In Resident Evil Requiem spielt ihr zwei unterschiedliche Charaktere
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Resident Evil Requiem ist ein neuer Höhepunkt der Horror-Reihe

Mit einem spannenden Gameplay-Mix, großartigen Arealen und einer packenden Story katapultiert sich der neuste Teil an die Spitze der Resident Evil-Reihe.
Autor: Matthias Regge (@PrinnyTonic)
6 min readPublished on
Capcom ist aktuell auf einem echten Siegespfad. Jeder Titel aus ihrem Entwicklerhaus ist ein Gewinner. Und diese Combo wird auch durch Resident Evil Requiem nicht gebrochen.
Spoilerfrei! Dieser Artikel beinhaltet weder innerhalb des Textes noch der gezeigten Bilder Inhalte, welche die Geschichte oder andere Elemente, die einen Großteil der Stärken von Resident Evil Requiem ausmachen, spoilern.

Die Abenteuer von Grace und Leon

Resident Evil Requiem spielt 28 Jahre nach den Ereignissen von Resident Evil 1 und 2, welche zur Zerstörung von Racoon City durch einen Nuklearschlag geführt haben. Der Titel startet mit der FBI-Agentin Grace Ashcroft, die als Analystin an einem schwierigen Fall arbeitet. Mehrere mysteriöse Todesfälle sorgen für rauchende Köpfe. Als ein weiteres Opfer auftaucht, wird sie darauf angesetzt, vor Ort Untersuchungen anzustellen. Dies führt sie in ein altes Hotel in der Stadt Wrenwood. Harter Tobak für Grace, denn dies ist der Ort, an dem 8 Jahre zuvor ihre Mutter ums Leben kam.
FBI-Agentin Grace ist die neue Protagonistin

FBI-Agentin Grace ist die neue Protagonistin

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Dennoch überwindet sich Grace und begibt sich in das in die Jahre gekommene Hotel. Aber Anstatt Hinweise auf die Ursache der rätselhaften Tode findet sie lediglich weitere schockierende Umstände. Erst wird sie von einem Polizeibeamten attackiert und letztendlich von einem mysteriösen Mann ausgeknockt und entführt.
Die Grafik bietet unter anderem großartige Umgebungen

Die Grafik bietet unter anderem großartige Umgebungen

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Glücklicherweise ist Leon S. Kennedy, seines Zeichens Protagonist von Resident Evil 2 und 4 in der Nähe, da er bereits auf der Spur von Graces Entführer war. Hierbei handelt es sich um Victor Gideon, einen Wissenschaftler mit tiefen Verbindungen zur Umbrella Corporation, die durch ihre Biowaffen-Experimente am Zombie-Ausbruch von Racoon City Schuld waren. Leider halten genau solche Zombies Leon aber auf, und Gideon kann entkommen. Allerdings führt dessen Spur Leon anschließend in eine Klinik, welche erst vor kurzem von diesem erworben wurde.

Survival trifft auf Zombie-Action

Und von hier an verheiratet, Resident Evil Requiem, die beiden ungleichen Charaktere. Auf der einen Seite habt ihr die ängstliche Grace, die aufgrund ihrer FBI-Ausbildung zwar Schusswaffen bedienen kann, aber nervlich eher dünn aufgestellt ist, und Leon, welcher bereits ein Veteran im Kampf gegen Zombies, Monster und andere absurden Wesen ist.
Die beiden Protagonist:innen wechseln sich in ihren spielerischen Passagen dabei ab und spiegeln die Dualität ihrer Wesenszüge auch in ihrem Gameplay wider. Seid ihr als Grace unterwegs, ist Vorsicht geboten. Das Spielgefühl erinnert an klassische Teile der Resident Evil-Reihe: Ressourcen sind knapp, Gegner sind überwältigend und der Fokus liegt auf Erkunden, Überleben und dem Lösen kleinerer Rätsel.
Grace steuert ihr standardmäßig aus der Ego-Sicht

Grace steuert ihr standardmäßig aus der Ego-Sicht

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Das Spieltempo ist hier eher bedächtig. Schritte wollen wohl überlegt sein und Konfrontationen mit Gegnern erfordern ein höheres Maß an Planung. Im Optimalfall umgeht ihr Feinde komplett.
Leon hingegen ist wesentlich Action-orientierter unterwegs. Gegner stellen hier immer noch eine Bedrohung dar, aber primär aufgrund ihrer Anzahl. Solltet ihr das zuletzt erschienene Resident Evil 4 Remake (oder das Original) gespielt haben, wisst ihr hier ungefähr, was euch erwartet.
Leons Gameplay stützt sich mehr auf Action

Leons Gameplay stützt sich mehr auf Action

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Standardmäßig spielt ihr Grace dabei aus der Ego-Perspektive und Leon aus der 3rd-Person-Ansicht. Optional könnt ihr das auch für jeden der beiden Charaktere anpassen. Für das vorgesehene Spielgefühl werden allerdings diese Einstellung vorgeschlagen.
Grace ist auch in der 3rd-Person-Ansicht spielbar

Grace ist auch in der 3rd-Person-Ansicht spielbar

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Es ist spannend, wie Resident Evil Requiem damit nicht nur spielerisch, sondern auch in der Präsentation die unterschiedlichen Aspekte der Reihe kombiniert. Gerade die beiden direkten Vorgänger, Resident Evil 7 und Village, orientieren sich von ihrem Pacing und der Grundstimmung wesentlich mehr an den ersten Teilen der Serie und nutzen - wie die Grace-Passagen - eine First-Person-Perspektive. Mit Resident Evil 4 kam dann zum ersten Mal die dynamische Über-die-Schulter-Ansicht, die man auch in Requiem mit Leon erlebt.
Leon geht zur Not auch auf Tuchfühlung

Leon geht zur Not auch auf Tuchfühlung

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Heimlicher S.T.A.R.: Das Level-Design

Doch nicht nur in Sachen Charakteren bietet Resident Evil Requiem Abwechslung. Auch die Areale, in denen ihr euch bewegt, werden nicht langweilig. Unter anderem weil sich teilweise dynamisch verändern. Zuvor sichere Gänge werden nun von patrouillierenden Gegnern bewacht und zuvor verschlossene Türen öffnen euch weitere Schleichwege. Gerade in der Rolle von Grace entsteht hier ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel.
Vor großen Feinden solltet ihr besser fliehen

Vor großen Feinden solltet ihr besser fliehen

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Glücklicherweise setzt der Titel dabei nicht übermäßig oft auf gefährliche “Jäger”, wie Mister X aus Resident Evil 2. Zwar werdet ihr zu Beginn mit einem solchen Gegner-Typ konfrontiert, das Spiel nutzt diese Mechanik allerdings mit Bedacht.
Dennoch wird euch stetig die Unruhe im Nacken sitzen. Das merkt man vor allem, wenn man in Ruhe die Räume der unterschiedlichen Gebiete erkunden möchte. Hier gibt es oft einiges zu finden. Vor allem aber auch Dinge, die man nicht auf den ersten Blick erkennt. Schön ist dabei, dass die Karte des Spiels dabei nicht alles verrät. Sie zeigt nun nicht mehr an, wenn ein Raum komplett geplündert wurde.
In Sachen Gegenstände bietet Resident Evil Requiem einen Mix aus Tradition und neuen Ansätzen. So ist das gewohnte Item-Management zurück. Eure Tasche bietet nur wenig Platz für Pick-Ups. Diesen könnt ihr zwar minimal erweitern, aber langfristig werdet ihr selektiv sein müssen und manche Gegenstände in eurer Lagerkiste abgelegen müssen. Dennoch werdet ihr nicht darum herum kommen, dass ihr bei einem eurer Erkundungstouren Items zurücklassen müsst, um diese zu einem späteren Zeitpunkt aufzusammeln.
Grace kann tödliche Injektionen herstellen

Grace kann tödliche Injektionen herstellen

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Gegenstände können auch wieder kombiniert werden, um neue Items zu generieren. Zum Beispiel die klassischen grünen Kräuter, die eure Wunden heilen. Aber auch Munition oder andere nützliche Dinge könnt ihr mit dem neuen Crafting-System herstellen. Unter anderem eine Injektion, mit der Grace Gegner nicht nur auf er Stelle ausschalten kann, sondern auch verhindert, dass diese jemals wieder aufstehen, da sie dadurch in die Luft fliegen. Auch hier liegt es an euch zu entscheiden, wie eure Ressourcen am besten genutzt werden. Requiem erwartet stetig Entscheidungen von seinen Spieler:innen, die sich dann entscheidend auf den Fluß des weiteren Spielverlaufs auswirken. Einen Händler, wie zuletzt in Resident Evil Village, gibt es dieses Mal leider nicht.
Im Classic-Modus benötigt ihr Farbbänder, um zu speichern

Im Classic-Modus benötigt ihr Farbbänder, um zu speichern

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Jedoch feiert eine andere Mechanik eine Rückkehr: Entscheidet ihr euch bei der Wahl des Schwierigkeitsgrades für den Classic-Modus, müsst ihr mit Grace Farbbänder finden, um an Schreibmaschinen euer Spiel, abseits der Auto-Saves, speichern zu können. Dies kann gleich doppelt hinderlich sein, da diese Bänder ja auch einen Platz im Inventar belegen, solltet ihr diese mitführen wollen. Spielt ihr das Spiel im “modernen” Schwierigkeitsgrad, wird diese Hürde allerdings entfernt und ihr könnt die Speicherpunkt beliebig oft benutzen.

Unheimlich gute Technik

Technisch glänzt Resident Evil Requiem genau wie seine Vorgänger. Egal ob stimmungsvolle Umgebung, detailreiche Charaktermodelle oder die hervorragenden Animationen - optisch zieht Capcom hier erneut alle Register. Unterstrichen wird die visuelle Glanzleistung durch ein grandioses Sound-Design. Die Geräuschkulisse, vom zitternden Monolog von Grace, über das Schlürfen von Zombies oder deren unheimliche Sprachfetzen, sorgt durchgehend für Gänsehaut. Die Musik bleibt dabei immer stimmungsvoll im Hintergrund und untermalt die einzelnen Momente gekonnt.
Die Stimmung ist jederzeit nahezu perfekt

Die Stimmung ist jederzeit nahezu perfekt

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Spielerisch zeigt sich der Titel ebenfalls von der besten Seite. Die Episoden von Grace geben euch die komplette Ladung Survival-Horror. Übernehmt ihr zwischendurch dann die Kontrolle über Leon, könnt ihr euch einen actionreichen Befreiungsschlag gönnen, der auf seine eigene Weise für Adrenalin sorgt. Die Geschichte entfaltet sich dabei in einem angenehmen Tempo und bietet einen perfekten Mix aus mysteriösen Fragen und gleichermaßen befriedigenden Antworten. Sowohl für neue Spieler:innen als auch Kenner der Reihe - Resident Evil Requiem ist vermutlich eines der besten Ableger der gesamten Serie.