Skiführerin Sabine Schipflinger in ihrem Revier: Powdern in Saalbach
© saalbach.com/Moritz Ablinger
Travel

Auf die sanfte Tour: Skitouren in Saalbach-Hinterglemm

Skitouren mit Liftunterstützung schonen Kräfte und das Zeitbudget. In Saalbach-Hinterglemm gelten sie als krönender Abschluss nach einem lässigen Tag auf der Piste.
Autor: Hannes Kropik
4 min readveröffentlicht am
Easy Touring ist eine feine Sache, sagt Sabine Schipflinger. Die 34-jährige Salzburgerin aus der Nachbargemeinde Viehhofen kennt den Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn seit frühester Kindheit, im Winter arbeitet sie hier als Skiführerin. „Mit Liftunterstützung gelingt der Einstieg ins Gelände ganz einfach. Du musst nicht den ganzen Tag unterwegs sein, um in den Genuss des Tourengehens zu kommen.“ Gerade in Saalbach bietet das abwechslungsreiche Gelände in Kombination mit einem Angebot von 70 Seilbahnen und Liften eine Vielzahl an Möglichkeiten, das Tourengehen für sich zu entdecken. „Eine sehr schöne, aber anspruchsvolle Tour“, erzählt Sabine, „führt von der Bergstation der Zwölferkogelbahn hinauf auf den Hohen Penhab.
Sabine Schipflinger kennt quasi jeden Hang im sogenannten „Home of Lässig“.
Sabine Schipflinger kennt quasi jeden Hang im sogenannten „Home of Lässig“.
Für die knapp 200 Höhenmeter mit einer Steigung von rund 30 Grad müssen geübte Tourengeher nicht viel mehr als eine Stunde einplanen. Neben einer soliden Kondition sind gewisse technische Fähigkeiten – etwa sicher Spitzkehren gehen zu können – in diesem Gelände dennoch Voraussetzung. Speziell, weil der gesamte Aufstieg kompakt und windverweht sein kann. „Du musst auf jeden Fall trittsicher sein. Bei Neuschnee kannst du aber gut stapfen oder den ansteigenden schmalen Rücken auch mit Tourenski super bewältigen.“
Wenn du weißt, wo du suchen musst, findest du immer unverspurte Hänge.
Skiführerin Sabine Schipflinger kennt die Region Saalbach-Hinterglemm seit frühester Kindheit.
Eine einfachere Alternative führt Rookies von Hinterglemm mit der Westgipfelbahn zum 2096 Meter hohen Westgipfel des Schattbergs und nach kurzer Abfahrt über einen breiteren Rücken in Richtung Stemmerkogel (2123 Meter). „Wichtig ist: nie allein ins freie Gelände gehen! Außerdem sollte man immer eine komplette Notfallausrüstung (LVS, Schaufel, Sonde, Biwaksack, Erste-Hilfe-Ausrüstung, Handy) dabeihaben. Trotzdem bleibt immer ein Restrisiko. Umso wichtiger ist es, sich über die aktuelle Lawinengefahr zu informieren.“
Sabine auf der Piste: Der Umstieg ins Unverspurte ist ganz leicht.
Sabine auf der Piste: Der Umstieg ins Unverspurte ist ganz leicht.
Spricht man im Skicircus von „Easy Touring“, ist etwa von einer Route von der Bernkogelbahn in Saalbach hinauf auf den 1740 Meter hohen Bernkogel die Rede. Von der Bergstation führt der Weg östlich zur Amsel-Abfahrt in Richtung Spielberghaus (1311 Meter), sagt die studierte Sportwissenschaftlerin. „Du querst praktisch einen breiten Hügel. Wenn die Schneebedingungen passen, brauchst du nicht einmal Felle an deinen Skiern.“ Für das „Home of Lässig“, als das Saalbach-Hinterglemm sich bezeichnet, spricht, „dass das Gelände hier sanfter als im hochalpinen Bereich ist. Und wenn du weißt, wo du suchen musst, findest du immer wieder unverspurte Hänge.“

Die Region

Der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn bietet in Salzburg und Tirol grenzüberschreitendes Pisten­vergnügen: 70 moderne Seilbahn- und Liftanlagen und 270 Abfahrtskilometer – davon 140 blaue, 112 rote und 18 schwarze. Mit der Alpin Card, die auch die Skigebiete Schmitten und Kitzsteinhorn umfasst, erweitert sich der Genuss auf 121 Bahnen und 408 Pistenkilometer.
Saalbach bei Nacht: Spaß im freien Gelände
Saalbach bei Nacht: Spaß im freien Gelände

Die 10 besten Tipps

  1. Einkehrschwung: Im Skicircus gibt es mehr als 60 gemütliche Hütten – von urig bis hip.
  2. Höhenflug: Im Freeride Park an der Muldenbahn in Leogang treffen einander zwei Trendsportarten: Freerider und Freestyler nutzen gemeinsam künstlich angelegte Hindernisse im Tiefschnee.
  3. Um die Wette: Bei der 24. Mountain Attack am 14. Januar versuchen mehr als 1000 Skibergsteiger aus aller Welt, sechs Gipfel und 3000 Höhenmeter so flott wie möglich zu meistern.
  4. Freeride-Weltklasse: Zwischen 15. und 20. März gastiert die Freeride World Tour am Fieberbrunner Wildseeloder.
  5. Bitte lächeln! An besonders schönen Aussichtspunkten mit traumhafter Bergkulisse liefern Photopoints – ausgelöst von der Liftkarte – perfekte Selfies.
  6. Ski in, Ski out: Herbergssuche leicht gemacht: Unterkünfte in Gehweite zur nächsten Liftstation oder Skipiste sind auf der Booking-Seite durch Gondel- oder Skifahrer-Icons gekennzeichnet.
  7. Gut zu Fuß: Keine Lust auf Action? Kein Problem! Im Skicircus gibt es 140 Kilometer Winterwanderwege und täglich zwei kostenlose geführte Wanderungen.
  8. Film ab! Auf den SkiMovie-Pisten in Hinterglemm und Leogang werden Hobby-Racer dank professionell produzierter Videos zu Leinwandhelden.
  9. Saalbach immer dabei: Die Saalbacher Mobile-App bietet neben anderen Innovationen einen Notfall-Button, der Hilfsmannschaften die genaue GPS-Position anzeigt.
  10. LVS: check! Für Freerider gibt es im Skicircus LVS-Checkpoints, am Schattberggipfel und Zillstattlift Testfelder für Lawinenverschüttetensuchgeräte.
Spuren ziehen: Tiefschneehänge findet man im Skicircus  Saalbach überall.
Spuren ziehen: Tiefschneehänge findet man im Skicircus Saalbach überall.