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Modern Warfare Remastered: Ein bisschen Nostalgie

Modern Warfare Remastered: Warum Youtube-Star MrGamerPros und In Flames die Rückkehr feiern
Autor: Benjamin Kratsch
5 min readPublished on
Azad und Peter stehen auf den CoD 4: MW-Remaster.

Azad und Peter stehen auf den CoD 4: MW-Remaster.

© redbull.de, Benjamin Kratsch

Infinite Warfare versus Modern Warfare Remastered, das ist sicherlich der Shooter-Kampf des Jahres. Extrem schnelle, sehr quirlige, mit Gadgets aufgeladene, moderne Action trifft hier auf Nostalgie pur. Denn das erste Modern Warfare war noch ein sehr reduzierter Shooter: Es ging um diesen klassischen Kampf Mann gegen Mann und Frau gegen Frau. Hightech-Aufsätze mit integrierter Wärmebildkamera, freischaltbare Mechs durch Abschussserien oder gar Drohnen, die Granaten vor der Detonation entschärfen wie in Infinite Warfare waren im Jahr 2007 noch nicht en vogue. Oder wie es Youtube-Star MrGamerPros alias Azad Tüzün so schön ausdrückt:
„Es fühlt sich an wie nach Hause kommen. Die Wohnung ist zwar ein bisschen schicker, aber es ist noch alles an Ort und Stelle. MW: Remastered fühlt sich herrlich griffig und direkt an. Es ist im Grunde das gleiche Gameplay-Gefühl, aber spielerisch dezent verbessert.“
Schauen wir uns die einzelnen Disziplinen genauer an:
Die Karten: Wir haben zu diesem Zeitpunk noch nicht alle Karten von Infinite Warfare gesehen, aber das Spiel operiert sehr stark in der Vertikalen und mit verschachtelten Gängen. CoD arbeitet schon seit sehr vielen Jahren mit dem bekannten 3-Lane-Design, sprich es gibt auf jeder Map drei Hauptrouten. Während aber ein Szenario wie Crash aus dem MW-Universum mit sehr kurzen Laufwegen und in der Regel sehr direkt zum Herzen der Karte beim abgestürzten Chinook-Helikopter führt, ist Infinite Warfare sehr viel verspielter. Terminal etwa arbeitet zwar auch mit dem klassischen 3-Lane-System, erweitert es allerdings um Fenster, aus denen ihr auf Dächer springen könnt. Zudem gibt es Möglichkeiten die ganze Karte in der Vertikalen zu überqueren.
Geschwindigkeit & Gameplay: Wo es in IW extrem wichtig ist, stark mit Sprüngen zu arbeiten und direkt aus dem Jetpack-Boost in der Luft zu treffen, wirken die alten Remaster-Kollegen regelrecht hüftsteif und nehmen noch klassisch die Treppen. Statt sich durch das Fenster zu katapultieren, im Flug zwei Gegner zu erledigen und sanft auf dem nächsten Dach zu landen. Infinite Warfare ist also sehr schnell und zackig, während ihr euch im Remaster nicht mal über Mauern schwingen könnt. Dadurch fühlt sich der alte Teil aber fokussierter an, weil ihr nur am Boden absichern und weniger auf Gegner über euch oder gar in der Luft achten müsst.
„Es ist natürlich Geschmackssache, aber mir persönlich ist Infinite Warfare zu stark auf Stunts und Sprünge fokussiert. Ich habe etliche Freunde, die das feiern. Aber ein Großteil meiner Community freut sich extrem auf Modern Warfare: Remastered, weil es einfach das alte, lieb gewonnene Spielgefühl perfekt einfängt. Das fängt beim Handling der einzelnen Waffen wie der M40A3 Sniper an, die ich sehr gerne benutze und hört beim Treffer-Feedback auf. Die alten Zeiten waren für mich einfach der Knaller, und ich denke Infinity Ward liefert hier für Fans ordentlich ab.“
Das grafische Upgrade ist signifikant.

Das grafische Upgrade ist signifikant.

© Activision

Spezialisierungen: Modern Warfare ist ein sehr geradliniges Erlebnis: Sturmgewehre, Schrotflinten, Sniper - eine gute Auswahl, aber letztlich geht es sehr viel mehr den Kampf Mann gegen Mann und weniger strategische Planung. Perks für schnellere Sprints gibt’s zwar auch, aber Infinite Warfare dreht hier brutal auf und fährt die experimentellsten Klassen auf, die es je in einem CoD gab: Als Kampfroboter Synaptic etwa verwandeln wir uns in den Mech-Dog Reaper. Der rennt auf vier Titanpfoten, bietet dadurch weniger Angriffsfläche, eliminiert Gegner aber direkt mit einem gezielten Biss. Als FTL beamt ihr euch über die Karte, als Stryker baut ihr Gatling-Kanonen und Vortex-Felder auf, die den Feind anziehen. Als Scharfschütze könnt ihr euch per Camouflage unsichtbar machen. Spannend, aber mitunter schwierig für die Balance: Der Schild-Angriff des Mercs etwa lässt sich nicht kontern.
Die Killstreaks: Die Killstreaks sind bereits seit Modern Warfare sehr stark und in Infinite Warfare erlebt die Atombombe ihr Comeback. Kostet aber auch eine 25er-Abschussserie, wird also wirklich nur vor den Pros aktiviert. Ansonsten halten sich die Spezialangriffe in etwa die Balance, weil etwa der Angriffshelikopter durch Drohnen ersetzt wird. Infinite Warfare führt aber insgesamt die CoD-Tradition der letzten Jahre fort und setzt auf sehr effiziente Streaks, mit denen sich ein komplettes Team ausschalten lässt. Wer das Torus-System aktiviert, der kann damit gleich sechs Ziele gleichzeitig am Boden anvisieren. Allerdings wirft die riesige Waffenplattform einen langen Schatten, ihr habt also lange genug Zeit in Deckung zu gehen.
Wo es in IW extrem wichtig ist, stark mit Sprüngen zu arbeiten und direkt aus dem Jetpack-Boost in der Luft zu treffen, wirken die alten Remaster-Kollegen regelrecht hüftsteif und nehmen noch klassisch die Treppen. Statt sich durch das Fenster zu katapultieren, im Flug zwei Gegner zu erledigen und sanft auf dem nächsten Dach zu landen. Beide Spiele wurden bei Infinity Ward entwickelt, aber sie fühlen sich grundverschieden an.
Ich stehe auf Old-School, aber auch auf SpeedInFlames-Bassist Peter Iwers
Metaller und Gamer: Peter Iwers.

Metaller und Gamer: Peter Iwers.

© redbull.de, Benjamin Kratsch

„Ich bin persönlich sehr interessiert am Zweiten Weltkrieg und Vietnam, insofern sind United Offensive und World at War meine Lieblings-CoDs“ erzählt InFlames-Star Peter Iwers, der bereits seit 1999 Metall-Fans als Bassist einheizt und mit seinen Kumpels und Kollegen Björn Gelotte (Gitarrist), Daniel Svensson (Drummer), Niclas Engelin (Gitarrist) sowie Frontmann Anders Fridén im Tourbus ständig Call of Duty im Netzwerk spielt.
„Wir haben genug Fernseher an Bord, da wird ordentlich gezockt. Weiß ehrlich gesagt noch gar nicht, ob ich persönlich mehr Zeit mit dem Modern Warfare Remaster oder Infinite Warfare verbringen werde. Beide haben ihre Stärken und Schwächen. Ich stehe zum Beispiel total auf den enormen Speed und die Vertikalität von IW. Ich kann mich auf Dächer katapultieren und aus dem Sprung einen Typen erledigen. Das sind so Sekunden, da fühlst du dich wie ein Superheld. Es ist sehr dynamisch, extrem schnell und stellt sich durch das Rig-Typensystem stark auf meine Bedürfnisse ein. Während der Remaster sich mehr nach Football anfühlt: Es gibt sehr klare Fronten und Verteidigungslinien, an denen sich die Parteien gegenüber stehen.“