Hi Clemens. Du hast sicher auch schon mal Neujahresvorsätze gebrochen ... was ist deine Achillesferse bei Neujahrsvorsätzen?
Clemens Doppler: Ich habe schon so oft versucht, mir vorzunehmen, keine Schokolade mehr zu essen. Und ich muss zugeben, das hat nie geklappt und da habe ich mit mir selbst ausgemacht, dass ich mir das nicht mehr vornehmen werde ...
Welche Neujahrsvorsätze würde dein Teampartner Alex Horst dir empfehlen?
Clemens Doppler: (lacht) Alex würde jetzt sicher antworten, dass ich etwas pünktlicher sein sollte in Zukunft. Was aber so nicht stimmt, denn ich bin immer pünktlich. Alex ist halt immer überpünktlich statt pünktlich. Wenn wir uns um 13.00 Uhr einen Termin ausmachen ist er bereits um 12.45 Uhr da – und ich um 12:53 Uhr. Darum muss er hin und wieder ein paar Minuten auf mich warten.
"Ziele dürfen nicht (zu viel) Angst machen, sollen aber trotzdem so herausfordernd sein."
Du bist als Spitzensportler ein "Zielsetzer": World Tour, Weltmeisterschaften, Olympische Spiele – worauf kommt es beim "sich Ziele setzen" an?
Clemens Doppler: Als Spitzensportler musst du dir Ziele setzen, dich fokussieren können. Das Ziele setzen ist ein Lernprozess, der sich mit der Erfahrung und der Routine einstellt. Ziele dürfen nicht (zu viel) Angst machen, sollen aber trotzdem so herausfordernd sein, dass man sich daran festhalten kann. Wichtig ist, dass man sich "Baby-Steps" setzt, anstatt sich gleich an einen Weltrekord heranzuwagen. Man muss immer den Weg zum Ziel sehen und sich hier Markierungen einzeichnen, die man erreichen kann. Denn jedes Etappenziel setze neue Energie und neue Motivation frei, um die nächsten Schritte zu gehen. Das hat in unserer sportlichen Karriere ganz gut so geklappt – auch bei meinen schweren Verletzungen habe ich mich Schritt für Schritt von einem Erfolgserlebnis zum nächsten gehantelt.
Kann man den inneren Schweinehund als Team besser überlisten?
Clemens Doppler: Er kann schon ziemlich hartnäckig sein, dieser innere Schweinehund ... so ehrlich dürfen wir alle sein. Egal ob Sportprofi, Hobbyathlet oder im Berufsleben. Wenn er anklopft, kann es sicher ein Vorteil sein, wenn man nicht alleine ist, sondern jemanden an seiner Seite hat. Im Team kann man sich gegenseitig pushen und jeder den anderen mitziehen. Es ist ein bisschen einfacher, sich aus einem Motivationsloch rauszuziehen, wenn vor der Tür dein Kollege steht und dich zur Laufrunde abholt. Was man daraus macht, liegt dann an einem selbst – da muss man sich beim Schopf packen. Der erste Schritt ist mit eurem Neujahrsvorsatz gemacht – nutzt eure Zusatz-Motivation für die nächsten wichtigen Schritte, um eure Ziele zu erreichen.
Doppler/Horst mit historischem Silber.
© Joerg Mitter/ Swatch Beach Volleyball Major Series/ Red Bull Content Pool
Was sind für dich die Vorteile, nicht allein an einem Ziel zu arbeiten, sondern zu zweit an einem Strang zu ziehen?
Clemens Doppler: Offiziell ist Beachvolleyball gar nicht als Teamsport eingeordnet, aber ich bin froh, dass ich nicht allein am Court stehe. Mir taugt es, gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten. Alex und ich bilden ein starkes Team, das gemeinsam Misserfolge durchlebt und Erfolge feiert. Wie bei der Beach-WM in Wien. Der Vize-Weltmeistertitel wäre natürlich auch als Einzelsportler ein Highlight in meiner Karriere gewesen. Aber dass ich am Court mit meinem Teamkollegen diese Emotionen teilen konnte macht es einfach noch spezieller für mich. Aber wir sind ja nicht nur zu zweit, sondern haben ein Team um uns. Das ist auch bei jedem Einzelsportler so – auch wenn er alleine am Platz steht oder um den Sieg kämpft. Wichtig ist einfach, dass man sich ein motiviertes Umfeld schafft, egal ob im sportlichen oder privaten Bereich. Sucht euch Freunde oder Kollegen, die gemeinsam mit euch 2021 neue Ziele erreichen wollen.
Clemens, vielen Dank für das spannende Interview und deine Tipps, wie man seine Ziele erreichen kann. #jetztaberwirklich gehen auch wir unsere Neujahrvorsätze 2021 an!
