Wie passen ein Heißluftballon, ein Kajak und ein Fallschirmspringer zusammen? Auf den ersten Blick gar nicht – aber der erste Blick ist nicht der Maßstab für Paul Steiner. Nicht umsonst sagt der heute 60-Jährige aus Mattsee über sich selbst: "Der Nervenkitzel war immer schon mein Leben. Ich liebe die Herausforderung. Immer wieder Neues auszuprobieren, um mich an meine eigenen physischen und physischen Grenzen heranzutasten, treiben mich immer weiter an." Aber auf den zweiten Blick kann man es möglich machen, alles in einem Projekt zu kombinieren – mit viel Kreativität, Know-how und den perfekten Partnern, denen man zu 100 Prozent vertrauen kann.
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From the sky into the lake
"Trotz der Enge im Kajak war die Schirmfahrt über dem See ein beeindruckendes Erlebnis."
Seit über 30 Jahren ist Paul Steiner flugsportlich aktiv. Er erwarb 1990 die Fallschirmspringerlizenz und hat mittlerweile 6500 Fallschirmsprünge, davon 400 Sprünge aus dem Heißluftballon. Doch so etwas hat auch er noch nie gemacht. Die Idee für dieses abgefahrene Projekt entwickelte er gemeinsam mit Ballonpilotin Heidrun Prosch beim gemeinsamen Ruderbootfahren. Mit der Inhaberin des Höhenweltrekords (10.773 Meter) für Heißluftballone Kategorie Damen bildet der Salzburger ein kongeniales Duo mit einem Hang zu außergewöhnlichen Kunststücken am Himmel – und kombinierten sie Luft mit dem Element Wasser.
Die Idee war geboren – danach ging es in die Umsetzungsphase. Zuerst wurde ein Freestyle Kajak organisiert. Der nächste Schritt war, Schwierigkeiten zu analysieren und Lösungen zu finden: Wie wird das Kajak im Ballonkorb positioniert und wie bekommt man das Kajak mit Paul Steiner darin sitzend aus dem Ballonkorb? Und das Wichtigste, wie wird das Kajak am Fallschirmspringer fixiert? Doch die beiden Meister ihres Fachs konnten rasch Lösungen finden und bald alle Checkboxen abhaken, um loszulegen.
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"Absprung" aus 1.700 Metern
Eine genaue Planungen war wichtig, denn es muss alles zusammenpassen und das Wetter mitspielen, um das Projekt Realität werden zu lassen. Heidrun Posch und Paul Steiner hatten das Glück der Tüchtigen: An Tag X herrschten perfekte Bedingungen, so konnten sie bei Sonnenaufgang mit den Startvorbereitungen starten. "Mir war die exakte Planung des Startplatzes in Abstimmung mit den Höhenwinden wichtig, denn der Ballon musste zur richtigen Zeit genau über dem Mattsee schweben, damit Paul aus dem Ballon abgesetzt werden kann", erklärt Heidrun Prosch, bevor Paul Steiner dann auf ca. 1.700 Metern Höhe aus dem Heißluftballon "abgeworfen" wurde. Die Öffnung des Fallschirmes erfolgte ebenfalls mit Unterstützung der Balloncrew wie geplant.
"Trotz der Enge im Kajak war die Schirmfahrt über dem See ein beeindruckendes Erlebnis", beschreibt Paul Steiner. "Bei der Landung im Mattsee musste ich hoch konzentriert ans Werk gehen, denn die Gefahr, dass ich mich mit dem Kajak überschlage, war sehr hoch. Aber es hat alles perfekt geklappt!"
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