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Red Bull Illume 2019: Interview mit dem zweifachen Gewinner Philip Platzer

© Red Bull Illume
Autor: Felix Kozubek
Seine Bilder lassen den Betrachter ungläubig staunen. Dynamik, Verspieltheit, Emotion. All das findet man in seinen Fotos. Philip Platzer verrät uns, wie solche spektakulären Shots gelingen.

Der Wettbewerb

Red Bull Illume ist der weltweit größte Wettbewerb für Adventure- und Action-Sportfotografie. Eine hochkarätige Jury bestehend aus 50 Fotografen und digitalen Experten wählte aus knapp 60.000 Einsendungen, die 60 Finalisten, elf Kategorie-Sieger und einen Gesamtsieger aus. Diese wurden Ende November bei der offiziellen Siegerehrung in Südtirol prämiert. Aktuell sind die Bilder in der weltweit ersten Red Bull Illume Indoor-Ausstellung im Salzburger Hangar-7 zu sehen - spektakulär in 2x2 Meter großen Leuchtkästen inszeniert.
Red Bull Illume 2019: Impressionen von der Weltpremiere.
Red Bull Illume 2019: Impressionen von der Weltpremiere.

Die Person

Philip Platzer wurde 1979 in Graz/Steiermark geboren. Durch seine Begeisterung für Outdoor-Sportarten, wie Mountainbiken, Surfen und Snowboarden, die er schon in jungen Jahren entdeckte, kam er zur Fotografie. Das Einfangen der Dynamik und der Emotion, die es oft nur beim Outdoorsport zu erleben gibt, begeisterte ihn so sehr, dass er sich das Fotografieren als Autodidakt selbst beibrachte und viele, viele Stunden in dieses (anfängliche) Hobby investierte. Im Jahr 2010 wurde aus der Leidenschaft, Profession. Die Motorsport-Fotografie ist seither eine wichtige Säule in seinem täglichen Schaffen. Doch für den passionierten Fotografen geht es um viel mehr, als um schöne Fotos. Es geht für ihn darum die eigenen Limits kennen zulernen, auszudehnen und einzigartige Momente einzufangen. Wer Philip Platzer zuhört, spürt "Dankbarkeit, Respekt und Leidenschaft" für (s)einen unglaublichen Beruf.
Red Bull Illume 2019: Spektakuläres Siegerbild
Red Bull Illume 2019: Spektakuläres Siegerbild

Das Interview

Wo ist das spektakuläre Bild von dem Radfahrer entstanden?
Das war im Jahr 2016 während des Red Bull V-max Projekts in der Atacama-Wüste in Chile. Der Highspeed-Mountainbiker Markus Stöckl versuchte damals den Weltrekord für die höchste, jemals erreichte Geschwindigkeit mit einem normalen Mountainbike, zu knacken. Und er hat es geschafft. Auf seiner rasanten Fahrt erreichte er unglaubliche 167,6 km/h.
Doch dann wollte ich die gesamte Szene auf einmal einfangen.
Philip Platzer
Das Bild ist unglaublich anziehend. Wie bist du auf die Idee gekommen, die Szene auf diese Art einzufangen?
Zuerst habe ich ein paar normale Closeup-Shots und Kameraschwenks gemacht. Doch dann wollte ich die gesamte Szene auf einmal einfangen. Das Problem war, dass ich nicht nahe genug herangehen konnte, um es mit einem Weitwinkel-Objektiv zu probieren. Und mit einer längere Brennweite passte alles nicht in den Rahmen. Ich habe es dann mit einem Panorama-Shot versucht. Nachdem ich die richtige Position gefunden hatte, habe ich unglaublich viele Bilder von Markus im Portrait-Format gemacht. Alles ohne Stativ.
Der Rest der Komposition folgte dann in der Nachbearbeitung?
Genau. Zuerst habe ich das Panorama zusammengefügt. Am Ende bestand es aus insgesamt sechs Aufnahmen. Danach musste ich die Sequenz hinzufügen, was alles andere als leicht war, da durch die Bearbeitung alles ein wenig verzerrt war. Es hat mich einiges an Zeit gekostet um die 44 Aufnahmen von Markus wieder in die Szene einzubauen. Aber die Arbeit hat sich definitiv gelohnt.
Marco Fuerst beim Red Bull Megaswing 2016 in Fromberg in Österreich am 7. Juli.
Red Bull Illume 2019 – Kategorie: „Wings"
Dein Siegerbild in der Kategorie "Wings" wirkt fast surreal. Wo ist es entstanden?
Es entstand ebenfalls im Jahr 2016 beim unglaublich verrückten Projekt "Megaswing", das ich gemeinsam mit dem Red Bull Skydive-Team erleben durfte. Ich wusste von Beginn an - das wird "tricky". Nach den ersten Versuchen war mir klar, dass mir vom Heißluftballon aus keine guten Fotos gelingen würden. Zum Glück hatte ich mein Einbein-Stativ und zwei Auslöser im Auto. Ich habe die Kamera darauf montiert, sie soweit unter den Korb gehalten wie es nur ging und dann nur noch gehofft, dass es irgendwie gelingt. Marco Fürst (Anm. Athlet im Red Bull Skydive-Team) hat super mitgespielt und sich in meine Richtung gedreht. Beim allerletzten Versuch ist uns dann dieses Bild gelungen.