Die beiden Pole der Erde sind eigentlich nichts anderes, als zwei abgelegene geographische Punkte auf unserem Planeten – allemal aber ein Abenteuer wert, wenn du bereit bist, etwas tiefer in die Tasche zu greifen.
Der Nordpol
Der nördlichste Punkt der Erde ist nur in zwei Monaten wirklich bereisbar, und zwar im April oder im späten Juni, denn ansonsten ist er in ewige Finsternis gehüllt.
Das im Reisezeitfenster beständig wärmere Wetter schmilzt allerdings das Eis, wodurch die aufgebaute Basis bald wieder abgebaut werden muss. Bis zum Hochsommer ist das Eis so dünn, dass man Gefahr läuft einzubrechen - andererseits kommt man dann sogar mit dem Boot bis zum Pol. So oder so - billig ist es auf keinen Fall. Hier ein paar Optionen:
Helikopter
Kosten: € 19.700
Von Barneo aus, wo man zuvor mit dem Flugzeug gelandet ist (im Preis inbegriffen), ist es ein weiterer etwa halbstündiger Flug in einem Mi-8 Heli bis zum Pol. Eine Nacht in der dortigen Basis ist Teil des Angebots. Wenn du noch etwas drauflegst, dann ist sogar ein Fallschirmsprung drinnen.
Last-Degree-Ski
Kosten: € 43.800
Mit einem Helikopter wird man am 89. Grad abgesetzt, von wo aus man den letzten Grad auf den Skiern bewältigt. Die spektakuläre Reise dauert ganze 10 Tag und dabei fühlt man sich garantiert wie ein ganzer Abenteurer. Aber aufgepasst: 14 km mitsamt Ausrüstung bei -35°C durch die Eiswüste zu laufen ist kein Zuckerschlecken.
Hundeschlitten
Am Hundeschlitten mitzufahren klingt einfacher, als es ist. Auch hier verbringst du ganze 10 h pro Tag auf dem Eis und auch wenn die Hunde dir die Gepäckslast etwas abnehmen, hast du mit der Navigation noch einiges zu tun. Zudem spielen auch die Hunde nicht immer ganz mit, wodurch du stehts auf Zack bleiben musst. Komfortabel ist anders.
Laufend
Kosten: € 15.500
Der Nordpol-Marathon findet im April statt und er ist der einzige seiner Art, der auf dem Wasser bzw. Eis ausgetragen wird. Eigentlich findet er in Barneo statt, die Läufer werden aber nach dem Rennen zum Pol selbst geflogen. Dieses Jahr gibt es keine freien Startplätze mehr, doch für 2020 schon noch. Die Bestzeit (3h 36min und 10sek) hält der Ire Thomas Maguire im Rennen von 2007.
Ski-Trek
Wenn bis jetzt noch alles zu einfach gewirkt hat, dann kannst du immer noch zu Fuß gehen. Von der Ward Hunt Island aus geht es über 770 km über das arktische Packeis bis zum Pol.
Kreuzfahrt
Kosten: Ab € 26.500
Mit dem russischen Eisbrecher 50 Let Pebody prescht man von Murmanks aus über fünf Tage durch die dicken Eisplatten bis zum Pol. Wenn man an die Umwelt denkt, aber nicht die beste Variante.
Aus dem Flugzeug
Kosten: Ab € 499
Zwar wirst du keinen Fuß auf die Erde setzen, aber du warst immerhin dort. Innerhalb von 16 h bist du von Zürich mit einem Airbus A340 über Norwegen, Spitzbergen und Grönland unterwegs, bevor du am Pol ankommst. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht zu bewölkt ist.
Der Südpol
Der Südpol ist ein Kontinent und birgt unter dem Eis eine Landmasse. Darauf gibt es sogar eine fixe Basis: die Amundsen-Scott South Pole-Station. Der geographische Südpol ist übrigens mit einer einfachen Stange mit Messingkopf markiert.
Wegen den extremen Bedingungen ist der Südpol vor allem zwischen November und Jänner zu bereisen. Dabei geht es von Punta Arenas (Chile), Südafrika, Australien oder Neuseeland gen Süden.
Per Flugzeug
Kosten: € 45.000
Von der südlichsten Stadt der Welt, Punta Arenas in Chile, ist man per Flugzeug 4 h bis zum Camp am Union Gletscher unterwegs, bevor es weitere 5 h bis zum Pol sind. Für 3.500 € extra kannst du auch eine Nacht dort verbringen.
Last-Degree-Ski
Kosten: € 57.680
Bis zum 89. Grad (111 km bis zum Pol) bringt dich auch hier das Flugzeug. Danach bist du 8-12 h pro Tag für etwa eine Woche auf Skiern durch die Antarktis unterwegs. Expeditions-Feeling ohne Grenzen, aber auf absehbare Zeit.
Coast-to-Pole-Ski
Kosten: € 60.000
Für den Ski-Trek-Trip gibt es einige Startmöglichkeiten, doch der Weg bis zum Ziel ist jedes Mal lang. Beim Messner-Start ist man über 50 Tage lang (jeweils 10 h) ganze 911 km unterwegs, was immer noch die kürzeste Strecke ist. Dieser Start heißt auch 'technical coast', denn hier erreicht lediglich die antarktische Landmasse das Meeresniveau. Die 'true coast' ist allerdings dort, wo das Eis auf das Meer trifft, womit der Start von dort aus länger und auch teurer ist. Gestartet kann werden vom McMurdo Sound (1.287 km vom Pol), Berker Island oder Cape Evans (beides 1.448 km entfernt)