Oystein Braten riskiert nicht Kopf (und Kragen).
© Kyle Meyr / Red Bull Content Pool
Ski

Der richtige (Ski)Helm: Darauf musst du achten!

Eine Unachtsamkeit oder ein anderer Pistenteilnehmer, der die Kontrolle verliert, und schon kommt es zur Katastrophe. Schütze deinen Kopf – wir sagen dir, worauf du beim Helmkauf achten solltest.
Autor: Thomas Wernhart
4 min readPublished on
Früher galt es als uncool, wenn man mit Helm unterwegs war, heute haben die meisten Menschen eingesehen, dass es einfach Sinn macht, seinen Kopf beim Wintersport zu schützen. Über 52.000 verletzte Wintersportler pro Jahr sprechen eine deutliche Sprache. Man muss gar nicht selbst schuld sein, oft ist Fremdverschulden der Grund für schwere Verletzungen, also tu' alles dafür, um deine Tage am Berg möglichst sicher genießen zu können.

Die richtige Passform

Zu allererst solltest du deinen Kopfumfang wissen. Diesen misst du, indem du das Maßband über den Augenbrauen anlegst und über den Ohren rund um deinen Kopf misst. Die richtige Passform eines Helmes ist a) für die Sicherheit ausschlaggebend und b) für den Komfort wichtig.

Kopfumfang

Größe

51-52 cm

XXS

53-54 cm

XS

55-56 cm

S

57-58 cm

M

59-60 cm

L

61-62 cm

XL

63-64 cm

XXL

Der Helm sollte auch ohne Kinnriemen bereits gut sitzen. Mit leichten Kopfbewegungen wie Nicken und Schütteln kannst du testen, ob der Helm auch dort bleibt, wo er sein soll. Fange mit größeren Helmen an und arbeite dich dann immer weiter in Richtung deiner Größe. Zu klein sollte der Helm natürlich auch nicht sein, da Druckstellen mit der Zeit zu Schmerzen und Unbehagen führen. Wenn du deine Wahl getroffen hast, nimm dir die Zeit, um den Helm noch im Geschäft für einige Minuten zu tragen. So gehst du sicher, dass der Helm passt und nicht nach ein paar Minuten Schmerzen verursacht, Natürlich ist die Ästhetik auch nicht unwichtig, an erster Stelle steht jedoch die Sicherheit.

Bauweisen

Helm aufsetzen, anschnallen und los geht's!

Helm aufsetzen, anschnallen und los geht's!

© Mika Merikanto / Red Bull Content Pool

Der Hardshell-Helm besteht aus einer sehr harten, gespritzten Außenschale und der stoßabsorbierenden EPS-Schale innen. Für die Schale verwendet man meist so genannte Thermoplaste (Polycarbonat, ABS), bei hochtechnischen (und hochpreisigen) Modellen auch Fiberglas oder Carbon. Die Hardshells sind besonders stabil und bieten eine gute Belüftung, sind allerdings etwas schwerer.
Bei der Inmould-Variante hingegen wird das EPS (Expandiertes Polystrol) direkt in die Polycarbonat-Schale eingeschäumt. EPS verformt sich allerdings bei jedem Stoß und so setzen manche Hersteller inzwischen schon auf EPP (Expandiertes Polypropylene), das nach dem Aufprall wieder seine Urform annimmt.
Es gibt auch Mischformen. Bei den so genannten Hybriden z.B. kombiniert man die Hardshell-Bauweiseim oberen Helmbereich mit dem Inmould-Verfahren im unteren Helmteil.
Eine Technologie, von der man bei hochwertigen Helmen immer wieder hört ist MIPS, das Multi Directional Impact Protection System. Der Standardhelm wird so konzipiert, dass der vertikale Aufprall kompensiert wird. Bei einem schrägen Aufprallwinkel fallen die einwirkenden Stoßkräfte aber anders aus. Bei MIPS wird unter der Außenschale eine weitere Schicht integriert, die sich unabhängig voneinander verschieben können. So können auch Rotationskräfte minimiert werden.

Kinnband

Der Helm sollte in jeder Situation halten.

Der Helm sollte in jeder Situation halten.

© Blake Jorgenson/Red Bull Content Pool

Achte darauf, dass das Kinnband deines Skihelms durchgehend gepolstert ist und der Verschluss einfach zu bedienen ist – auch mit Handschuhen! Das Kinnband ist dann optimal eingestellt, wenn der Helm fest sitzt, die Atmung, das Schlucken oder andere Bewegungen nicht beeinträchtigt sind. Der Verschluss sollte, wie schon vorhin erwähnt, leicht zu schließen und zu öffnen sein. Im Geschäft solltest du das auch mit Handschuhen ausprobieren, damit du dann bei Wind & Wetter keine unangenehme Überraschung erlebst.

Brillenkompatibilität

Oystein Braten ganz safe bei den X Games Norway!

Oystein Braten ganz safe bei den X Games Norway!

© Kyle Meyr / Red Bull Content Pool

Beim Kauf eines neuen (Ski)helms solltest du auch daran denken, dass deine Brille in die Aussparung des Helmes passt und der Tragekomfort erhalten bleibt. Zwischen Brille und Helmrand sollte nur ein wenig Platz bleiben, damit du weiterhin vor Kälte und Wind geschützt bist. Helme haben außerdem einen Goggle Clip, zu deutsch eine Gurtbandhalterung, die verhindern soll, dass deine Brille verrutscht. Dieser Clip muss natürlich zur Breite des Brillenbandes passen.

Helm-Innenschale

Jérémie Heitz liebt Komfort - zumindest beim Helm!

Jérémie Heitz liebt Komfort - zumindest beim Helm!

© Mika Merikanto / Red Bull Content Pool

Die Polsterung der Helm-Innenschale ist kein unwichtiger Faktor beim Kauf eines neuen Helmes und Indikator für die Qualität. Die Polsterung sollte aus einem angenehmen Material gefertigt werden, und Feuchtigkeit sowie Schweiß wirkungsvoll absorbieren. Im besten Fall ist die Innenpolsterung herausnehmbar, sodass sie gewaschen werden kann. Manche Herstellern bieten die Möglichkeit, über die Polster eine Anpassung an die jeweilige Kopfform des Trägers zu erreichen.

Was trägt man unter dem Skihelm?

"Speed Queen" Lindsey Vonns Lebensversicherung.

"Speed Queen" Lindsey Vonns Lebensversicherung.

© Erich Spiess/ASP/Red Bull Content Pool

Hat man sich für einen Helm mit Polsterung und Ohrwärmern entschieden, braucht man in der Regel keinen weiteren Kälteschutz. Ist die Helm-Innenschale sehr einfach gehalten, kann man nach Bedarf auch eine (dünne) Mütze darunter tragen. Wichtig ist dabei, dass die Tragekomfort und Passform nicht eingeschränkt werden bzw. der Helm nicht zu stark verrutschen kann, da dies auch ein Sicherheitsrisiko mit sich bringt. Auch das Abdichten der Skibrille sollte von dem Layer unter dem Helm nicht beeinträchtigt werden.