Ja, keine Frage: Biohacking liegt stark im Trend – dementsprechend gibt es auch immer mehr Bücher, die sich mit dem Thema beschäftigen. Manche plakativer, manche subtiler – jedoch ist nicht alles, was da so publiziert wird, der Rede, geschweige denn des Lesens wert. Oft werden in den einschlägigen Communities ein paar halbwegs clevere Fragen gestellt, wie etwa „Womit hast du deinen Schlaf am effektivsten verbessert?“, und … schwups … ist ein „Buch“ zusammengeschustert und auf Amazon gestellt. Schließlich sind die Basics im Internet zu finden, und auch wir haben in der Vergangenheit einiges an Content kostenlos bereitgestellt.
Wie eigentlich immer, ist diese Auswahl stark subjektiv. Einige Autoren haben meinen Weg beeinflusst, ohne dass ich sie je getroffen habe, andere sind Freunde oder zumindest Bekannte. Vor einer Autorin habe ich sogar ein bisschen Angst … Ach ja, und ich selbst finde mich mittlerweile selbst in dieser Liste: Feedback sehr gerne erwünscht.
DEUTSCH
01
„Der 4-Stunden-Körper“ - Tim Ferriss
Das Buch muss auf die Liste, da es meine „Einstiegsdroge“ war. Trotzdem eines gleich vorneweg: eine überarbeitete Ausgabe des Klassikers von Tim Ferriss wäre dringend angebracht. Schließlich ist das Buch inzwischen zehn Jahre alt. Aber vieles, was Tim damals getestet hat, erreicht gerade erst den Mainstream-Biohacker, und auch die humorvolle Art, in der Tim über seine Experimente berichtet, ist immer noch lesenswert. Leider ist Tim inzwischen aus dem Thema etwas herausgewachsen, aber als Tony Stark der Biohacker finde ich Iron Tim immer noch sehr inspirierend.
02
„Better Body – Better Brain“ - Anja Leitz
Ich bin mir nicht sicher, ob ich vor Anja Angst habe oder nur großen Respekt. Anja weiß unheimlich viel, ihr Buch ist gespickt mit tollen Ideen und ja, Absolutheit. Wer keine Lust hat, auf der zahlungspflichtigen Plattform Patreon Mitglied zu werden, um sich mit Frontalprediger Jack Kruse zu beschäftigen (was ich verstehe), aber trotzdem in die Welt der Mitochondrien eintauchen möchte, verstehen will, warum Kälte, Licht und gute Fette essenziell für uns sind, der ist bei Anja richtig. Mit ihrem „Haus Steinfels“ in der Schweiz hat sie im ersten Biohacker-Hotel im deutschsprachigen Raum ihre Theorien in die Praxis umgesetzt. Beim Thema (fast täglich) Seefisch habe ich eine andere Meinung, aber das sage ich ihr lieber nicht.
03
„Der tägliche Biohacker“ - Max Gotzler
Aktuell gibt es drei Bücher, die bei mir im Wohnzimmer auf dem Couchtisch liegen. Das oberste ist „Der tägliche Biohacker“ von – wie könnte es anders sein – Schwiegermutters Liebling, Max Gotzler. Der Vorteil an diesem Buch: die in sich geschlossenen Episoden sind sehr unterhaltsam, schnell zu lesen und Wissen daraus eignet sich hervorragend als Gesprächsstoff, wenn man Freunde oder Bekannte vorsichtig an Ideen aus dem Biohacking heranführen will. Dabei spannt Max den Bogen von Selbsterlebtem hin zur Nacherzählung von Anekdoten aus der Vergangenheit mit unterhaltsamer aber informativer Leichtigkeit. Anders als sein Erstlingswerk, der sehr konkrete Ratgeber „Biohacking – Optimiere dich selbst“, ist „Der tägliche Biohacker“ als Lektüre auch für nicht-biohackende Schwiegermütter nachweislich unterhaltsam.
04
„Viel Erfolg beim Misserfolg“ - Stefan Wagner
Gäbe es bei der Spiegel-Bestsellerliste die Kategorie Business-Biohackingbücher, dieser Titel wäre dauerhaft die Nummer Eins. Aber auch so braucht sich das Werk von meinem Kollegen und Freund Stefan Wagner, der als „Der optimierte Wagner“ schon seit geraumer Zeit das Thema Biohacking bei Carpe Diem ins Rampenlicht rückt, nicht zu verstecken. Als erfahrener Werber und Mentor kombiniert Stefan in seiner Anleitung Biohacking mit grundlegenden Fragen rund ums Business und hilft damit enorm bei der (beruflichen) Selbstfindung. Geboren aus der Beratungspraxis im erfolgreichen Agenturgeschäft ist dieses Buch ein richtig gutes Werkzeug zur Nabelbeschau. Wichtig: Anders als die Clowns, die meinen, dass „Why, How und What“ die Essenz jeder Geschäftsidee sein müssten, hilft Stefan mit seinem Buch Start-ups, Steckengebliebenen und Wiederauferstehenden eloquent und witzig auf die Bahn.
05
„Biohacking: 22 geniale Wege zu deinem besten Ich“ - Nico Airone
Zugegeben, der Titel hätte dringend noch ein paar Superlative verdient – aber trotzdem gefällt mir das Buch von Nico. Er beschäftigt sich seit einigen Jahren als Autor und Trainer mit der Materie, und das tut dem Buch gut. Gerade Interessierte, die sich (noch) nicht mit dem Label Biohacking identifizieren, finden darin fundiertes Wissen rund um Schlaf, Training, Ernährung und mehr. Nico hat das Potential zu einer Identifikationsfigur für die junge „Hin–Zu“ Generation zu werden, die sich nach mehr Power und Leistungsfähigkeit schon in jungen Jahren sehnt.
06
„Biohacking für Sportler“ – Andreas Breitfeld
Man möchte es kaum glauben, der deutsche Sprachraum ist um ein Biohacking-Buch reicher. Ob es gut ist, müssen in diesem Fall besser andere beurteilen, denn es ist meines. In „Biohacking für Sportler“ versuche ich etwas System ins Biohacking zu bringen und stelle die Fragen nach dem „Was“, „Wann“ und vor allem dem „Warum“ in den Mittelpunkt – was gerade bei technischen Gadgets einen aus meiner Sicht lange vermissten Punkt abdeckt. Denn letztendlich soll ja jede Maßnahme einem bestimmten Zweck dienen ... und gerade im Sport entscheidet da bestenfalls das „Warum“.
ENGLISCH
Auch wenn es seltsam erscheint, manche Biohacking-Bücher muss man tatsächlich auf Englisch lesen. Einerseits gibt es (noch) nicht alle Titel auf Deutsch, zudem ist die englische Fassung teilweise einfach besser zu lesen.
07
„Biohacker’s Handbook“ - Jaakko Halmetoja, Dr. Olli Sovijärvi, Teemu Arina
Das Buch ist nicht nur ob der beachtlichen Größe das Highlight auf meinem Couchtisch und verbindet einen hohen ästhetischen Anspruch mit wertvollen Inhalten für Einsteiger und Fortgeschrittene. Das Autoren-Trio verbindet Wissenschaft mit Lifestyle und lässt fast kein Thema unbearbeitet. Mit Sicherheit eines der Bücher, bei denen die digitale Version dem Old-School-Buch niemals das Wasser reichen könnte. Aufgrund der liebevollen Gestaltung und der mit wissenschaftlicher Sorgfalt zusammengetragenen Inhalte ein guter Beweis, wie wichtig die Finnen für die Biohacking-Bewegung sind. Für eingefleischte Biohacker und alle, die es werden wollen, ein It-Piece.
08
„Boundless“ - Ben Greenfield
Das Buch des gerade bekanntesten Biohackers: „Boundless“ von Ben Greenfield
© Victory Belt Publishing
Das mittlere Buch auf meinem Couchtisch. Nicht so easy zu lesen wie „Der tägliche Biohacker“ und weniger Illustriert als das „Biohacker’s Handbook“ hat Ben mit „Boundless“ einfach mal alles zum Thema Biohacking in ein Buch gepackt. Aufgrund des Umfangs des Materials war es selbst bei diesem Telefonbuch nicht möglich, alles abzudecken, und so reißt Ben manches Thema nur an, dank digitalem Bonus-Content (ich habe das Buch auch als Digital-Version) bleiben dennoch nur wenige Fragen offen.
09
„Metabolic Autophagy“ - Siim Land
Obwohl ich mir eigentlich vorgenommen habe, kein Buch zum Thema Ernährung auf die Liste zu setzen, hat es sich Siim einfach verdient. Der Este ist ziemlich jung und ziemlich schlau. Und sein Buch erklärt alles vom intermittierenden Fasten bis hin zu metabolischer Flexibilität und Training besser als die Werke vieler deutlich erfahrener Autoren. Da Siim auf seinem Youtube-Channel dazu neigt, etwas schnell und hektisch zu sprechen, ist es außerdem richtig erholsam, ihn mal zu lesen. Dringende Kaufempfehlung für alle, die beim Thema Ernährung unter die Oberfläche gehen wollen.