch auf der PS4, der Xbox One. Seit neuestem auch auf Apple iOS-Geräten, wie dem iPhone X. Eine Umsetzung für Android folgt sicher bald.
Glücklicherweise ist Fortnite Battle Royale kein Pay-to-win. Es bleibt somit für die Spieler jederzeit fair. Die kaufbaren Gegenstände sind bloß kosmetischer Natur. Darunter fallen die unter Fans so beliebten aber auch sehr albernen Skins. Von der John-Wick-Hommage über Disco-Boogie-Kostüme bis zum Karnickel-Skin ist viel Verrücktes dabei. PUBG bietet zwar auch kosmetische Kleidungsstücke, aber seien wir ehrlich – die sind im direkten Vergleich eher trist.
Viele Updates und Mitbeteiligung der Community
Die Entwicklung von Fortnite steht nie still. Jede Woche stehen neue kleine Updates bereit, die den Shooter um brandheiße Features, Waffen und Skins erweitern. Und um neue Mysterien wie dem Meteor-Schwarm. Das Projekt PUBG erscheint im Gegensatz eher gemächlich und langsam wie im Schneckentempo.
Was Epic Games genial macht: Sie beziehen die Community in die weitere Entwicklung von Fortnite vorbildlich mit ein. Das Team holt im Forum ständig Feedback von Spielern ein und interessiert sich für die Meinung der Streamer. Wird ein neuer Fehler entdeckt, stehen die Chancen gut, dass Bugfixes innerhalb einer Woche kommen. So muss ein stetig weiter zu entwickelndes Spiel aussehen, PUBG! Dann klappt es auch mit der Fanbase.
Verrückte Memes und alberne Verspieltheit
Fortnite strotzt nur so vor alberner Verspieltheit. Es besitzt Persönlichkeit: Es ist bunt, laut und versprüht Lebensfreude. Die unzähligen verrückten Memes, die Epic Games im Laufe der Zeit eingebaut hat, tun ihr Übriges. Der herstellbare Busch, in dem ihr euch während einer hektischen Verfolgungsjagd verstecken könnt, ist legendär geworden.
Extrem beliebt bei Twitch- und Youtube-Streamern
Fortnite gewinnt täglich neue Streamer, die auf den "Battle Bus" aufspringen. Es ist für jeden Geschmack was dabei. Vom ruhigem Streamer wie Dakotaz, der sein Spiel mit ernsthaftem Kommentar unterlegt, bis zum extrem populären Twitch-Streamer Ninja, der eine Session mit Drake, Travis Scott und NFL-Spieler Juju-Smith-Schuster hinlegte und damit Rekorde brach.
Die neue Features von Fortnite wie Emotes und Skins erlauben es den Streamern immer wieder aktuelle Videos zu produzieren. Die kommen beim Publikum dementsprechend gut an. Die Freude am Spielen überträgt sich schnell auf die Zuschauer. In Sachen Popularität hat Fortnite somit andere Größen wie Minecraft und League of Legends schon lange überholt.
Was bringt die Fortnite-Zukunft?
Die Zukunft von Fortnite sieht blendend aus. Eine Android-Version steht noch aus und wird aller Voraussicht nach noch mehr Spieler anlocken. Auch die Veröffentlichung von Fortnite auf dem chinesischen Markt sollte die Spielerzahl beeindruckend in die Höhe schnellen lassen. Streamer freuen sich über die neue Replay-Funktion, mit der sie noch cineastischere Videos produzieren können. Youtube dürfte von gut gemachten Highlights-Videos bald förmlich überschwemmt werden.
Epic Games hat mit Fortnite Battle Royale ganze Arbeit geleistet und damit PUBG verdient vom Thron gestoßen. Hoffen wir, dass der "Battle Bus" nicht an Höhe verliert und laut zu Boden crasht. Schließlich beginnt bald die neue Saison 4 und wir alle wollen doch die neuen urkomischen Skins und albernen Tanz-Emotes abgreifen!
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