HNRX x Red Bull BC One Cypher Austria: Wenn Urban Art auf Breaking trifft
Du hast ein Mural für Red Bull BC One Cypher Austria 2026 gestaltet. Wie siehst du generell die Verbindung zwischen deiner Kunst und Breaking?
"Ich glaube, man merkt immer noch sehr stark, dass beide aus derselben Wurzel kommen. Früher war Hip-Hop eine Jugendkultur, in der alles miteinander verbunden war – Breaking, Rap, Graffiti und DJing. Viele haben alles gleichzeitig gemacht. Heute haben sich diese Bereiche ein Stück weit auseinanderentwickelt, aber die Grundelemente sind noch sehr ähnlich: das Performative, das Arbeiten in der Öffentlichkeit, diese Bewegung. Und vor allem: die Motivation kommt von innen. Es geht um Selbstexpression. Man arbeitet nicht für einen äußeren Druck, sondern von innen nach außen."
Was inspiriert dich in deiner Arbeit?
"Sehr viel kommt aus Design – Grafik, Interior, Industriedesign. Ich arbeite gerne mit Farben und Flächen, interessiere mich stark für Plakatgestaltung und Typografie. Aber genauso inspiriert mich das Leben selbst. Neue Phasen bringen neue Ideen: manchmal reduziert, manchmal komplexer, manchmal mehr Fokus auf Schrift. Oft entstehen Dinge auch aus konkreten Aufträgen, etwa für Events – da gibt es dann gewisse Vorgaben, mit denen ich spiele, bis ein Ergebnis entsteht."
HNRX holt sich seine Inspirationen aus Beobachtungen und Alltagsobjekten
© Stefan Voitl / Red Bull Content Pool
Hattest du vor diesem Projekt Berührungspunkte mit Breaking?
"Ehrlich gesagt nicht so intensiv. Ich habe das Gefühl, dass sich die einzelnen Hip-Hop-Kulturen mit der Zeit etwas verselbstständigt haben. Mein Fokus liegt stark im visuellen Bereich, und zeitlich ist man da oft schon sehr ausgelastet. Aber ich finde Breaking extrem spannend. Es ist beeindruckend zu sehen, was möglich ist – und man erkennt schnell die Parallelen: Auch dort geht es darum, Ideen umzusetzen. Nur eben nicht auf einer Leinwand, sondern mit dem eigenen Körper."
Das klingt fast so, als würdet ihr in unterschiedlichen Medien das Gleiche tun ...
"Genau. Im Grunde ist es sehr verwandt. Ich arbeite als Maler, B-Girls und B-Boys gestalten mit Bewegung."
Aber der kreative Prozess ist ähnlich – dieses Freestylen, dieses Reagieren auf den Moment. Wie würdest du deine eigene Kunst beschreiben?
"Ich bin bildender Künstler mit Fokus auf Malerei, arbeite aber auch viel digital und im Grafikdesign. Meine Arbeiten sind oft sehr plakativ, flächig und beinhalten viel Typografie. Alles beginnt bei mir mit einer Zeichnung. Ich zeichne viel analog im Skizzenbuch, digitalisiere das dann und arbeite weiter damit. Aus diesen Zeichnungen entstehen Flächen, Kompositionen, ganze Werke."
Und wie entstand das Mural für den Red Bull BC One Cypher Austria 2026?
"Oft ist der Ursprung etwas ganz Einfaches. In diesem Fall war es zum Beispiel eine gezeichnete Aststruktur mit Verzweigungen. Ich habe diese Zeichnung digital weiterbearbeitet, skaliert, farblich verändert und zusammengesetzt. Daraus entsteht dann eine gewisse Tiefe, teilweise mit Unschärfen. Das ist ein Prozess, der auch dauern kann, bis es sich richtig anfühlt."