Not macht erfinderisch. Nachdem die Formel 1 im ersten Halbjahr 2020 unfreiwillig pausieren musste, übersiedelten die Rennen in die virtuelle Welt. Die Fans bekamen dort ebenso ungewöhnliche wie unterhaltsame Starterfelder geboten: Formel-1-Stars wie Alex Albon von Red Bull Racing oder Ferraris Charles Leclerc trafen auf Gegner wie Englands Cricket-Held Ben Stokes oder Sergio Agüero, den argentinischen Stürmer von Manchester City.
Um diese hochkarätige Mischung von Esports-Amateuren auf die Gaming-Herausforderung vorzubereiten, war ein intensives Coaching von Gaming-Pros nötig. Einer von ihnen war der Deutsche Marcel Kiefer, der dem Red Bull Esports-Team seit heuer angehört. Von Alex Albon, dem er in Windeseile die Streaming-Plattform Twitch einrichtete und ein paar Basics beibrachte, bekam er gleich einmal den Spitznamen „der Techniker“.
Zur Veröffentlichung von „F1 2020“, der brandneuen Version des Formel-1-Games, verrät uns Kiefer jene Kniffe, die er auch seinen berühmten Schützlingen mitgegeben hat.
Starte sanft
„Wenn die Startampel auf Grün schaltet, widerstehe dem Impuls, voll aufs Gas zu steigen“, rät Kiefer. „Drehen die Räder durch, verlierst du Haftung und ruinierst die Reifen.“ Die Drehzahl sollte zwischen 10.700 und 12.200 sein.
Lerne Kurven fahren
„Bei den meisten Leuten bricht am Anfang das Heck aus“, meint Kiefer und nennt Sergio Agüero als Beispiel. „Aber er hat schnell gelernt, dass man ein Formel-1-Auto nicht wie einen Lkw fährt.“ Wer zu viel einlenkt, untersteuert hingegen, das erhöht die Reifentemperaturen und macht dich langsamer.
Bleib hellwach
„Adrenalin lässt Piloten wie Alex Albon konzentriert bleiben.“ Wer diese Quelle nicht anzapfen kann, sollte eine Routine entwickeln, sagt Kiefer: „Lern die Brems-, Einlenk- und Beschleunigungspunkte auswendig, das hilft.“
Denk voraus
„Beim Überholen werden Rennen gewonnen. In der Formel 1 muss man dafür DRS aktivieren, um durch Flachstellen des Heckflügels den Luftwiderstand zu reduzieren – das geht, wenn man unter einer Sekunde hinter seinem Gegner ist. Dadurch ist es viel leichter zu überholen, besonders auf langen Geraden wie in Baku, Aserbaidschan.“
Weniger ist mehr
Für das Cockpit daheim rät Kiefer, auf ein anständiges Bremspedal mit guter Streckenrückmeldung zu achten. „Anfangs braucht man auch keinen eigenen Sitz – auch ich habe mit einem normalen Sessel angefangen“. Sein Tipp: „Mach keine Wissenschaft draus, Spielen soll in erster Linie Spaß machen!“
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