Dominik Paris stürzt sich die Streif hinunter.
© Philip Platzer/Red Bull Content Pool
Alpines Skifahren

80x Hahnenkammrennen – 80x Zittern, Jubeln und Feiern!

Wir durchleuchten vor dem Jubiläums-Rennwochenende die bewegte Geschichte der Hahnenkammrennen.
Autor: Günter Baumgartner
5 min readPublished on
„Sport und Talk“ meldet sich am Montag, 20. Jänner, ab 21:15 Uhr auf ServusTV, zum 80. Jubiläum des Hahnenkammrennens mit einer Sondersendung direkt von der Kitzbühler Seidlalm. Zu Gast sind unter anderem Dominik Paris, Thomas Dreßen und Didier Cuche.
Legendär – dieses Wort ist auch nur eine leichte Annäherung an das, was das Hahnenkammrennen eigentlich ist. Die Hahnenkammrennen hatten seit jeher ein ganz spezielles Flair, eine einzigartige Aura. Hier wurden Stars geboren und Karrieren zerstört, Rekorde aufgestellt und Schallmauern durchbrochen. 2020 geht das spektakulärste Skirennen in die 80. Auflage – und wird kein bisschen müde! Denn die "alten" Rekorde sind dazu da, gebrochen zu werden.

1 h 55 Min

Streif: One Hell of a Ride – der Film!

Die Top-Skifahrer Erik Guay, Aksel Lund Svindal, Max Franz und Hannes Reichelt nehmen dich 12 Monate lang mit zum Training für das gefährlichste Abfahrtsrennen der Welt, die Streif in Kitzbühel.

1. Sieger

Das erste klassische Hahnenkammrennen fand 1931 statt und feierte sein Debüt gleich mit einem österreichischen Doppelsieg. Ferdl Friedensbacher gewann das Rennen vor Lokalmatador Hans Mariacher und Gordon Cleaver (England). Insgesamt nahmen 26 Sportler an der Abfahrt teil, nur neun Läufer davon kamen ins Ziel.

Premiere für "Streif" & "Ganslern"

Im Jahre 1937 wurde das Hahnenkammrennen zum ersten Mal auf "Streif" & "Ganslern" ausgefahren, davor wurden die Abfahrten auf der Flecklalm oder dem Sticklberg gestartet und der Slalom auf der Ehrenbachhöhe. Der erste Sieger auf der "echten" Streif war der Kitzbühler Lokalmatador Thäddäus Schwabl.
Thaddäus Schwabl: Erster Sieger auf der "echten" Streif

Thaddäus Schwabl: Erster Sieger auf der "echten" Streif

© hahnenkamm.com

Die Schnellsten auf der Streif

Der erste Streckenrekord wurde vom Kitzbühler Thäddäus Schwabl aufgestellt – er bezwang die Streif in 3:53,1 Minuten. 1951 blieb mit dem Österreicher Christian Pravda mit der Zeit von 2:57,0 zum ersten Mal ein Abfahrer unter 3 Minuten. 1982 holte sich Harti Weirather mit 1:57,2 Minuten den Abfahrtssieg und durchbrach als erster Speed-Fahrer die 2-Minuten-Schallmauer auf der Streif – dies ist bis jetzt die viertbeste Zeit, noch vor Franz Klammer aus 1975 mit 2:03,29 Minuten. Aber einem konnte niemand das Wasser reichen: Fritz "The Cat" Strobl raste 1997 allen davon – und pulverisierte jede bis dahin dagewesene Rekordzeit. Mit 1:51,58 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 107 km/h war dies wohl eine Fabelzeit für die Ewigkeit.

Speed-King

Mit 153km/h geblitzt wurde Michael Walchhofer 2006 auf der Streif –so schnell raste er dem Ziel und damit auch seinem Abfahrtssieg entgegen. Der Salzburger hält bis heute den Geschwindigkeitsrekord.

Alle Neune

Zum erfolgreichen Hahnenkamm-Bezwinger avancierte Andreas "Anderl" Molterer mit 12 Siegen. Seinen letzten Doppelpack am obersten Siegertreppchen feierte der Kitzbühler Lokalmatador 1959 mit Erfolgen im Slalom und der Kombination. Rekordsieger seit Ski-Weltcup Einführung 1967 ist Marc Giradelli mit insgesamt 7 Siegen.

Startnummer 47

In Kitzbühel werden Stars geboren – so geschehen auch im Jahre 2000, Mitten in der Carving-Revolution. Ein Slalomfahrer namens Mario Matt ging in seinem dritten Weltcuprennen mit Startnummer 47 in den ersten Durchgang – und beendete das Rennen nach einem entfesselten zweiten Durchgang auf Platz eins. Es war sein erster Weltcupsieg – und das gleich bei einem der absoluten Klassiker im Weltcupzirkus. Der Sieg mit Startnummer 47 ist bis heute der Weltcup-Rekord für einen Slalomsieg mit der höchsten Startnummer.
Mario Matt siegte im Jahr 2000 mit Startnummer 47 am Ganslernhang.

Mario Matt siegte mit Startnummer 47.

© Andreas Schaad/Red Bull Content Pool

Auf die Hundertstelsekunde ...

... genau gleich schnell waren 1978 zwei Skifahrer auf der Steif, das einzige Mal in der Geschichte der Hahnenkammrennen war das Siegertreppchen doppelt besetzt. Im selben Jahr des 3:2 von Cordoba gegen Deutschland teilten sich ex aequo Josef Walcher aus Österreich und Sepp Ferstl aus Deutschland Ruhm und Ehre des Kitzbühel-Sieges. Übrigens fällt der Apfel im Hause Ferstl nicht weit vom Stamm. Auch Josef Ferstl jun. durfte sich schon in die Siegerliste der Hahnenkammrennen eintragen. Er holte sich 2019 den Super-G-Sieg.

TV meets Hahnenkammrennen

1959 übertrug der ORF zum ersten Mal live von den Hahnenkammrennen. Heute tragen etwa 45 TV-Stationen und mehr als 30 Radio-Stationen den Mythos Hahnenkammrennen in die ganze Welt hinaus. In mehr als 55 Stunden Berichterstattungen aus Kitzbühel werden über 262 Millionen Zuschauer erreicht.

Tu felix Austria ...

... fährst Ski. Und das erfolgreich – vor allem bei den Hahnenkammrennen. 114 Siege konnten unsere Skistars in 80 Auflagen für Rot-Weiß-Rot einfahren. Dahinter folgt Frankreich mit 35 Siegen mit einem gewissen Respektabstand, alleine 7 davon hat das Ski-Idol Jean-Claude Killy eingefahren. Auf Platz 3 der ewigen Siegerlisten liegt die Schweiz mit 31 Erfolgen, inklusive den 5 Abfahrts-Siegen des Rekord-Abfahrtssiegers Didier Cuche.
Didier Cuche siegt auf der Streif in Kitzbühel

Didier Cuche @Kitzbühel

© Samo Vidic/Red Bull Content Pool

Ziiiiieeeehhhhh!

Kaum zu glauben aber wahr: 1947 und 1949 ging es am Hahnenkammwochenende nicht nur ums Skifahren, sondern bei Skispringen auch um den punktgenauen Absprung, die ideale Haltung in der Luft und die perfekte Telemark-Landung.

V-Stil

Ihren Augen trauten die Zuschauer auch 2004 kaum, als Kristian Ghedina im Stil eines Freestylers den Zielsprung unabsichtlich mit einer Grätsche veredelte.

3 Min

Formel 1 vs. Streif: Das Duell

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Rennstrecke mal anders

"Motorsport on the rocks" – wenn Max Verstappen, Mattias Ekström und Marc Márquez fremd gehen! Sie wechselten vom Asphalt auf Schnee und Eis – und holten Rallye-, Formel 1 und MotoGP-Feeling nach Kitzbühel. Mit Schneeketten gewappnet rasten Formel-1-Star Max Verstappen 2016 und Mattias Ekström 2019 bei ihren Showruns über ein alles andere als bekanntes Terrain, Marc Márquez holte sich 2017 das Spikes Know-how von Eisspeedway-Legende Franky Zorn für seine Honda RC213V. Was für eine Show!

100.000

Über 50.000 Zuschauer alleine bei der legendären Abfahrt von der Streif am Samstag, fast 20.000 Besucher beim Super-G am Freitag und über 30.000 Skifans beim Slalom am Sonntag – das Zuschauer-Rekordwochenende 1999 sprengte mit 100.000 Besuchern alle Grenzen. Und mit Hans Knauß durfte der heutige ORF Co-Kommentator in diesem Menschenmeer seinen einzigen Streif-Sieg gebührend feiern.
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Die Top-Skifahrer Erik Guay, Aksel Lund Svindal, Max Franz und Hannes Reichelt nehmen dich 12 Monate lang mit zum Training für das gefährlichste Abfahrtsrennen der Welt, die Streif in Kitzbühel.

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