The Cure-Frontmann Robert Smith ist seinem (Musik-)Stil treu geblieben.
© Sam Rockman
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Good Hair Day

Zu ihrem 50-jährigen Dienst­jubiläum räumen The Cure zwei Grammys ab und gehen auf Europa-Tournee. Frontmann Robert Smith verrät uns seine ganz persönliche Playlist.
Autor: Marcel Anders
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Robert Smith auf seinen Gothic-Look und Düster-Sound zu reduzieren, wäre etwas kurz gegriffen. Der 66-Jährige mit der Strubbel­frisur, den knallroten Lippen und den kajal­umrandeten Augen ist keine Spaßbremse.
Im Gegenteil: Er steht auf Fußball, Bier und Rockmusik – wie er in seinen witzigen Interviews erklärt. Die melancholisch anmutenden Songs von The Cure sind Kult, über 30 Millionen Alben hat die Band in den vergangenen fünfzig Jahren verkauft, sie landeten Hits wie „The Lovecats", „Friday I’m in Love" oder „Lullaby"und füllen noch immer Stadien. Immer bewahrten sich The Cure ihre künstlerische Identität im und abseits des Mainstreams. Smith: „Von all den Dingen, die ich getan habe, ist alles nichts im Vergleich zu meinem Auftritt in der TV-Serie ‚South Park‘. Plötzlich war ich der coolste Onkel!”

Nick Drake - Time has told me

„Zu den Songs, die mich am meisten geprägt haben, ­zählen jene von Nick Drake – vor allem ‚Time Has Told Me’, ein Stück, das mich schon mein ganzes Leben lang begleitet. Die Stimme, die Art seines Spiels und die Einfachheit des Vortrags klingen so leicht, dabei ist der Song extrem schwierig. Wenn man das auch nur ansatzweise so hinbekommt, ist man ein verdammt guter Gitarrist."

Jimi Hendrix - Purple Haze

„Ich habe Jimi Hendrix immer geliebt. Als Kind wollte ich er sein – obwohl ich nichts über ihn wusste, nicht einmal, dass er schwarz war oder aus den USA kam. Später hing er als Poster im Zimmer meines ­älteren Bruders. Seine Songs zu hören, machte mir viel mehr Spaß, als mit kratziger Uniform in die Schule zu ­müssen. ‚Purple Haze’ zählt für mich zu den allerbesten Songs von Jimi Hendrix."

David Bowie - Life on Mars?

„Bowie war einer meiner großen Helden. Wenn es darum ging, Entscheidungen zu treffen, habe ich mich ­gefragt: ‚Was würde Bowie tun?’ ‚Life on Mars?’ ist mein absoluter Lieblingssong von ihm. Das Arrangement und die Performance sind einfach perfekt. Das gilt bis heute. Ich denke, die Musik, die du zwischen 13 und 17 hörst, prägt dich für immer. Viel besser kann Musik nicht sein!"

Talk Talk - Life's what you make it

„Ich bewundere, was diese Band geleistet hat – und fand sie immer gut, auch wenn ich das lange nicht zugeben konnte. Schließlich gehörte Talk Talk zur Konkurrenz. In der Branche ist es wichtig, zu glauben, du wärst besser als jeder andere. Sonst bleibst du auf der Strecke. Ich dachte also lange: ‚Die sind totaler Dreck.’ Dabei waren sie wahrscheinlich besser als wir – vor allem dieser Song."