Klettern
Kletterstar Janja Garnbret und ihr Streben nach Fortschritt
Die slowenische Kletterin Janja Garnbret hat in ihrer glanzvollen Karriere bereits alles gewonnen, doch ihr unbändiger Wille zu persönlichem Fortschritt treibt sie weiter an.
Janja Garnbret hat alles gewonnen, was man sich in der Welt des Sportkletterns vorstellen kann, und dennoch ist sie nach wie vor auf der Suche nach mehr.
Mit einer Medaillensammlung, die unter anderem acht WM-Goldmedaillen umfasst, würde man der 25-Jährigen sofort verzeihen, wenn sie sich mal auf ihren Lorbeeren ausruhen würde. Doch Garnbret hat ein Talent dafür, nicht nur zu ständig zu klettern, sondern sich auch mit neuen Leuten zu umgeben und die nächste neue Challenge zu finden.
Über das Geheimnis, wie sie es schafft, motiviert zu bleiben, um an der Spitze ihres Sports zu stehen, erklärt sie: "Für mich war es immer der Fortschritt. Es macht süchtig. Manchmal fühlt sich ein Griff im Training sehr schlecht an, aber zwei Monate später fühlt sich dieser Griff sehr gut an. Es ist also der Fortschritt, der süchtig macht, weil du siehst, dass das Training funktioniert und du stärker und stärker wirst. Ich bin süchtig nach Fortschritt."
Es ist Garnbrets unermüdlicher Einsatz im Training und im Wettkampf - ganz zu schweigen von ihren angeborenen Kletterfähigkeiten -, der sie von der Weltelite abhebt.
"In einem Wettkampf möchte ich allen zeigen, was möglich ist und wie weit man gehen kann, mental und körperlich", sagt sie. "Es ging mir nie darum, Rekorde zu brechen, sondern nur um meinen Willen, das Wettkampfgefühl und das Adrenalin; um den Moment, in dem jemand sagt: 'Du bist die Nächste, versuch es mal'."
"In diesem Moment musst du zeigen, wofür du trainiert hast. Dieses Gefühl macht einfach süchtig! Dabei zu sein, das Gefühl des Wettbewerbs, in deiner eigenen Welt zu sein und niemanden zu hören. Selbst wenn 10.000 Leute zusehen, hörst du nichts. Du hörst sie nicht, du hörst die Musik nicht, es gibt nur dich und die Wand. Du bist die Einzige, die klettert, und es geht darum, alles zu lösen, was vor dir liegt."
Garnbret sagt ganz offen, dass die Großereignisse dazu beigetragen haben, sie als Sportlerin und Mensch zu formen, ihr ein neues Ziel zu geben und es ihr zu ermöglichen, jedes Jahr mit neuem Erfolgswillen zum Training vor der Saison zurückzukehren.
Sie scheut sich auch nicht, zuzugeben, dass die Strapazen, an die Spitze zu gelangen und dort zu bleiben, ihr häufig alles abverlangen. Am Ende jeder Saison nimmt sie sich zwei Wochen lang eine Auszeit vom Klettern -- körperlich und mental.
Zum Glück für Garnbret hat sie eine All-in-Mentalität. Wenn sie in ihrem Element ist, macht alles Spaß, und in ihrem Element zu sein, ist für sie ganz natürlich - sie hat einen messerscharfen Fokus. "Wenn ich Spaß habe, bin ich automatisch in der Zone. Ich muss es nicht erzwingen."