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Kleine Häuser, große Lebensqualität: Liberty.Home gibt Freiheit ein Zuhause

© Markus Frühmann / Wings for Life World Run
Autor: Henner Thies
Was wünschen sich Obdachlose? Die Antwort: Sicherheit und Privatsphäre. Die Tiny Homes von Liberty.Home bieten beides – und sie können noch viel mehr, wie sie beim Wings for Life World Run 2019 zeigen
Seit dem Start ihres Projekts Liberty.Home haben die zwei Bauingenieur-Stundente Philipp Hüttl und Markus Hörmanseder ein übergeordnetes Ziel: Wohnungslosen Menschen erschwinglichen Wohnraum bieten. "Die Obdachlosigkeit in Wien wollten wir so nicht akzeptieren", erinnert sich Markus Hörmanseder. Mittlerweile haben die zwei Social Entrepreneurs für ihr Projekt den Social Impact Award und den Staatspreis in der Kategorie „Marke“ abgeräumt – und das war erst der Anfang!
Kurz und knapp, für alle, die euch und euer Projekt noch nicht kennen: Wer seid ihr, was macht ihr?
Markus: Wir sind Markus und Philipp. Gemeinsam bauen wir als Liberty.Home Tiny Homes und modulare Bauten, die man als Veranstalter bei Events und Festivals mieten kann oder als Privatperson bzw. als Unternehmen direkt ankaufen kann. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf und der Vermietung der Tiny Homes finanzieren wir die soziale Komponente unseres Projekts: hier machen wir Übergangswohnprojekte für Obdachlose und wohnungslose Menschen.
Das Miet-Modul von Liberty.Home beim Wings for Life World Run in Wien.
Das Miet-Modul von Liberty.Home beim Wings for Life World Run in Wien.
Mit dem Wechsel vom Land in die Stadt Wien ist uns Obdachlosigkeit erstmals täglich präsent gewesen. Das wollten wir so nicht akzeptieren. Aus diesem Gedanken ist letztlich Liberty.Home entstanden.
Markus Hörmanseder
Der Social Impact eurer Unternehmung war euch von Beginn an wichtig: woher kommt dieses soziales Engagement?
Markus: Philipp und ich kommen eigentlich vom Land, aus Oberösterreich. Mit dem Wechsel vom Land in die Stadt Wien ist uns Obdachlosigkeit erstmals täglich präsent gewesen. Das wollten wir so nicht akzeptieren.
Philipp: Ganz genau. Das soziale Engagement ist der Ursprung unseres Projekts. Wir studieren gemeinsam Bauingenieurwesen und Baumanagement an der FH Campus Wien. Als Bachelorarbeit wollten wir etwas Sinnvolles machen. In dem Zuge sind wir in zahlreiche Obdachloseneinrichtungen gegangen, unter anderem in die Gruft, die Adresse für Obdachlose in Wien. Dort haben wir mit den Leuten geredet und gefragt, was gebraucht wird. Die zwei meist genannten Needs waren Privatsphäre und Sicherheit. Wenn man diese zwei Dinge zusammenlegt, kommt man auf die Tiny-House-Bewegung, beziehungsweise kleine modulare Bauten. Zum Start unserer Bachelorarbeit haben wir den ersten Prototypen unserer Tiny Homes vor die Uni gestellt und super Feedback bekommen. Kurz darauf haben wir sogar den Social Impact Award gewonnen und sind ins Red Bull Amaphiko Projekt aufgenommen worden. Das hat uns enorm gepusht und ein gutes Stück weiter gebracht – bis zum Staatspreis.
Was macht eure Tiny Homes besonders?
Markus: Tiny Houses sind eine neue Wohnform, die in vielen Anwendungsbereichen, viele Vorteile mit sich bringen. Ein Anwendungsbereich ist unser Mietmodell für Tiny Häuser bei Festivals und Events. Da schaffen wir mit unseren Tiny Homes einen nie dagewesenen Standard in unmittelbarer Nähe zum jeweiligen Event-Gelände – mit unter anderem eigener Dusche und eigenem WC für bis zu drei Personen. Das hat es so zuvor nicht gegeben.
Philipp: Das trifft gerade mit Blick auf Querschnittsgelähmte Menschen zu. Unser Freund Bertl, der von uns die Startnummer geschenkt bekommen hat und beim Wings for Life World Run in Wien gestartet ist, kann im Grunde kein mehrtägiges Festival besuchen, weil es die Infrastruktur dort oft nicht zulässt! Mit unseren Tiny Häusern, die für den Zeitraum des Events barrierefrei ausgeführt werden können, kann man dieses Problem schnell und unkompliziert beheben.
Markus und Philipp von Liberty.Home mit ihrem Freund Bertl in Wien.
Markus und Philipp von Liberty.Home mit ihrem Freund Bertl in Wien.
Mit unseren Tiny Homes revolutionieren wir die Art, wie man Event-Besucher, Medien und eben auch Dank der Social Business Positionierung zuvor wohnungslose Menschen unterbringen kann.
Philipp Hüttl
Ihr seid in diesem Jahr erstmals mit einem Miet-Modul beim Wings for Life World Run vertreten – Was verbindet euch mit diesem globalen Event?
Markus: Das soziale Engagement verbindet uns. Wir versuchen mit unserem Projekt Obdachlosen und wohnungslosen Menschen mehr Lebensqualität zu ermöglichen, Wings for Life tut dasselbe für Querschnittsgelähmte.
Weitere Informationen zum Projekt findest du hier: https://www.libertydothome.at