Running
„Mit der App bist du Teil einer globalen Bewegung“
Raunz nicht, lauf: Ö3-Mikromann Tom Walek erklärt, wie gute Motivation geht und wie er dich beim Wings for Life World Run am 8. Mai persönlich anfeuert. Die App macht’s möglich!
Bekannt ist Tom Walek als Ö3-Mikromann. Als einer, der seine Mitbürger auf der Straße mit ausgefuchsten Fangfragen überrascht. Privat ist der Wiener ein leidenschaftlicher Sportler. Laufen, Berggehen, Kitesurfen, Skifahren, das geht immer. Gerne auch mal extremer: als Marathonläufer, 4-facher Ironman-Finisher und Sieger (im Team mit Hermann Maier) der Event-Doku „Der Wettlauf zum Südpol“ (2010).
Wie er sich zu seinen Abenteuern aufrafft? „Wahre Motivation kommt von innen“, meint Tom Walek – und schwört auf Training bei jeder Witterung, mit allzeitiger Bereitschaft. Für die Wings for Life World Run App gibt der 50-jährige Ausdauersportler motivierende Sprüche zum Besten, die dich während des Laufs am 8. Mai anfeuern.
THE RED BULLETIN: Tom, für viele Fans ist deine Stimme ein akustischer Energielieferant. Wie motivierst du dich eigentlich selbst?
TOM WALEK: Ich habe keinerlei Probleme, mich selbst zu motivieren, sei es im Alltag oder auch beim Ausdauersport. Das kann ich sofort und zu jeder Zeit, sogar um drei Uhr in der Früh! Und wenn mich am Abend ein Kollege fragt, ob ich morgen auf den Glockner mitgehen will, und ich habe Zeit, dann sage ich sofort und ohne zu zögern zu. Auch wenn das bedeutet, dass ich um zwei Uhr aufstehen muss – das ist mir dann wurscht.
Dinge, die du dir vornimmst, sofort machen!
Hast du denn gar keinen inneren Schweinehund?
Ich empfehle jedem, für sich selbst herauszufinden, wofür man sich gern selber motiviert. In meinem Fall fällt mir das sehr leicht: Ich laufe und bewege mich einfach sehr, sehr gerne. Würde mir hingegen jemand spontan vorschlagen, meine Steuererklärung hier und jetzt zu machen, würde ich wahrscheinlich sagen: „Geh, können wir das nicht auf morgen verschieben?“
Aber Laufen und Bewegung geht immer?
Genau. Vielleicht auch deshalb, weil ein Freund von mir von einem Auto erfasst wurde und seither im Rollstuhl sitzt. Seither bin ich für jeden Tag dankbar, an dem ich mich bewegen und gehen kann. Das Gehen ist ja auch die natürlichste Bewegungsform für uns Menschen, und es hält uns jung.
Wie motivierst du andere?
Wahre Motivation kommt von innen. Wenn ein Coach dir immer wieder vorsagt: „Mach was! Tu was!“, kann das für den Anfang hilfreich sein, aber irgendwann hast du es dann selbst in der Hand. Deshalb halte ich diese „intrinsische“ Motivation auf lange Sicht für die einzige, die wirklich zählt. Auch wichtig: eine gewisse Flexibilität und die spontane Bereitschaft, Spielräume offenzulassen – etwa die erwähnte Einladung auf den Großglockner. Dazu sollten wir jedoch die Regeln des Alltags nicht zu sehr in Stein meißeln.
Moderator Tom Walek motiviert sich und andere via App beim WFLWR 2021.
© Matthias Heschl for Wings for Life World Run
Welche Trainingstaktik kannst du an unsere Leser weitergeben?
Die Dinge, die du dir vornimmst – sofort machen! Wenn möglich, schon in der Früh und mit nüchternem Magen. Nichts vor sich herschieben und nicht sagen: „Moah, jetzt geht draußen gerade so der Wind, ich gehe später laufen.“ Also: keine bequemen Ausreden, außer du bist gerade krank oder verletzt.
Was muss ein Motivationsspruch haben, um nicht als leere Phrase rüberzukommen?
Sprüche zur Motivation sind so individuell wie der Musikgeschmack. Es muss zu einem selber passen. Wenn irgendwie möglich, dann sollte es ein Satz sein, der mit einer Emotion oder einer Erinnerung an einen Glücksmoment aufgeladen ist. Man sollte ihn schreien und jubeln dürfen. (Lacht.)
Für die App nimmst du Ansagen auf, die Läufer während des Wings for Life World Runs motivieren sollen. Dürfen wir um eine Kostprobe bitten?
Ich habe vor mir ein Blatt mit Ideen für ein paar Sprüche liegen, die anspornen und positiv bestätigen, aber auch über den eigenen Fortschritt informieren: „Wahnsinn, du bist schon vier Kilometer gelaufen!“, „Man wird Straßen nach dir benennen, du Rennmaschine!“, „Ganz großes Kino!“, oder „In diesem Moment erstellt gerade jemand einen Wikipedia-Eintrag über dich!“ Natürlich schreibt niemand einen Wikipedia-Eintrag über jemanden, der gerade zwölf Kilometer gelaufen ist, aber Humor kann eben auch beflügeln.
Wie findest du das Laufen mit der App? Erzähl uns von deiner Erfahrung damit!
Vor zwei Jahren bin ich zum ersten Mal unter Verwendung der App mitgelaufen. Durch die App hatte ich nie das Gefühl, für mich alleine zu laufen, sondern an einer großen Bewegung teilzunehmen, die weltweit stattfindet. Diese Audio Experience macht die App und damit den Lauf schon sehr speziell!
Was findest du an der App besonders gelungen?
Mir taugt zunächst, dass man im Hintergrund Musik streamen kann, und alle paar Kilometer feuert einen der Walek an, das finde ich schon mal super. (Lacht.) Dann finde ich auch gut, wie die Tracking-Funktion den eigenen Lauf aufzeichnet. Sehr originell und lustig ist auch das Catcher Car, das dich virtuell verfolgt und zum Schluss hin immer näher kommt.
Die Audio-Experience macht die App und den Lauf sehr speziell!
Wie oft hast du eigentlich schon am Lauf teilgenommen?
Ich glaube, insgesamt viermal. Ich war schon dabei, als der Wings for Life World Run noch in St. Pölten stattgefunden hat. Dazwischen habe ich das Wings for Life World Run Team immer aktiv unterstützt und vom Catcher Car aus moderiert.
Wo läufst du normalerweise?
Vor zwei Jahren war ich mit meiner Frau, meiner Tochter (7) und meinem Sohn (6) im Wohnmobil im Burgenland unterwegs und bin dann von Podersdorf eine Runde über den Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel gelaufen. Das waren 28 Kilometer in zwei Stunden, 19 Minuten.
Wie transportiert man das Smartphone am besten beim Laufen?
Ich bevorzuge einen ganz schmalen Laufrucksack mit Taschentüchern, Getränk und Gels. Ein Hüfttascherl, das sich an den unteren Rücken anschmiegt, geht auch. Alternativ gibt es die Lauf-Armbänder zum Transport des Smartphones, die halten bei mir aber nicht so richtig. Vielleicht liegt das aber daran, dass meine Oberarme zu dünn sind.
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