Bester Zugriff auf Stock und Ski.
© Hestra / Kent Malm
Freeskiing

Ski-Equipment 5/5: Der passende Handschuh

Ski & Stock, Schnallen & Schnee: Wir sagen Dir mit welchem Handschuh Du alles bestens im Griff hast.
Autor: Sissi Pärsch
4 min readPublished on
Skihandschuhe müssen schon einiges drauf haben. Sie müssen vor Kälte und Kanten schützen, die Wärme drinnen, die Nässe draußen halten und beim Hantieren so wenig wie möglich stören. Hier ein Blick auf was es ankommt, was es gibt und was wer braucht.

Trocken & Warm

In Sachen Wetterschutz setzen die meisten hochwertigen Handschuhe auf die 100% wind- und wasserdichten Gore-Tex Membranen. Zur Isolierung kommen die unterschiedlichsten Materialien zum Einsatz. Besonders gut und besonders beliebt ist die Kunstfaser Primaloft. Daune-Modelle findet man bei Skihandschuhen inzwischen seltener, dafür stößt man häufiger auf zwei andere Naturmaterialien als Isolationsschicht: Merinowolle und Swisswool (Schurwolle von Schweizer Schafbauern) werden zum Beispiel von Hestra und Ortovox gerne eingesetzt. Auf der Innenseite wärmt zumeist ein Fleecefutter.
Wichtig: Gute Trageeigenschaften...

Wichtig: Gute Trageeigenschaften...

© Black Diamond

Robust & Geschmeidig

Das Außenmaterial sollte so robust und strapazierfähig wie möglich sein. Immerhin hat man nicht nur Kontakt zu softem Powder, sondern gern auch zu Eis, Fels und vor allem Kanten. Es wird deshalb gerne Leder (meist Ziege oder Rind) eingesetzt, das auch sehr wasserundurchlässig ist. Wer die Vorstellung hat, dass robuste Lederhandschuhe starr und unbiegsam sind, sollte dringend mal die neuen Generationen befühlen: Die aktuellen Modelle der Handschuhspezialisten (wie im Skibereich Hestra, Reusch, Zanier oder Outdoormarken wie Arcteryx, Black Diamond, Ortovox) sind extrem weich. Natürlich kommen auch zahlreiche andere Materialien zum Einsatz, so unter anderem Softshell-Stoffe. Aber Vorsicht: Der Begriff Softshell ist nicht geschützt und wird deswegen inflationär verwendet – von Gore’s qualitativ hochwertigem Windstopper bis hin zur Discounter-Ware.
Als zusätzliche Verstärkungen setzt man abriebfeste Besätze aus Kevlar oder Cordura ein. Eine Polsterung am Handrücken empfiehlt sich durchaus, allerdings muss es nicht gleich die harte Variante von Race-Modellen sein, die auf den Kampf mit dem Stangenwald ausgerichtet sind.
Dünn von Arcteryx. Dick von Reusch.

Dünn von Arcteryx. Dick von Reusch.

© Arcteryx / Reusch

Fingerfertig

Nun ist es gut, wenn man warme Finger hat, aber gleichzeitig sollte man mit dem Handschuh auch noch Dinge erledigen können: Helm schließen, Skischuhschnallen bedienen, Jacke aufmachen... Wenn man als Freerider dann vielleicht auch noch ab und an Kletterpassagen vor sich hat, ist die Taktilität besonders wichtig. Eine Sache, die man deshalb beim Kauf beachten sollte: Der Handschuh solle angenehm kompakt sitzen, da er sich beim Tragen noch ausweiten wird.
Außerdem sollte man sich die Anschaffung von Fäustlingen gut überlegen. Es gibt viele Fäustlingsverfechter. Er ist cool und er ist warm – aber eben auch unpraktisch beim Hantieren. Dicke, mit Daune gefütterte Fäustlinge eignen sich vielleicht für hochalpine Expeditionen, deshalb sind sie aber nicht unbedingt erste Wahl für den Skitag. Was sich allerdings anbietet: Mit dünnen Merino- oder Seidenfingerhandschuhen in den Fäustling schlüpfen. So hat man eine extra Wärmelage, die nicht wirklich stört und gleichzeitig ein wenig Schutz, wenn man den Fäustling ausziehen muss.

Varianten

Herausnehmbare Innenhandschuhe sind generell ein Thema. Für wen eine 2-in-1-Lösung in Frage kommt, findet die unterschiedlichsten Varianten: dünne Liner, dickere Fleece- und sogar leichte Soft-Shell-Modelle mit denen man in die Überhandschuhe schlüpft.
Fünf-Finger oder Lobster-Style von Black Diamond.

Fünf-Finger oder Lobster-Style von Black Diamond.

© Black Diamond

Eine besondere Konstruktion sind die so genannten Split Finger- oder Lobster-Modelle – eine Mischung aus Fingerhandschuh und Fäustling. Hier wird der Zeigefinger (und manchmal auch Zeige- und Mittelfinger) von den anderen Fingern getrennt. So kombiniert man die Wärmeleistung eines Fäustlings mit etwas mehr mehr Fingerfertigkeit.
Mein Lieblingshandschuh ist der Lobster-Handschuh. Er ist praktisch und hält schön warm.
Für alle, die besonders Frieren oder viel bei eisigen Temperaturen unterwegs sind, lohnen sich beheizbare Handschuhe. Bei dem Solano von Black Diamond zum Beispiel stecken die herausnehmbaren Lithium-Ionen-Akkus in einem wasserdichten Fach in der Manschette.

Details

Bringt uns zur Konstruktion der Manschette: Es ist wichtig zu bedenken, was man beim Skifahren für eine Jacke tragen wird. Lange Stulpen schützen zwar fast den gesamten Unterarm, aber in Kombination mit einer Hardshell-Jacke hat man doppeltes Material. Es nervt, wenn man die Ärmel entweder drüber zerren oder drunter stopfen muss. Mit einer eng anliegenden Softshell oder einer Isolationsjacke ist es eine perfekte Lösung. Den Bund der Hardshell-Jacke kann man wiederum gut über kompakt abschließende Neopren- und Gummimanschetten legen.
Praktisches: Gerade bei warmen Temperaturen – oder vielen Foto-Stops – sind Handschuhe mit elastischen Fangriemen praktisch. Hier schlüpft man einfach hinein und lässt den Handschuh am Handgelenk baumeln.
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