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Plants vs. Zombies: Garden Warfare Review
Gelingt dem Tower-Defense-Hit der Wandel zum Shooter?
Garden Warfare ist das erste Konsolen-Spinoff der berühmten Plants vs. Zombies-Serie von Pop Cap. Die knuddeligen Figuren des Smartphone-Spiels sind die Hauptdarsteller eines der überraschendsten Multiplayererlebnisse seit Langem. Die Macher verzichten auf erdfarbene Optik, Militärjargon und eintönige Shooterklischees, die das Genre seit Jahren fest im Griff haben. Die Kollegen von comboclash haben ein umfangreiches Video-Review für euch.
Stattdessen setzen sie auf knallige Farben und eine erfrischend heitere Präsentation, die beinahe die geringe Anzahl der Levels vergessen lässt. In Garden Warfare treffen Rivalen in Form von Zombies und Pflanzen aufeinander. Beide Seiten haben Klassen mit schrulligem Look und verdrehten Spezialfähigkeiten. In der Reihe der Pflanzen befinden sich die Erbsenkanone, die sich in ein stationäres Geschütz verwandeln kann, die Sonnenblume als Heilerklasse, der Schnapper, der aus nächster Nähe One-Hit-Kills landet, und die Kaktee, eine Scharfschützin die zusätzlich eine ferngesteuerte Drohne besitzt. Für die Zombies kämpfen der Fußsoldat mit seinem Raketenrucksack, der Ingenieur der Stationen auf der Map aufbauen kann, der Wissenschaftler als Heiler und der stämmige All-Star mit seiner Football-Kanone. Je nach Erfahrung werden Spieler mit mehr oder weniger Kämpfern zurechtkommen, denn jeder Charakter begünstigt andere Spielweisen.
Von Plants vs. Zombies: Garden Warfare’s Design darf man sich nicht täuschen lassen. Hinter der süßen Fassade steckt unerwartet forderndes und unterhaltsames Gameplay. Der normale Multiplayermodus ist typisches Team Deathmatch, das trotz Miniaufgaben bloß Einsteiger mittelfristig fesseln wird. Der einzige Grund, hier mehr Zeit verbringen ist, seine Charaktere aufzuleveln und Spezialangriffe für die anderen Spielmodi freizuschalten.
Seine wahre Stärke beweist Garden Warfare im Modus Gartenkommando, einer Shooter-Umsetzung des klassischen Tower Defense Prinzips. Hier muss ein Team aus vier Pflanzen einen Garten vor 10 Zombiewellen beschützen. Nur durch Zusammenarbeit kann man gegen die teils brutal schweren Horden und Endbosse bestehen. Fehlt etwa die Sonnenblume, oder setzt man bloß auf Scharfschützen, ist das Gartenkommando kaum zu bewältigen. An einigen Punkten der Map befinden sich Töpfe, in die man, wie in Tower Defense üblich, weitere Pflanzen mit unterschiedlichen Projektilen setzen kann. Nach Abwehr der zehn Wellen muss das Team zu einem Landeplatz flüchten und dort auf engstem Raum eine elfte Welle zurückschlagen, während es auf das rettende Fluggefährt wartet – Gartenkommando ist Hektik und Spaß zugleich. Ein berauschendes Gefühl überkommt einen, wenn die Flucht mit der gesamten Mannschaft gelingt.
Der dritte und letzte Spielmodus, Gärten und Friedhöfe, ist genauso belebend und lustig. Hier müssen die Zombies unter Zeitdruck sechs Stationen auf der weitläufigen Map einnehmen. Ist ein Posten erobert, öffnet sich das Level weiter bis zum nächsten Stützpunkt – gelingt es den Pflanzen auch nur eine Station zu halten, haben sie gewonnen. Am Wildesten geht es im letzten Stützpunkt zur Sache, wo die Zombies zusätzliche Aufgaben – wie das Platzieren von mehreren Bomben – erledigen müssen während sie sich durch die Reihen der Pflanzen durchboxen. Wieder geht es darum, dass alle Klassen ihre Fähigkeiten voll ausspielen – zum Beispiel muss sich mindestens ein Ingenieur unter den Angreifern befinden, um wichtige Portale aufzubauen, durch die sich die Zombies viel Zeit ersparen können. Auf der Gegenseite stellen zum Beispiel die Minen der Kakteen effektive Defensivmaßnahmen dar.
Neben diesen drei Spielmodi, beschäftigen den Spieler freischaltbare Upgrades, Tools und Spezialcharaktere. Jede einzelne Klasse besitzt fünf Abwandlungen mit ihren eigenen Waffentypen. Um diese Figuren zu erhalten, muss man jedoch viel Zeit investieren. Nach ungefähr 10 Stunden in verschiedenen Modi haben wir lediglich drei von insgesamt 40 Spezialfiguren freigeschaltet. Das hätte man besser balancieren können.
Relativ früh wird deutlich, dass das Spiel gut und gerne fünf zusätzliche Maps benötigt um längerfristig zu unterhalten – die aktuelle Auswahl, so kreativ sie auch sein mag , ist zu mager ausgefallen. Nichts desto trotz sind wir Plants vs Zombies: Garden Warfare dankbar, dass es altbackene Shooterstandards über Board wirft ohne auf funktionale Elemente zu verzichten. Dieser erfolgreiche Salat aus verrücktem Stil, viel Humor und astreinem Gameplay hat ganz klar die Aufmerksamkeit eines jeden Gamers verdient, der kompetitives Multiplayergetümmel zu schätzen weiß.
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