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Kaiser Franz Josef: „Wir sind Lucky Bastards“

© KFJ
Autor: Manuel Kurzmann
Die Wiener Rock-Band Kaiser Franz Josef zählt zu den absoluten Highlights des diesjährigen Red Bull Brandwagen Stage Rosters beim Nova Rock. Als Einstimmung haben wir Frontman Sham interviewt.
Von 15. bis 17. Juni treten auf der Red Bull Brandwagen Stage @ Nova Rock internationale Top-Acts wie Stray From The Path, Callejon oder die Emil Bulls auf. Als eines der absoluten heimischen Highlights spielen Kaiser Franz Josef (Do 15. Juni, 17:25-18:05; das komplette Line-up findet ihr hier), die längst weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind.
Wir haben Frontman Sham ein paar Fragen gestellt...
Ihr habt schon beim DFB Pokalfinale, dem Rock am Ring oder dem Nova Rock gespielt. Gibt’s ein Highlight, das für dich über allem steht?
Sham: Highlights gab’s einige. Wir sind halt unglaubliche Lucky Bastards, wie man so schön sagt. Rock am Ring / Rock im Park hat jetzt natürlich wieder mal alles abgeschossen – komplett leiwand, wie geil ist das eigentlich? Dann natürlich die AC/DC-Supportshow, wegen der wird man uns in 10 Jahren noch Fragen stellen. Jetzt spielen wir auch noch Wacken, da bin ich auch schon sehr gespannt.
Wie ist es, wenn man zu Dritt auf doch ziemlich großen Bühnen spielt? Fühlt man sich da manchmal verloren?
Ich habe mir kurz vor Rock am Ring darüber Gedanken gemacht. Bei Rock im Park waren wir auf der zweitgrößten Bühne glaub ich, das war voll in Ordnung. Ich habe Die Toten Hosen am Vorabend auf der Riesenbühne gesehen und mir gedacht: Boah, das alles ist schon verdammt groß, da spiel ich morgen auch.. Dann waren wir auf dieser Bühne und es war eigentlich kein Thema irgendwie. Man fühlt sich wie zuhause. Wenn man ein Solo spielt, rennt man halt runter in den Graben oder sonst auf der Bühne herum. Man hat einfach Platz, sich auszuleben. Ist schon geil so.
Hast du dir früher als Festivalbesucher gewünscht, eines Tages mal da oben auf den großen Bühnen zu stehen oder war dir das noch eher egal?
Naja, das ist lustig: Pete, unser neuer Bassist, wollte immer schon mal aufs Rock am Ring Festival gehen, als Besucher, einfach weil es eines der fettesten Festivals ist, die es gibt. Er hat es dann sowas von überhaupt nicht gepackt, als es geheißen hat, wir spielen dort. (Lacht).
Was war dein allererstes Festival als Besucher?
Natürlich Nova Rock – beim Nova Rock sind viele entjungfert worden (Lacht). Ich wollt’s einfach mal erleben, wie das so ist, auf einem Festival. Aber ich muss ehrlich sagen: Ich persönlich bin nicht so unbedingt der Dude, der oft auf Festivals geht – weil ich packs nicht, wenn man drei Tage lang abgeranzt rumrennt (Lacht).
Was steht noch so auf deiner Festival-To-Do-List?
Du, nachdem wir so flott viele große Sachen spielen durften... Ich glaub, mit guter Arbeit, guten Leuten und ganz viel Glück kann man alles irgendwie machen. Hoffentlich. Interessant wären die britischen Festivals. Oder das Roskilde. Es gibt so viel.
Kommen wir noch zu eurem Album „Make Rock Great Again“, das am 30. Juni erscheint. War das bloß eine Trump-Anspielung oder steckt da schon auch die tiefere Message drinnen, dass ihr euch um den Rock Sorgen macht?
Lustigerweise eigentlich beides. Während wir uns überlegt haben, was der Titel des Albums sein sollte, waren Trump und sein Slogan die ganze Zeit in den Medien präsent. Wir haben’s natürlich komplett lächerlich gefunden. Die Figur ist halt einfach ein Wahnsinn, dass der noch im Amt ist, eine Katastrophe, naja, jedenfalls haben wir das hergenommen. Und für uns ist dieses „Make Rock Great Again“ auch eine Mission. Wir wollen und wünschen uns, dass Rockmusik wieder zur Popularmusik wird, dass man dem einen Schritt näherkommt und wollen dazu auch beitragen.
Was ist für dich so eine typische, straighte Rockband – gerade wenn wir über die jüngere Generation von Musikern sprechen?
Es gibt schon welche, aber es wird immer vereinzelter. Gerade in unserer Sphäre sind wir schon ziemliche Einzelkämpfer. Heutzutage wird ja auch schon Pop oft als Rock verkauft. Aber sowas wie Royal Blood fetzt, ganz klar. Das ist natürlich noch eine bisschen andere Sphäre, die sind superfett unterwegs. Da müss ma noch deutlich aufholen (Lacht).
Kaiser Franz Josef im Interview
Kaiser Franz Josef im Interview
Wie groß ist die Schwierigkeit, mit nur drei Instrumenten alles so umzusetzen, dass es vom Sound her unter Anführungszeichen “foaht“?
Ja, puh. Man muss sich die richtigen Sounds auschecken, das ist ziemlich wichtig. Und das Arrangement muss so perfekt wie möglich sein. Man darf glaub ich auch nicht so Angst haben, dass irgendetwas leer klingt, weil sonst passiert’s oft, dass man alles überproduziert. Wir haben das neue Album beinhart bei uns im Proberaum aufgenommen, wir haben komplett drauf gschissen (Lacht).
Hört man im Positiven nicht...
Ja, wir haben uns das selber beibringen müssen, zu recorden, weil wir mit keinem Tonstudio zufrieden waren – das hat alles immer so glatt geklungen. Die Demos vom Proberaum haben aber schon immer sauhart geklungen, das hat uns getaugt, auch wenn‘s noch irgendwie aufgenommen war. Darum haben wir uns das Recording selbst beigebracht und unser Produzent Alex Beitzke hat dann noch Sound Engineering gemacht, und ein bisschen produziert. Dann hat das komplett funktioniert.
Ihr habt ja schon erste Tour-Termine bestätigt. Im Herbst/Winter seid ihr dann auch unterwegs, oder?
Wir müssen mal schauen, was jetzt im Sommer so abgeht. Aber es werden definitiv noch Termine kommen.
Danke fürs Gespräch!