Kauftipps Splitboard Bindungen
© Andi Spies / Shops 1st Try, Alpbachtal
Snowboarden

How-to: Das 1x1 der Splitboard-Bindungen

Wie beim normalen Snowboard ist eine gute Bindung auch beim Splitboard das A und O. Wir erklären dir, worauf du beim Kauf achten solltest und was die Unterschiede der gängigsten Systeme sind.
Autor: Andi Spies
4 min readPublished on
Die Bindung ist auf deinem Splitboard für eine optimale Kraftübertragung enorm wichtig. Es gibt verschiedene Systeme, die Komfort beim Aufsteigen und gute Boardkontrolle bei der Abfahrt versprechen. Hier sind die wichtigsten Fakten und Infos über Splitboard-Bindungen im Überblick:

Bestandteile der Splitboard-Bindung

Eine Splitboardbindung hat drei Bestandteile:
  1. Das Ride-Interface mitsamt den Verschlüssen zum Verbinden der beiden Boardhälften.
  2. Das Tour-Interface (zum Teil mit Aufstiegshilfe) an das die Bindung beim Aufstieg fixiert wird.
  3. Die Bindung (zum Teil mit integrierter Aufstiegshilfe).
Generell sollten die Elemente einer guten Splitboardbindung folgende Anforderungen erfüllen:
Im Aufstiegs- oder Touring-Mode:
  • Die Fixierung der Bindung sollte möglichst einfach funktionieren und schneeunempfindlich sein.
  • Zum Hiken ist es bequemer, wenn sich die Vorlage des Highbacks einfach auf 0° einstellen lässt. Noch komfortabler ist es, wenn sich die Highbacks noch weiter zurückstellen lassen.
  • Für den bequemen Aufstieg in steilerem Gelände sollte die Bindung (oder das Tour-Interface) mit eine Aufstiegshilfe ausgestattet sein. Durch die Aufstiegshilfe senkt sich deine Ferse nicht mehr bis auf die Boardhälfte ab. Im Idealfall kannst du die Aufstiegshilfe in zwei unterschiedlichen Höhen variieren.
  • Du wirst merken, dass ein Splitboard beim Traversieren auf festem Schnee weniger Kantenhalt bietet, als ein Ski. Deshalb wirst du häufig Harscheisen benötigen, die sich ohne große Fummelei am Tour-Interface befestigen lassen müssen.
  • Bonus #1: Bei hochwertigen Bindungen lässt sich die Ferse fixieren. So kannst du auch kurze Abfahrten sicher meistern.
  • Bonus #2: Ein Softboot und eine Softbindung bieten in der Regel wenig seitliche Stabilität. Guter Seitenhalt und direkte Kraftübertragung auf die Stahlkante sind aber gerade bei eisigen oder verharschten Traversen enorm wichtig. Die Bindungsfirma Karakoram hat deshalb das Flex Lock System entwickelt, welches die seitliche Stabilität des Boots in der Bindung erhöht.
Splitboard-Bindung von Spark mit integrierter Aufstiegshilfe

Splitboard-Bindung von Spark mit integrierter Aufstiegshilfe

© Andi Spies / Shops 1st Try, Alpbachtal

Im Abfahrts- oder Ride-Mode:
  • Der Umbau vom Touring in den Ride-Mode sollte mit wenigen Handgriffen auch mit kalten Fingern und bei eisigem Wind am Gipfel unkompliziert funktionieren. Je weniger Kleinteilig das System gearbeitet ist, desto besser.
  • Bindung und Interface müssen möglichst unempfindlich gegen Vereisung und Verstopfung der Fixierung durch Schnee sein. Auch hier sind Systeme mit möglichst einfacher Mechanik weniger anfällig.
  • Gleiches gilt für die Clips und Hooks zur Verbindung der beiden Splitboardhälften. Je weniger schnee- und eisanfällig diese sind desto besser.
  • Bonus: Systeme mit einer zentralen Bindungsfixierung (z.B. Union Bindings, Karakoram) beeinflussen den torsionalen Flex des Snowboards nicht und sorgen für ein unverfälschtes Fahrverhalten.
Highend Splitboard-Bindungen von Karakoram

Highend Splitboard-Bindungen von Karakoram

© Andi Spies / Shops 1st Try, Alpbachtal

Welche Bindung passt zu mir?

Wenn du heute in den Snowboardshop gehst oder auf den großen Online-Portalen nach Splitboard-Bindungen suchst, wirst du keine „schlechten“ Produkte finden. Es ist in jedem Fall empfehlenswert, sich im Shop die unterschiedlichen Typen und Systeme anzuschauen und die Handhabung selbst auszuprobieren. Im Wesentlichen unterscheiden sich die Bindungen hinsichtlich Preis, Gewicht, Harscheisenfixierung, Kraftübertragung und Fahrfeeling. Schlussendlich musst du entscheiden, welche Faktoren für dich persönlich besonders wichtig sind.
Die günstigste Möglichkeit bietet die mittlerweile nur noch wenig verbreitete Voilé-Slider-Track. Mit dieser Platte und den entsprechenden Pucks kannst du deine herkömmliche Softbindung als Splitboard-Bindung verwenden.
Das mag für den Anfang gut funktionieren. Doch solch ein Set-up ist durch die Kombination von Slider-Platte und normaler Softbindung wesentlich schwer. Zudem stehst du auch höher auf dem Board, was das Boardfeeling weniger direkt macht.
Praktisch: Für viele Splitboard-Bindungen gibt es Interfaces, mit denen du die Bindung auch auf deinem normalen Snowboard verwenden kannst. Somit lohnt sich die Investition in eine vollwertige Splitboard-Bindung allemal. Einsteigerbindungen gibt es ab rund 300 Euro. Für eine ultraleichte Highend-Bindung aus Karbon musst du über 750 Euro investieren.

Vor dem Kaufen: Testen!

Camps und Tests sind immer eine gute Möglichkeit die verschiedenen Systeme selbst auszuprobieren. Splitboads Europe veranstaltet seit über 15 Jahren Testcamps bei denen Boards und Bindungen der führenden Hersteller ausprobiert werden können.
Auch das Split & Relax Festival oder das Splitboard Festival sind eine gute Gelegenheit um dich umfassend zu Informieren und die verschiedenen Produkte selbst in der Praxis zu testen.