Wer Cara Delevingne nach ihrem frühesten Berufswunsch fragt, bekommt gleich drei Antworten: „Schauspielerin, Musikerin, Psychotherapeutin“. Sie sei eben ein Kind mit großem Tatendrang gewesen, sagt Delevingne. Ihre Erwartung ans Leben? Eine Wundertüte voller Möglichkeiten und Abenteuer. Was den abenteuerlichen Aspekt angeht, so nimmt dieser seit 2012 kräftig Fahrt auf.
Als Muse von Karl Lagerfeld wird die Britin zu einem der bestbezahlten Models der Welt und prägt mit ihren markanten buschigen Augenbrauen den Look der Zeit. Als Schauspielerin überzeugt sie anfangs nebenbei in Dramen wie „Margos Spuren“ (2015). Heute ist sie fast nur noch auf der Leinwand zu sehen, den Modelberuf hat sie an den Nagel gehängt. Ihre Film Vorbilder? Findet sie in den starken Frauen Hollywoods — etwa in Sigourney Weaver, die als Heldin der „Alien“-Filmreihe den Prototyp der weiblichen Actionfigur erschuf.
Delevingne, Jahrgang 1992, wird in eine wohlhabende Familie in London geboren, sie kämpft als Teenager dennoch mit Depressionen. „Ich fühlte mich nutz- und wertlos.“ Für die Trendwende in ihrem Leben sorgen lange Gespräche mit Freunden — in Delevingnes Fall ein Who’s who der internationalen Mode und Filmindustrie: etwa Landsmann Christopher Bailey, Chefdesigner von Burberry, der französische Regisseur Luc Besson oder US-Pop-Genie Pharrell Williams: „Ich hatte das Glück, Menschen zu treffen, die mir Mut machten“, sagt Delevingne.
Mittlerweile weiß ich, wann ich eine Auszeit brauche, und nehme sie mir.
Ihr Selbstbewusstsein aufzubauen dauerte lang. Anfangs sei sie dafür „zu fremdbestimmt“ gewesen: „Wenn du kein Selbstwertgefühl hast, suchst du Bestätigung von außen. Du nimmst jedes Angebot an. Das laugt dich aus. Mittlerweile weiß ich, wann ich eine Auszeit brauche, und nehme sie mir.“ Wie sie am besten entspannt? „Draußen im Wald, da bin ich stundenlang allein.“
Ein Schlüssel zur Selbstfindung sei auch Yoga gewesen, rekapituliert sie heute. Dass ihr Leben nicht nur aus Yoga und langen Gesprächen mit Stars besteht, beweist Delevingne immer wieder mit Projekten fernab der Glamourwelt. Für die „Girl Up“-Initiative der Vereinten Nationen reiste sie 2017 nach Uganda, um auf die Situation von Flüchtlingsmädchen aus dem Südsudan aufmerksam zu machen. „Diese Reise hat mein Leben verändert“, sagt sie. „Die haben alles getan, damit sich fremde Leute in ihrem Land ein neues Leben auf bauen können. Wir hingegen schotten uns gegen Flüchtlinge ab, obwohl bei uns doch viel mehr Wohlstand herrscht. Das ist Irrsinn.“
Delevingne, der auf Instagram 43 Millionen Fans folgen, weiß, wie sie in Zukunft ihre Stimme einsetzen will: „Ich fühle mich jungen Menschen verbunden, die sich schwertun, ihren Platz im Leben zu finden. Ich kann diesen Menschen dabei helfen, an sich zu glauben.“
Cara Delevingne auf Instagram: @caradelevingne