Die Festivitäten zum 30. Geburtstag der PlayStation sind in vollem Gange – und pünktlich zum Nikolaus hat uns Sony ein weiteres, überraschendes Geschenk in die Stiefel gelegt: My First Gran Turismo, eine kleine Free-to-Play Rennsimulation. Wie der Titel vermuten lässt, richtet sich das Spiel in erste Linie an Anfänger:innen. Über die Jahre wurde die Gran-Turismo-Serie immer realistischer und damit auch immer komplexer. So komplex, dass der Einstieg für komplette Rennspiel-Neulinge abschreckend wirkt. Diese Lücke will Sony nun mit My First Gran Turismo schließen; und es gelingt ihnen mit Bravour.
Es ist nicht das erste Mal, dass Polyphony Digital ein Stück aus ihrem großen Kuchen herausschneiden. Mit Gran Turismo Concept, Gran Turismo 4: Prologue oder Gran Turismo HD sahen wir in der Vergangenheit bereits öfter Releases, die Lust auf mehr machen sollten.
Perfekt für Neulinge: Ein Schritt nach dem anderen
Zum Start wird der Spieler ganz behutsam an die Hand genommen und bekommt im Pflicht-Tutorial wirklich jede Kleinigkeit des virtuellen Autofahrens Stück für Stück beigebracht. Erst geht es nur ums Bremsen, dann ums Lenken, dann kommt die erste Kurve ins Spiel und so weiter. Hat man die ersten fünf Mini-Lerneinheiten überstanden, öffnet sich dann langsam das restliche Spiel.
Neben den Tutorials können wir später auch normale Rennen gegen KI-Gegner fahren, uns im Zeitfahren mit Freundes-Bestzeiten messen oder den Musik-Rallye-Modus aus Gran Turismo 7 spielen. All diese Modi kommen aber in einer abgespeckten Form daher; mit jeweils nur drei Strecken beziehungsweise Songs für die Musik-Rallye. Unter der Haube ist das Spiel aber eine vollwertige Rennsimulation, die technisch auf dem letzten Teil der Hauptserie basiert.
Vom Rallyefahren mit den Hansen-Brüdern bis zum Überqueren kultiger Brücken: Oracle Red Bull Racing begibt sich mit David Coulthard auf einen Roadtrip durch das atemberaubende Skandinavien.
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Coulthard bringt die Formel 1 nach Skandinavien.
David Coulthard begibt sich auf einen Roadtrip durch das atemberaubende Skandinavien in einem F1-Auto von Oracle Red Bull Racing.
Mit Auto-Klassikern auf nostalgischen Strecken
Auch wenn sich das Spiel vor allen anderen erstmal an Neulinge richtet, dürften auch Serien-Veteranen mit My First Gran Turismo zumindest kurzfristig ihren Spaß haben. Das liegt vor allen Dingen an der Prise Nostalgie, die in dem Spiel mitschwingt. Schauen wir auf die Strecken sind neben dem Kyoto Driving Park, der sein Debüt in Gran Turismo Sport feierte, die beiden absoluten Klassiker der Serie mit am Start. Trial Mountain und Deep Forest Raceway sind die einzigen beiden Strecken, die in jedem einzelnen nummerierten Grand-Turismo-Serienteil am dabei waren. Gerade der Deep Forest Raceway hat einen besondern Stellenwert als Lieblingsstrecke des Serien-Vaters Kazunori Yamauchi.
Und auch in der Auswahl der Wagen steckt viel Auto- und Serien-Geschichte. Insgesamt stehen 18 Stück zur Verfügung, von denen auch hier einige in jedem einzelnen Hauptteil der Serie dabei waren. Sowohl der 1994er Nissan Skyline als auch der 1992er Honda NSX konnten bisher in jedem einzelnen Gran-Turismo-Ableger gespielt werden. Beim Original-Release waren es damals noch hochmoderne Gefährte; heute fallen beide schon in die Kategorie Oldtimer. Die restlichen 16 Autos liefern uns einen Rundumschlag quer durch die Geschichte. Vom Dodge Challenger oder Ferrari 308 aus den 70ern über den 1981er Porsche 911 bis hin zu modernen Wagen wie dem Mazda Roadster aus 2015 oder dem VW Golf VII GTI aus 2014.
- Audi TT Coupe 3.2 quattro ’03
- BMW M3 Sport Evolution ’89
- Citroen DS 21 Pallas ’70
- Daihatsu Copen Active Top ’02
- Dodge Challenger R/T ’70
- Ferrari 308 GTB ’75
- Honda NSX Type R ’92
- Lamborghini Countach LP400 ’74
- Mazda Roadster S (ND) ’15
- Mazda RX-7 Spirit R Type A (FD) ’02
- Mini Cooper S ’05
- Mitsubishi Lancer Evolution V GSR ’98
- Nissan Skyline GT-R V-Spec II (R32) ’94
- Porsche 911 Turbo (930) ’81
- Suzuki Jimny XC ’18
- Toyota Sprinter Trueno 1600GT Apex (AE86) ’83
- Volkswagen Golf VII GTI ’14
- Volvo 240 SE Estate ’93
Belohnung für den Abschluss: My First GT rentiert sich
Neulinge werden gut und gerne einige Stunden damit verbringen, Bestzeiten zu knacken und sich durch die verschiedenen Aufgaben zu spielen. Am Ende dürften die meisten aber doch in richtigen Rennen antreten wollen – es ist ja schließlich eine Rennsimulation. Hier ist dann der Sprung von My First Gran Turismo zu Gran Turismo 7 notwendig. Die Free-to-Play-Variante hat keinerlei Multiplayer-Modi und auch die drei normalen Rennen gegen den Computer sind schnell absolviert.
Doch selbst Veteranen sollten unbedingt einen Blick auf My First Gran Turismo wagen. Denn all die oben genannten Autos lassen sich für GT7 freischalten. Nach dem Absolvieren aller Challenges erhaltet ihr den sogenannten Passport. Wechselt ihr nun ins Hauptspiel, habt ihr die Tickets für alle Fahrzeuge auf eurem Geschenke-Konto. Und solltet ihr die Karossen bereits in eurer Garage stehen haben, könnt ihr sie für Credits verkaufen.
Fazit: Tutorial, Demo oder doch ein eigenes Spiel?
My First Gran Turismo lebt irgendwo zwischen einem ausgiebigem Tutorial, einer Demo und einem eigenständigem Spiel. My First Gran Turismo ist so einsteigerfreundlich wie eine Rennsimulation nur sein kann und wird mit Sicherheit die Rennbegeisterung in so manchem Spieler entfachen. Es ist gut möglich, dass so dem bereits zwei Jahre alten Gran Turismo 7 wieder Leben eingehaucht wird; oder dass Sony den Grundstein für einen erfolgreichen achten Teil der Serie legt.
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