Szymon Godziek bei Red Bull Rampage in Virgin, Utah, USA, am 24. Oktober 2019.
© Long Nguyen/Red Bull Content Pool
MTB

MTB-Lexikon: Das sind die wichtigsten Fachbegriffe für Red Bull Rampage

Du bist kein Mountainbike-Experte, willst aber wie einer klingen? Hier ist eine Liste mit den am häufigsten verwendeten Begriffen und Tricknamen - perfekt zur Vorbereitung auf Red Bull Rampage.
Autor: James Stout
6 min readUpdated on
Red Bull Rampage ist das größte und spektakulärste Freeride-MTB-Event der Welt und dementsprechend umfangreich ist auch das Repertoire an Fachbegriffen. Aber keine Sorge, wir sind hier, um dir einen Überblick über das MTB-Vokabular und die am häufigsten verwendeten Tricknamen zu geben. Viel Spaß mit dem Red Bull Rampage-Lexikon.
Die gute Nachricht: Red Bull Rampage anschauen, macht auch ohne großes Vorwissen unheimlich Spass! Also, los geht's.
HIER geht's zum Re-Live des historischen Premieren-Events der Frauen beim Red Bull Rampage 2024!
HIER kannst du das Rennen der Männer beim Red Bull Rampage am 12. Oktober live verfolgen – kommentiert von the one and only, Erik Fedko!
2024 fährt Erik Fedko mit einem Red Bull Mountainbike im Bikepark Green Hill in Deutschland für das Projekt "Above The Trees"

Erik Fedko bei einem Energy Break

© Lorenz Holder / Red Bull Content Pool

360/720

Dabei handelt es sich um die Drehung bei einem Trick -- ein 360 ist also eine vollständige Umdrehung, ein 720 zwei. Drehungen können auch zu "Corks" werden, wenn die Drehung außerhalb der Achse erfolgt, wie bei einem Korkenzieher.

1 Min

Erlebe Cam Zinks preisgekrönten 360 Drop

Schau dir den verrückten 360 Drop an, mit dem Cam Zink den Best Trick Award abgeräumt hat.

Bail

Das Abspringen vom Bike, um einen Sturz zu vermeiden. Normalerweise passieren Bails, wenn der Rider und das Bike in der Luft sind -- etwas, das bei Rampage häufig passiert.

Blowout

Wenn das Bike so hart am Boden aufschlägt, dass sich der Reifen von der Felge löst -- nicht gut!

Booter

Ein großer Sprung, bei dem ein Rider maximales Commitment zeigen muss. Der Begriff kann sich aber auch auf ein künstliches Feature beziehen, das dazu dient, die Fahrer beim Absprung noch höher in die Luft zu befördern. Solche Booter hat man in der Vergangenheit häufig bei Red Bull Rampage erlebt.
Graham Agassiz saust über den Polaris RZR Booter

Graham Agassiz saust über den Polaris RZR Booter

© Dean Treml/Red Bull Content Pool

Bottoming-out

Wenn man bei der Landung das Federungslimit erreicht. Beim "Hard-Bottom-out" wird dabei bis zum unteren Ende des Federwegs durchgeschlagen. Beim "Soft-Bottom-out" erreichen die Rider die Grenze nur sanft.

Buckled-Wheel

Wenn sich das Laufrad unter Belastung verbiegt spricht man aufgrund der Form häufig von einem Achter. Dabei kann es sein, dass das Rad nicht mehr durch die Gabel passt, oder die Stabilität verliert. Die meisten Rider verwenden deshalb überdimensionierte Wheels, um genau das zu vermeiden.
Das Mountainbike-Wrack von Kelly McGarry nach der verhängnisvollen Landung beim Canyon Gap bei Red Bull Rampage 2014.

Ein Bike mit einem Achter nach einem heftigen Crash

© Dean Treml/Red Bull Content Pool

Can-Can

Ein Trick oder Zusatztrick, bei dem der Rider einen Fuß vom Pedal nimmt und ihn auf die andere Seite des Bikes wie eine Can-Can-Tänzerin kickt. Brandon Semenuk zeigt Can-Cans gerne in Kombination mit Backflips und anderen Tricks, um noch mehr Style zu demonstrieren.
Brandon Semenuk bei Red Bull Rampage in Virgin, Utah, USA, am 25. Oktober 2019.

Brandon Semenuk mit einem seiner Signature-Tricks - dem Can-Can

© Christian Pondella/Red Bull Content Pool

Canyon-Gap

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um einen Mega-Sprung über einen Canyon. Das Canyon-Gap ist eines der wichtigsten Features der aktuellen Rampage-Location. Die Anfahrt zum Sprung ist sketchy und vor allem die Landung erfordert unglaubliche Skills, um einen schweren Sturz zu vermeiden.
Brendan Fairclough performt bei Red Bull Rampage 2019 in Virgin, Utah, USA.

Brendan Faircloughs Backflip bleibt uns noch lange in Erinnerung.

© Peter Morning / Red Bull Content Pool

Case

Wenn ein Rider nach einem Sprung oder Drop zu kurz landet und dadurch einen besonders harten Impact hat.

Chundery

Eine Strecke wird als "chundery" bezeichnet, wenn sie aus viel Fels, losem Dirt und Geröll besteht, was die Traktion erschwert.

Chute

Ein schmale Felsrinne, in die die Rider hineindroppen und hinunterfahren. Sie sind eine gute Möglichkeit, Speed zu generieren, aber aufgrund der unzähligen Felsen ist kein Platz für Fehler.
Tom van Steenbergen bei Red Bull Rampage in Virgin, Utah, USA, am 25. Oktober 2019.

Das ist Rampage pur: Ein Trick von einer Klippe in eine vertikale Rampe

© Peter Morning/Red Bull Content Pool

Combo

Dabei werden mindestens zwei oder mehr Tricks in einer Bewegung ausgeführt, während der Rider in der Luft ist. Normalerweise sieht man Combos eher bei Slopestyle-Contests, aber auch bei Rampage werden Combos immer beliebter. Der unumstrittene Combo-King ist Emil Johansson.

Dialled

Wird verwendet, um eine perfekt ausgeführte Rampage-Line zu beschreiben.

Downside

Ein Gefälle, das in der Regel auf einen Sprung oder einen Drop folgt und es dem Rider ermöglicht, Geschwindigkeit aufzubauen.

Drop

Wenn ein Rider von einem flachen Take-Off vertikal nach unten abhebt.
Brandon Semenuk mit einem Tail-Whip im Training von Red Bull Rampage 2021.

Bei Rampage sieht man einen Tail-Whip auf einem Drop nicht gerade oft.

© Garth Milan

Dropping-in

So beginnt jeder Rampage-Run. Wenn ein Rider aus dem Stand aus der Rampage-Starthütte ganz oben am Berggipfel loslegt.
Bienvenido Aguado bei Red Bull Rampage in Virgin, Utah, USA, am 25. Oktober 2019.

Bienvenido Aguado kurz vor dem Drop-In bei Red Bull Rampage 2019

© Paris Gore/Red Bull Content Pool

Feature

Bei Features handelt es sich um Hindernisse, die die Rider auf einer Strecke überwinden müssen. Bei der Rampage sind das zum Beispiel Sprünge, Drops oder steile Felsrinnen. Features können natürlich, aber auch künstlich angelegt sein. Früher gab es bei der Rampage noch künstliche Features wie den Oakley Sender, mittlerweile verzichtet man jedoch auf diese Art von Features.

Flips - back und front

Ein Flip, egal ob Backflip oder Frontflip, ist einer der beliebtesten und häufigsten Tricks bei der Rampage. Bei einem Flip dreht sich der Rider mit seinem Bike in einer vollen Drehung nach vorne oder hinten, bis er sich wieder in der ursprünglichen Position befindet.

2 Min

Body of Work: Kelly McGarrys Canyon Backflip

Das ist die Physik von McGarrys unglaublichen 22 Meter Canyon Backflip beim Red Bull Rampage 2013.

Hucking

Ähnlich wie "sending", aber dieser Begriff bezieht sich im Allgemeinen auf Drops. Man kann auch "huck to flat" sagen, was das Landen aus großer Höhe auf flachen Untergrund meint. Nicht gut für die Rider oder ihre Bikes -- sanft zu landen ist immer besser.

Landing

Zonen und Rampen, die den Wechsel aus der Luft zum Boden ermöglichen. Durch den Bau dieser Rampen werden größere Sprünge möglich.
Tom van Steenbergen bei Red Bull Rampage in Virgin, Utah, USA, am 25. Oktober 2019.

Tom van Steenbergen mit einem Backflip ins Landing

© Peter Morning/Red Bull Content Pool

Flow

Wenn ein Rider das Gefühl hat, dass alles auf seiner Line smooth läuft.

Gap Jump

Ein Sprung, bei dem zwischen dem Abheben und der Landung eine große Distanz zu überwinden ist.

Gnar/Gnarly

Ein Begriff, der vor allem im MTB verwendet wird, um eine Strecke oder eine Freeride-Line zu beschreiben, die extrem schwierig, gefährlich und aufregend ist.

Hip Jump

Ein Hip Jump ermöglicht es dem Rider, die Richtung in der Luft zu ändern, weil Absprung und Landung bei Hip Jumps nicht in einer Linie zueinander laufen. Man springt sozusagen eine Kurve.
Kurt Sorge schwingt aus der Hüfte auf der Rampage

Kurt Sorge schwingt aus der Hüfte auf der Rampage

© Dean Treml/Red Bull Content Pool

Kicker

Ein in der Regel künstlicher Sprung, bei dem die Rider große Höhen erreichen und damit mehr Zeit in der Luft haben.

Line

Die Abfolge von Sprüngen, Drops und Transitions, die ein Fahrer auf seinem Weg nach unten zeigt.

Oppo/Opposite

Ähnlich wie Linkshänder und Rechtshänder haben auch MTB-Rider eine Präferenz, in welche Richtung sie ihre Tricks lieber drehen. Wenn ein Fahrer einen Trick in die entgegengesetzte Richtung dreht, spricht man von "opposite".

Ridgeline

Enger, felsiger Singletrail auf einem Berghang. Ridgelines werden bei der Rampage ständig befahren, was für zusätzlichen Nervenkitzel sorgt.
Mountainbike-Fahrer Sam Pilgrim bei der Red Bull Rampage 2012 bei Virgin in Utah

Sam Pilgrim über einer Ridge bei der Rampage 2012

© Ian Hylands/Red Bull Content Pool

Riding loose

Wenn ein Rider scheinbar unkontrolliert und voll am Limit fährt, aber das Bike dennoch beherrscht.

Rock roll

Schnell erklärt: Ein großer Fels oder eine Felsplatte, die die Rider befahren, um auf einen anderen Teil ihrer Line zu gelangen.
Brendan Fairclough bei der Red Bull Rampage.

Brendan Fairclough bei einem massiven Rock-Drop

© Garth Milan / Red Bull Content Pool

Scrub

Hier springt der Rider so niedrig wie möglich und in einem Winkel über einen Jump. Sieht sehr stylisch aus, wenn es gut gemacht ist.

Sending

Im Grunde eine andere Art "tun" zu sagen. "Sending" wird häufig verwendet, wenn Rider bei heftigen Features alles in die Waagschale werfen.

Steezy

"Steezy" sagt man dann, wenn ein Rider extrem stylisch unterwegs ist und es leicht aussehen lässt.

Step-Down

Wenn sich ein Fahrer von einem höher gelegenen Teil des Berges durch die Luft in einen niedrigeren Teil des Berger befördert.
Jaxson Riddle bei Red Bull Rampage in Virgin, Utah, USA, am 7. Oktober 2021.

Jaxson Riddle am Absprung eines klassischen Step-Downs

© Christian Pondella / Red Bull Content Pool

Step-Up

Das Gegenteil zum Step-Down. Ein Sprung, bei dem die Landung höher liegt als der Absprung.

Stoked

Ein Begriff, der aus dem Actionsport stammt und allgemeine Aufregung und Glücksgefühle beschreibt.

Stoppie

Das Gegenteil eines Wheelies, bei dem das Hinterrad angehoben und auf dem Vorderrad gefahren wird. Bei der Rampage sieht man Stoppies häufig, wenn die Rider mit hoher Geschwindigkeit in den Zielbereich kommen und noch ein letztes Mal zeigen wollen, was sie draufhaben.

Superman

Wenn ein Rider die Beine vom Bike nimmt und seinen Körper dahinter ausstreckt, wie Superman. Szymon Godziek ist berühmt dafür.

Take-Off

Die Zone, die die Rider bei einem Sprung abheben lässt.

Washout

Wenn die Fahrt eines Riders unfreiwillig mit einem Sturz endet, weil die Reifen aufgrund der Geländebedingungen oder aufgrund einer schlechten Landung nach einem Sprung den Grip verlieren.

Whip

Ähnlich wie der Scrub ist auch der Whip eine stylische Sprungtechnik. Dabei dreht der Rider Bike und Körper in einem Winkel über einen Sprung. Im Gegensatz zum Scrub zeichnet sich der Whip durch einen hohen Luftstand aus.
Noch mehr Details und Erklärungen zu den häufigsten Tricks im MTB-Freeriding und Slopestyle findest du hier.

Teil dieser Story

Red Bull Rampage

Red Bull Rampage hat sich über 18 Jahre zum begehrtesten Titel im Freeride-Mountainbiking entwickelt.

6 Stopps

Red Bull Rampage 2021

Red Bull Rampage hat sich zum wahrhaftigsten Test für Geschicklichkeit und mentale Stärke auf einem Mountainbike entwickelt.

Vereinigte Staaten

Brandon Semenuk

One of the best freeride mountain bikers of all time, Brandon Semenuk is the most successful rider ever at both Red Bull Joyride and Red Bull Rampage.

KanadaKanada

Szymon Godziek

One half of Poland's premier bike-riding family duo, Szymon Godziek is one of MTB slopestyle's most creative and stylish riders.

PolenPolen