Music
Der Soundtrack von Voodoo Jürgens: Tanz die Rasierklinge
Scharfsinn und viel schwarzer Humor: So blickt Musiker Voodoo Jürgens auf das Leben. Das ist sein liebster Soundtrack dazu.
Konditor, Friedhofsgärtner, Komponist, Erzähler, Schauspieler, Maler – das sind die Stationen in Voodoo Jürgens Karriere. Für die Titelrolle im Kinofilm „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“ wurde der 42-Jährige aus dem niederösterreichischen Tulln sogar mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet. Drei Amadeus Music Awards bestätigen sein musikalisches Talent. Der Durchbruch gelang dem Mundart-Poeten 2016 mit „Heite grob ma Tote aus“. 2021 shakten wir zu seiner Single „Taunzn“. Die neue Single heißt „Vaschwindn“ – die erste Auskoppelung aus seinem im März beim Lotterlabel erschienenen vierten Studioalbum „Gschnas“, Wienerisch für „Kostümfest“. Auch das Artwork der Platte entspringt Voodoos Talent. Welche Alben der Künstler heute liebt und was ihm schon als Kind getaugt hat? Seht und hört!
Instagram: @voodoojuergens; Tickets und Merch auf voodoojuergens.com
Nirvana – Nevermind (1991)
„Die Kassette hat mir Mama in der 3. Klasse Volksschule geschenkt. Allerdings hat der Kassettenrekorder alles viel zu schnell abgespielt. Da bin ich erst später draufgekommen, dass Nirvana eigentlich gar nicht so wild klingt. Das war jedenfalls der Soundtrack zu meinem schulischen Autoritätsproblem. Die Lehrer wechselten oft, und es war ein bissl: ich gegen die Welt.“
The Velvet Underground – The Velvet Underground & Nico (1967)
„Das Cover wurde von Andy Warhol gestaltet, und die Musik hat sich wohltuend von der Flower-Power-Bewegung abgehoben. Ich war Fan! Als Lehrling habe ich mit einem Freund zu der Platte angefangen zu malen. Eine Art Safe Space und der Grundstein für die Lust am Malen. Meine Bilder habe ich später in Wien und Düsseldorf ausgestellt.“
Tom Waits – Swordfishtrombones (1983)
„Tom Waits ist ein konstante Inspirationsquelle. Der hat ja auch schauspielerische Ausflüge gemacht. Den Song ‚In the Neighborhood‘ hat Josef Hader mal in Mundart gecovert. Die Kombi aus schummriger Pianomusik und einer Stimme, die klingt, als hätte Tom Waits Rasierklingen verschluckt, taugt mir: kratzig und knurrend.“
Voodoo Jürgens – Gschnas (2026)
„Aktuell dreht sich auch mein neues Album ab und zu auf meinem Plattenteller. Diesmal hab ich den Prozess verändert und zuerst die Musik und dann erst die Texte geschrieben. Darüber sinniert hab ich beim Spazierengehen und erste Ideen ins Handy gesungen. Freunde lass ich nicht Probe hören, die Bandmitglieder geben eh ihren Senf dazu! Das reicht.“