Falls du glaubst, dass die Damenwelt nichts von Sidecuts oder Setback versteht und ein Board nur deshalb kauft, weil es schön anzusehen ist, dann hast du weit gefehlt.
Enni Rukajärvi zum Beispiel hat für VIMANA zwei Pro-Modelle designt und weiß wirklich alles, wenn es darum geht, wie Snowboards aufgebaut sind und worauf es schlussendlich ankommt. Wer also wäre besser dafür geeignet, dir zu erklären, wie du das perfekt auf deine Bedürfnisse abgestimmte Snowboard findest – völlig unabhängig vom Geschlecht?
Egal also ob du nun Mann oder Frau bist – mit dem Shopping-Guide von Rukajärvi holst du dir genau das Board nachhause, das du dir auch gewünscht hast.
Die Snowboard-Typen
Camber
Dieser Board-Typ ist vor allem dann zu empfehlen, wenn du dich weitestgehend auf klassische Pisten, Parks und Pipes beschränkst. Er eignet sich wunderbar für Drehungen, für schnelle Abfahrten und für Carving-Schwünge, da du die Kante auch auf Eis gut einsetzen kannst. Auch bei Sprüngen solltest du mit einem Camber-Board kaum Probleme haben, nur bei den Landungen ist etwas Übung und Feingefühl gefragt.
Flat
Flat-Boards arbeiten ziemlich ähnlich wie Camber-Boards: Die effektive Kante lässt sich ähnlich gut einsetzen, nur sind erstere etwas verspielter als letztere. Ein Camber bringt im Direktvergleich aber etwas mehr Pop mit.
Rocker/ Reverse Camber
Dieser Typ eignet sich vor allem für Anfänger, da es relativ einfach ist, Drehungen zu lernen. Auch die Kante fällt länger aus und greift damit nicht ganz so schnell. Sobald du aber die Basics beherrschst, ist es besser, wenn du auf ein Camber umsteigst, da du damit zum einen schneller bist und du zum anderen lernen kannst, wie du dich richtig drehst und wie du die Kante auch auf hartem Schnee wendiger einsetzt. Wenn du dich aber darauf beschränken willst, mit dem Board etwas herumzualbern, dann eignet sich ein Rocker hervorragend dafür – Jibben beispielsweise macht damit mordsmäßig Spaß.
Ich persönlich bevorzuge ein Flat-Rocker-Board, das zwischen den Bindungen abgeflacht, an Tail und Nose aber aufgebogen ist. Damit habe ich auch bei Drehungen einen guten Grip. Special-Powder-Rocker-Boards haben außerdem einen besseren Flow als Camber-Varianten.
Directional vs. Twin Tip – Worin liegt der Unterschied?
Directional
Diese Boards sind großartig, wenn du eher in Regular-Position und weniger Switch fährst. Auch bei viel Powder eignen sie sich gut, da die Nose bei dieser Variante etwas länger und breiter, das Tail zugleich etwas kürzer und schmaler ist. Mit einem Directional gleitest du durch den Tiefschnee und hast dabei jede Menge Fun.
Twin Tips
Twin Tip-Boards sind für Parks, Kicker und Rails am besten geeignet. Vor allem bei Switch-Tricks spielt dieser Typ eine wichtige Rolle, da sich das Board dadurch an beiden Enden gleich anfühlt.
Ist es wichtig, nach einem Board spezifisch für Männer oder für Frauen zu suchen?
Nicht wirklich. Der größte Unterschied liegt dabei in der Breite, die bei Boards für Männer größer ausfällt als bei solchen für Frauen.
Achte immer darauf, dass deine Schuhgröße mit dem Board zusammenpasst.
Deine Schuhe können zwar auf beiden Seiten etwas über die Kante des Boards ragen, nur sollte das nur bis zu einem gewissen Grad der Fall sein. Sobald deine Schuhe bei Kurven den Schnee berühren, brauchst du ein breiteres Board. Wenn deine Schuhe gar nicht über die Kante reichen, solltest du dir ein schmaleres Brett zulegen. Du solltest auch sichergehen, dass die Bindungen in der richtigen Position, deine Füße also mittig zwischen den Kanten platziert sind.
Wie finde ich die passende Länge?
Ein Richtwert dafür ist die eigene Körpergröße, denn die Länge des Boards sollte etwa 20cm darunter liegen. Falls du dich vor allem auf Rails versuchst, kann diese etwas kürzer, für Powder, Pisten oder die Pipe dafür etwas länger ausfallen. Ich bin 164,5 cm groß und mein Park-Board ist 147 cm, mein Rail-Board ist 143 cm und mein Pow-Board ist 149 cm lang.
Wie sehr beeinflusst die Steifheit mein Board?
Falls du schnell fahren willst, dann solltest du dir ein steiferes Board zulegen, da es ganz einfach stabiler ist. Weichere Boards sind besonders für Jibbing- und Slush-Sessions geeignet, da sie sich nicht so sehr in den Schnee eingraben.
Was sagt der Radius über das Board aus?
Der Radius sagt dir, wie schnell es sich dreht. Wenn du nach einem verspielteren Board für schnelle Drehungen suchst, solltest du eines mit einem kleineren Radius wählen. Wenn du eher auf längere und gleitendere Drehungen stehst, dann hol dir eines mit einem größeren Radius. Bei letzterem brauchst aber mehr Speed, um dich überhaupt drehen zu können. Es kommt dabei wirklich auf deinen Fahrstil an.
Was bedeutet Setback?
Setback beschreibt, wo genau zwischen Mitte und Tail die Bindungen positioniert sind. Falls du eher in Regular-Position fährst, kann der Setback relativ hoch ausfallen, was so viel bedeutet, dass die Bindungen weiter hinten in Richtung des Tails platziert sind. Damit kannst du etwas härter carven und dein Board besser durch den Powder gleiten lassen. Bei meinem Park-Board liegen die Bindungen eher mittig, ich habe aber dennoch 2cm Setback, also ist die Nose um 2cm länger als das Tail. Auf meinem Powder-Board habe ich mindestens 6cm Setback.
Was ist besser: Ein extrudierter oder ein gesinterter Belag?
Ganz klar der gesinterte! Billigere Boards haben einen solchen normalerweise nicht und brauchen deshalb mehr Wachs-Pflege. Mehr Geld für ein gesintertes Board auszulegen, macht sich am Ende aber echt bezahlt, da es vor allem dann hilfreich ist, wenn die Qualität des Schnees nicht mitspielt und es schwierig ist, Speed aufzubauen.
Noch ein letzter Tipp für einen glücklichen Shopping-Abschluss?
Am Ende gewöhnst du dich zwar an jedes Board, aber trotzdem macht alles um so viel mehr Spaß, wenn es deinem Fahrstil angepasst ist.
Probiere dich an verschiedenen Boards, sofern die Möglichkeit dazu besteht, bevor du Geld für etwas ausgibst, mit dem du nicht glücklich wirst. Am besten fängst du mit einem kleineren und weicheren Board an, sobald du aber besser wirst, solltest du dir ein ansprechenderes zulegen. Pass dein Equipment einfach deinen Skills an, dann kann nur wenig schiefgehen.





