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Red Bull BassLine 2024 – die Highlights
Dominic, du hast bereits zwei Mal bei Red Bull BassLine aufgeschlagen. Ein Mal in Wien und ein Mal in Madrid. Was macht dieses einzigartige Tennis-Format so besonders?
Für mich ist es die Kombination aus so vielen Dingen, die man als Tennis-Profi nicht gewöhnt ist, die den Reiz ausmacht. Einerseits ist es ein ernsthafter Wettkampf – jeder will unbedingt gewinnen. Gleichzeitig läuft während der Ballwechsel Musik, es gibt keinen Schiedsrichter, und du siehst den Puls der Spieler auf der Bande. Diese Mischung aus Party-Charakter und sportlichem Ernst macht’s aus. Vor allem, dass die Zuschauer während der Ballwechsel nicht ruhig sein müssen, bringt eine komplett andere Stimmung rein. Vor zwei Jahren war ich in Wien live mit dabei – und ich kann sagen: Die Wettbewerbsbereitschaft war bei allen brutal. Auch wenn es lockerer wirkt – am Court zieht jeder durch und will den nächsten Punkt gewinnen.
Was erwartet die Tennis-Fans, die zum ersten Mal bei Red Bull BassLine dabei sind?
Viele haben mir gesagt, dass sie es feiern, weil sie einfach ausgelassen sein können. Du kannst mit deinen Freunden oder der ganzen Familie hingehen – und musst dich nicht dauernd zurückhalten, man kann voll mitgehen. Das gibt’s bei klassischen Matches nicht. Dort muss es zwischen den Ballwechsel still sein, hier nicht. Und das ist das Geniale: Red Bull BassLine erlaubt Emotionen, erlaubt Zwischenrufe und Musik – echte Partystimmung eben. Dazu kommt der DJ – der feuert die Crowd noch mehr an. Das bringt extra Energie – für die Fans wie für uns Spieler.
"Red Bull BassLine erlaubt Emotionen, erlaubt Zwischenrufe und Musik – echte Partystimmung eben."
Ist es als Spieler eine große Umstellung, bei Red Bull BassLine aufzuschlagen?
Dominic Thiem galt als einer der offensivsten Spieler auf der Tour
© Mirja Geh / Red Bull Content Pool
Wie hast du dich damals auf dieses einzigartige Format vorbereitet? Kann man sich überhaupt darauf einstellen?
Anders als bei einem regulären Turnier auf jeden Fall. Normalerweise beginnst du mindestens eine Stunde vorher mit Tapen, Aufwärmen, Einspielen. Bei Red Bull BassLine musst du dauerhaft ready sein. Du spielst ein Match, hast kurz Pause, dann geht’s direkt weiter. Und wenn du Richtung 30 gehst, wie ich, wird’s zwischen den Matches steifer. Da musst du vor dem nächsten Spiel schnell fünf bis sieben Minuten aufs Ergometer, um wieder auf Temperatur zu kommen. Es ist fordernd – aber macht auch richtig Spaß.
Ist das Format auf offensive Spielertypen zugeschnitten?
Auf jeden Fall, darum hat es mir auch so viel Spaß gemacht! Der Grundgedanke ist, dass Risikobereitschaft belohnt wird. Spieler, die nicht zögern, auf Winner zu gehen, haben hier Vorteile. Sascha Zverev zum Beispiel – sein Aufschlag ist eine echte Waffe, mit der er sich schnell Vorteile verschafft. Das passt perfekt ins Format. Auch bei mir war es oft so, dass ich aus dem Nichts Punkte machen konnte – das hilft dir bei Red Bull BassLine mehr als bei klassischen Matches.
"Tennisspieler, die nicht zögern, auf Winner zu gehen, haben bei Red Bull BassLine Vorteile."
Gibt’s auch abseits des Courts einen besonderen Vibe zwischen den Spielern?
Absolut. Normalerweise ist man im Tennis total auf sich gestellt, kaum Kommunikation, kaum Interaktion. Bei Red Bull BassLine sitzt man gemeinsam draußen, schaut die Matches, analysiert, lacht, redet über die Tour – fast wie in einer Fußballkabine. Es wird gescherzt, aber sobald man auf den Platz geht, ist wieder Fokus da. Das ist cool – und ein echter Mehrwert für uns Spieler.
Gibt es einen speziellen Red Bull BassLine Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja, mein Red Bull BassLine-Moment war 2024: Ich war in einem engen Match, es war kurz vor Schluss. Die Pulsanzeige hat bei mir 120 angezeigt – alles unter Kontrolle quasi. Bei meinem Gegner war der Puls auf 175. Als ich das sah, wusste ich: Dieses Match hol ich mir noch, der ist schon 'am Sand'. Genau solche Elemente – wie der sichtbare Puls – machen das Format so besonders.