Eine Katze sitzt auf einer Kiste. Im Hintergrund sind bunte Lichter und ein Roboter zu sehen, welcher einen Bildschirm als Gesicht hat
© BlueTwelve Studio
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Süße Katze in düsterer Zukunft - Das kann Stray

Cyberpunk einmal anders. Wer die dystopische Zukunft einmal aus der Perspektive einer Katze erleben möchte, ist bei Stray genau richtig.
Autor: Matthias Regge (@PrinnyTonic)
5 min readPublished on
Wenn man an Cyberpunk denkt, fallen einem im ersten Moment Spiele wie Deus Ex, Shadowrun oder - logischerweise - Cyberpunk 2047 ein. In Stray seid ihr aber kein aufgemotzter Mensch voller technischer Verbesserungen, ihr verbringt eure Zeit auch nicht damit in den Cyberspace einzudringen und System zu hacken. Entwickler BlueTwelve Studio vermittelt die finstere Zukunft der Menschheit aus einem ganz anderen Blickwinkel: Aus der Sicht einer samtpfotigen Fellnase.
Stray - Die Fakten
  1. Genre

    Adventure

  2. Release am

    19.07.2022

Wunderschöne Spuren der Apokalypse

Ihr übernehmt in Stray also die Rolle einer niedlichen Katze, die ein unbeschwertes Leben in einer Welt führt, in der die Menschheit schon längst Geschichte ist. Die einzigen Erinnerungen an die Zeit, in der Menschen noch die Welt bevölkert haben sind die Ruinen ihrer vergangenen Zivilisation, und die Vielzahl an humanoiden Robotern, welche noch in diesen zu finden sind.
Zu Beginn des Spiels stürzt der tierische Protagonist in eine Schlucht und landet in der düsteren Unterwelt. Hier dominiert Dunkelheit, durchstoßen von grellem Neonlicht und die metallenen Geräusch seiner maschinellen Bewohner. Euer Ziel: Dem Untergrund entkommen und zurück zur Oberfläche gelangen.

Das Original Red Bull

Red Bull Energy Drink

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Die Spielwelt von Stray präsentiert sich hier von der typischen, düsteren Cyberpunk-Seite: Enge Gassen mit heller Reklame erinnern ein wenig an asiatische Städte, wie Tokyo. Ein spannender Aspekt des Spiels ist es, wie die Örtlichkeiten, die ihr durchstreift, das Interesse daran wecken, wie das Leben hier aussah, bevor die Menschen nicht mehr ihre Bewohner waren. Wände hängen voll mit Plakaten und Street Art. Ein melancholischer, dystopischer Look, der eine ganz besondere Atmosphäre vermittelt.
Eine Katze steht auf einer dunklen Straße, die von mehreren hell leuchtenden Schildern und Neon-Reklame belichtet wird.

Die Spielwelt von Stray erinnert an asiatische Großstädte

© BlueTwelve Studio

Aber Street Art wird nicht immer als etwas gesehen, was - auf seine eigene Art - eine Gegend optisch aufwertet. Die Red Bull-Dokumentation über Street Art in Los Angeles befasst sich hier mit einer zentralen Frage: Kreativ oder kriminell?

Katzen-Simulator 2022

Spielerisch setzt Stray vor allem auf Erkundung. Als Katze seid ihr natürlich besonders agil unterwegs. Es wird ohne Probleme auf dünnen Balken balanciert und Wände erklommen. Allerdings sind diese Action-Elemente lediglich Kontext-sensitiv. Jederzeit Springen oder Klettern dürft ihr leider nicht. Alle Interaktionen werden durch Button-Prompts ausgeführt. Das ist zwar etwas schade, da die Spielwelt aber interessant gestaltet ist, wertet dies das Entdeckergefühl nicht ab.
Doch Stray bietet euch noch mehr Katzen-Gameplay als nur das herumstromern durch Gassen. Per Interkationsknopf stoßt ihr Gegenstände um, kratzt an Polstermöbeln oder gebt per Tastendruck ein niedliches Miauen von euch. Das alles klingt natürlich wie eine reine Spielerei, ist aber häufig wichtig, um kleinere Puzzles zu lösen. Gleichzeitig ist es diese Liebe zum Detail, welche Katzenfreunden das Herz aufgehen lassen. Selbst wenn man kein großer Fan der schnurrenden Stubentiger seid, ist es schwer dem Charme von Stray zu widerstehen.
Eine Katze läuft über ein Rohr, hoch über metallenen Slums

Simple Katzen-Dinge: Ihr balanciert unbeschwert in luftiger Höhe

© BlueTwelve Studio

Allerdings bietet Stray natürlich mehr als nur niedliche Katzereien. Im Laufe eurer Reise erlebt ihr den Untergrund und seine robotischen Einwohner. Diese scheinen das Leben Menschen, welche sie überlebt haben so gut es geht simulieren zu wollen. Sie sind haben ihre KI so weiterentwickelt, dass sie im Grunde einen eigenen Willen erleben. Natürlich reagiert hier nicht jeder maschinelle Überlebender gleich auf euch. Ein weiterer, großer Teil von Stray ist diese Interaktion mit den Robotern, welche euch über den Weg laufen.
Zu direkten Kämpfen kommt es nicht. An und wann müsst ihr vor einer Gefahrenquelle fliehen, oder euch durch ein Areal schleichen. Diese Sequenzen bieten zwar eine nette Abwechslung, stellen aber keine besonders große Herausforderung dar. Es ist offensichtlich, dass der Fokus der Entwickler nicht auf diesen Aspekten von Stray lag.
Eine Katze flieht vor einem Schwarm schleimiger Zecken

Flucht vor den Zurks: Die Zecken-Wesen machen Jagt auf euch.

© BlueTwelve Studio

Solltet ihr euch selbst als Ziel setzen wollen mit Katzenartigen Reflexen durch Gassen und Straßen zu rennen, dabei ohne Probleme Wände und Hindernisse zu erklimmen, dann solltet ihr euch das ABC des Parkours ansehen. Die Sportart ist perfekt für jeden, der mit hoher Agilität durch die Welt flitzen möchte.

27 Min

ABC of... Parkour

Lerne die Sprache, die Moves und die Magie hinter dieser Kunst des Rennens und Springens durch natürliches und urbanes Terrain kennen.

Die Spielwelt als weiterer Hauptcharakter

Stray macht eine Sache besonders gut: Es schafft es seine Welt als einen weiteren Charakter zu präsentieren. Etwas, was leider sehr wenig Spiele auf diesem Niveau vollbringen. Denn spielerisch ist der Titel verhältnismäßig flach. Natürlich erwarten euch einige Plattform-Puzzle, wer aber auf packende Kletter-Action gesetzt hat, wird enttäuscht. Allerdings gleicht das Spiel all das damit aus, dass man in den fünf bis zehn Spielstunden massiv in dessen Spielwelt eintaucht. Die Liebe zum Detail, wenn es um die Interaktion zwischen Paw-tagonist und Umgebung geht, machen diese noch wesentlich greifbarer.
Eine Katze sitzt auf dem Bar-Hocker einer kleinen Kneipe. Sowohl der Bar-Keeper als auch die Gäste sind Roboter.

Die Spielwelt von Stray steckt voller interessanter Orte

© BlueTwelve Studio

Damit ist Stray ein perfektes Beispiel dafür, dass Spiele wesentlich mehr sein können. Gefühlt gibt es jedes Jahr einen Titel dieser Art, welcher einen auf eine solche Weise abholen kann. In der Vergangenheit fallen hier Titel wie Into the Wilds oder The Artful Escape ein. Böse Zungen nennen diese Art von Spiel gerne einen “Walking Simulator”. Wenn eine Welt so viel Stil und Charakter aufzeigt, ist es dennoch eine Freude, einfach in dieser herum zu spazieren.
Das Stray wunderschön aussieht und toll klingt hilft hier natürlich ungemein. Die Animationen eurer Katze sind herrlich anzusehen und es ist oft schwer nicht wegen vieler putziger Details grinsen zu müssen. Mit seiner Spielzeit von bis zu zehn Stunden könnte der Titel einigen etwas zu kurz sein. Diese Zeit steckt allerdings voller Gefühl und spannender Erkundung. Damit bietet Stray eventuell auch das perfekte Maß an Entschleunigung zwischen einigen Spielen, die wesentlich mehr Action liefern. Man muss sich aber auf das ruhige Tempo des Titels einlassen können. Wer das tut wird mit einem atmosphärisch dichtem Abenteuer belohnt. Für Katzenliebhaber ist das Game ohnehin ein Muss. Stray ist die perfekte Katzen-Simulation.

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2 Staffeln · 12 Folgen
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