Ab ins Abenteuer!
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Paragliding

Hike & Fly: 5 Tipps für dieses Abenteuer von Paul Guschlbauer

Paul Guschlbauer stellt sich mit seinem Gleitschirm liebend gern den härtesten Herausforderungen. Abenteuer wie Red Bull X-Alps haben ihm jede Menge Erfarung eingebracht, die er gerne mit euch teilt.
Autor: Thomas Wernhart
veröffentlicht am
Paul Guschlbauer gehört zu den Top-Piloten beim Red Bull X-Alps, hat mit seinem Freund Thomas de Dorlodot den 1.800 Kilometer langen Adriatic Circle bewältigt und stellt sich in Alaska mit seinem Piper Super Cub Flugzeug ganz neuen Herausforderungen. Der Mann hat also Erfahrung und weiß ganz genau, was man braucht, um in der Wildnis zu bestehen - hör genau hin und dann mach dich auf und erlebe deine eigenen Abenteuer. Mit oder ohne Gleitschirm, egal, Hauptsache du machst es!

5 Tipps für eine mehrtägiges Hike & Fly Abenteuer

1. Die Planung
Planung ist das halbe Leben, aber man muss es nicht übertreiben.
Planung ist das halbe Leben, aber man muss es nicht übertreiben.
Je mehr Infos du vor dem Antritt deines Abenteuers hast, desto besser, trotzdem musst du nicht alles im Detail planen. Schau dir an, wohin du willst und wie lange dein Weg in einer direkten Linie sein wird. 40-50 Kilometer pro Tag zurück zu legen ist realistisch, also nimm dir nicht zu viel vor und stress dich nicht. Bist du einmal unterwegs, kannst du mit Google Maps und der Outdooractive App die Orientierung behalten - wichtig dabei: lade dir die Maps vorher herunter, damit Passagen ohne Empfang nicht zum Problem werden.
2. Wähle die richtige Jahreszeit
Tu' es einfach! Trau dich raus in die Wildnis.
Tu' es einfach! Trau dich raus in die Wildnis.
Eine Hike & Fly Abenteuer in den Alpen bietet sich am besten zwischen April und August an, ich persönlich empfehle den Monat Juli, weil es warm genug ist, sich die Regentage in Grenzen halten und auch die Schneeschicht in den Bergen leicht zu überwinden ist. Willst du in einem anderen Teil der Welt auf Entdeckungsreise gehen, dann hol Informationen ein, wann es vor Ort warm, trocken und von den Windverhältnissen empfehlenswert ist. 
3. Denk nicht viel nach, tu' es einfach!
Adventure Racing
Virtual Reality: Heb ab mit Paul Guschlbauer!
Der erste Schritt ist immer der schwierigste, aber lass dich nicht unterkriegen, sondern zieh' deinen Plan durch. Du hast ein gewisses Datum geplant und es gießt in Strömen? Egal, stürz dich ins Abenteuer und geh es einfach ein wenig langsamer an - vielleicht reichen 10 Kilometer für den Anfang. A little less conversation, a little more action, please!
4. Die Verpflegung
Ohne die richtige Portion Wille und Energie geht es nicht.
Ohne die richtige Portion Wille und Energie geht es nicht.
In der Natur schmeckts doch am besten! Ich packe eigentlich nur normale Verpflegung wie Brot, Käse und Wurst ein, wenn ich unterwegs bin, es muss nichts Spezielles sein!. Auch ein paar Müsliriegel dürfen nicht fehlen, weil sie schnell Energie geben und einfach während des Fliegens gegessen werden können. Ich habe keinen Campingkocher dabei, weil es mir wichtig ist, so leicht wie möglich unterwegs zu sein. Außerdem hat man in Dörfern immer wieder die Chance eine warme Mahlzeit zu bekommen und seine Vorräte aufzufüllen.
5. Das Equipment
Pack viel weniger als dir lieb ist.
Pack viel weniger als dir lieb ist.
Wichtig ist hierbei, wirklich nur das Essentielle einzupacken, weniger ist in dem Fall mehr. Zum Wichtigsten: Ich empfehle einen Schirm zu verwenden, mit dem man sich auch in schwierigen Bedingungen sehr wohl fühlt. Beste Leistung ist zweitrangig. Wichtiger ist, dass man auch nach einem langen, anstrengenden Marsch und Aufstieg noch lange entspannt fliegen kann. Es geht darum möglichst lange zu fliegen und nicht ein, zwei km/h schneller.
Die Kleidung habe ich in einer extra Tasche verstaut, damit ich schnell Zugriff darauf habe und während des Trips kein Chaos entsteht. Darin befinden sich: ein T-Shirt, das Zweite trage ich am Körper, zwei Paar Unterhosen, zwei Paar Laufsocken, ein Paar Wintersocken, die ich während des Fliegens trage und versuche, immer trocken zu halten. Weiters eine lange Hose, eine kurze Hose und eine Schicht Primaloft (Jacke und Hose) als letzten Layer. Regenfestes darf auch nicht fehlen: eine Goretex-Hose in Dreiviertel-Länge und eine wasserfeste Jacke. Natürlich spielen auch die Schuhe eine große Rolle. Ich verwende Goretex Trailrunning-Schuhe mit gutem Grip. Außerdem Handschuhe, Helm. Mütze, Bandana und Sonnenbrille.
Gut ausgerüstet kann es losgehen.
Gut ausgerüstet kann es losgehen.
Um den Rucksack trocken zu halten verwende ich einen normalen Müllsack, den ich mir, wie im Video gezeigt, "zurechtschneidere". Der Rucksack sollte dir gut passen, sodass der Hüftgurt dir Gewicht von den Schultern abnehmen kann. Außerdem müssen die Dinge im Rucksack leicht zugänglich sein. Zusätzlich habe ich noch leichte Wanderstöcke dabei, die zwar nicht in der Höhe verstellbar, aber auf ein kleines Packmaß zusammenlegbar sind. Eine ultraleichte Matratze darf natürlich auch nicht fehlen, um das Nachtlager unter freiem Himmel genießen zu können.
Allerhand Kleinzeug macht mir das Leben leichter: eine hochwertige Stirnlampe, die einem in der Dunkelheit der Nacht Sicherheit gibt, Toilettenpapier (immer trocken halten!), Sonnencreme, ein kleines Messer, Zahnpasta und -bürste, eine Trinkflasche, einen Satelliten-Tracker, wie den Garmin inReach, und natürlich ein Vario mit GPS, um zu navigieren.
So, nun kann es losgehen, ab in die Natur und auf ins Abenteuer. Folgt mir auf meinem Youtube-Kanal und bleib via Facebook Red Bull Adventure am Laufenden!