Wout Van Aert on the Col du Galibier during Stage 4 from Pinerolo (ITA) to Valloire (FRA) of the 111th Tour de France on July 2, 2024.
© Kristof Ramon/Red Bull Content Pool
Radsport

Tour de France 2025: Die Route, die einen kompletten Fahrer verlangt

Home Sweet Home - das härteste Straßenrennen der Welt spart an Trips in die Nachbarländer, aber nicht an Überraschungen für Primoz Roglic und Co.
Autor: Dominik Sander
6 min readUpdated on
Von Lille nach Paris, ganz ohne Trips ins Giro-Territorium oder andere Nachbarländer. Was nach einer relativ simplen Route für die Tour de France 2025 klingt, kann gewaltig täuschen. Noch immer stehen 3320 Kilometer und fünf Bergankünfte, darunter ein Solo-Ritt im Kampf gegen die Uhr, zwischen dem Peloton und der Tour d'Honneur - der Ehrenrunde auf der ikonischen Champs-Élysées. Und hatten wir das Mont Ventoux-Comeback schon erwähnt?
Zum zweiten Mal nimmt Red Bull - BORA - hansgrohe am Rennen der Rennen teil. Wie im Vorjahr in der Kapitänsrolle: Primoz Roglic! Der vierfache Vuelta-Sieger hat sich in diesem Jahr für das seltene Double aus Giro d’Italia und Tour de France entschieden, anstatt die Titelverteidigung bei der Spanien-Rundfahrt im August anzustreben.
Lässt der Slowene und Gesamtzweite von 2020 den Streak an Stürzen (2021, 20222, 2024) bei der Tour hinter sich? Hier analysieren wir, was Roglic und Co. auf der Route erwartet und gehen auch auf historische Spots in Nord- sowie Südfrankreich ein.
The map of the official route of the Tour de France 2025 has been published.

The official route of the Tour de France 2025

© Tour de France

01

Etappe 1 bis Etappe 4: Start in Lille und böige Tage an der Küste

In den Vorjahren im Baskenland oder in der Toskana gestartet, setzen die Streckenplaner nun zu einem Back to the Roots-Move an. Jede der ersten vier Etappen verläuft durch die Region Hauts-de-France – größtenteils flach, aber mit potenziellen Stolperfallen!
Obwohl das Spotlight auf Sprintern wie Wout van Aert oder Biniam Girmay (drei Etappensiege bei der Tour 2024) liegt, können auch die Anwärter auf das Bergtrikot früh Akzente setzen. Auf Anstiege zum Côtes de Cassel sowie dem Mont Noir folgen an Tag zwei noch schärfere Rampen, darunter der Côte de Saint-Etienne-au-Mont (11 Prozent). Auf den Etappen drei und vier mag es abflachen. Doch die berüchtigten Küstenwinde im Norden Frankreichs haben die Kraft, aus Sprinteretappen echte Windkarten-Festspiele zu machen.
  • Etappe 1: Samstag, 5. Juli, Lille nach Lille - 185 km - flach
  • Etappe 2: Sonntag, 6. Juli, Lauwin-Planque nach Boulogne-sur-Mer - 212 km - hügelig
  • Etappe 3: Montag, 7. Juli, Valenciennes bis Dünkirchen - 178 km - flach
  • Etappe 4: Dienstag, 8. Juli, Amiens nach Rouen - 173 km - hügelig
Wout van Aert fährt während einer Etappe der Tour de France mit dem Fahrrad einen Hügel hinunter.

Der offizielle Parcours der Tour de France 2025

© Red Bull Content Pool

02

Etappe 5 bis Etappe 9: Zeitfahren, Klassiker-Feeling und Küstenkampf

Ab in die Pyrenäen und ein erster Fingerzeig, wer in den Bergen die besten Beine hat? Wie sagen die Franzosen gerne: Doucement les basses! Zunächst führt die Tour de France Strecke für ein Einzelzeitfahren (ITT) nach Caen. Breite Straßen, komplett flach, ideal für Spezialisten.
Am nächsten Tag startet das Peloton in der Normandie in Bayeux und müssen 201 Kilometer mitsamt hügeligem Terrain überstehen, das sie nach Vire führt. Danach zieht die Tour weiter an der Atlantikküste entlang in die Bretagne. In Etappe 7 geht es für die explosiven Fahrer um wichtige Sekunden in der GC, während die Etappen 8 und 9 wieder Sprintankünfte versprechen – wenn Wind und Rennverlauf mitspielen!
  • Etappe 5: Mittwoch, 9. Juli, Caen nach Caen - 33 km - Einzelzeitfahren
  • Etappe 6: Donnerstag, 10. Juli, Bayeux nach Vire - 201 km - hügelig
  • Etappe 7: Freitag, 11. Juli, Saint-Malo nach Mûr-de-Bretagne-Guerlédan - 194 km - hügelig
  • Etappe 8: Samstag, 12. Juli, Saint-Méen-Le-Grand nach Laval Espace Mayenne - 174 km - flach
  • Etappe 9: Sonntag, 13. Juli, Chinon nach Châteauroux - 170 km - flach
Primoz Roglic von Red Bull - BORA - hansgrohe beim Start des Zeitfahrens.

Wenn die Uhr tickt: Primoz Roglic ist bereit für die Zeitfahr-Etappen!

© Red Bull Content Pool

03

Etappe 10 bis Etappe 14: Retro-Challenges in den Bergen

Wo bleiben die beinharten Climbs und Challenges , die Zuschaunde in Scharren vom TV an den Streckenrand locken? Here we go: Die ersten Bergetappen führen das Peloton durch das Zentralmassiv. Auf der 10. Etappe starten die Fahrer in Ennezat und wechseln sich auf 163 km mit Anstiegen und Abfahrten ab. Die wunderschönen Landschaften der Auvergne stehen im Kontrast zu dem schwierigen Terrain, auf dem das Favoriten-Trio um Tadej Pogacar, Jonas Vingegaard und Remco Evenpool brillieren sollte.
Nach einer vergleichsweise ruhigen Etappe 11 rund um Toulouse (trotz einer 20-prozentigen Steigung, die das Feld aus dem Gleichgewicht bringen könnte), machen sich die Teams auf den Weg in die Pyrenäen, wo die 12. Etappe mit rund 100 Kilometer flachem Terrain beginnt. Im Anschluss verlangt der Hautacam (16,3 Kilometer, 1.209 Höhenmeter), der in der Vergangenheit meist eine spätere Etappe mit Vorentscheidungs-Charakter, den Kletter-Spezialisten alles ab.
Für das zweite Zeitfahren kommt die Tour nach Loudenvielle. Sprich: Kampf gegen die Uhr inmitten einer acht Kilometer langen Rampe (Ø 7,9 % Steigung). Ein Time to Shine-Moment für Primoz Roglic, Flo Lipowitz und Co. Etappe 14 ließt sich wie ein Retro-Bergprüfung: Von Pau aus geht es über vier Pyrenäen-Pässe, darunter der ikonische Col du Tourmalet, ehe der Schlussanstieg nach Luchon-Superbagnères wartet. Bekannt als Ski-Mekka, ist der Ort erstmals seit 1989 auch wieder Zielort der Tour.
  • Etappe 10: Montag, 14. Juli, Ennezat nach Mont-Dore Puy de Sancy - 163 km - Berge
  • Etappe 11: Mittwoch, 16. Juli, Toulouse nach Toulouse - 154 km - flach
  • Etappe 12: Donnerstag, 17. Juli, Auch nach Hautacam - 181 km - Berge
  • Etappe 13: Freitag, 18. Juli, Loudenvielle nach Peyragudes - 11 km - Einzelzeitfahren
  • Etappe 14: Samstag, 19. Juli, Pau nach Luchon-Superbagnères - 183 km - Berge
Radfahrer am Mont Ventoux.

Mont Ventoux: steil, lang und hart.

© AFP/Getty Images

04

Etappe 15 bis Etappe 21: Die Alpen entscheiden – Paris krönt

Nach den Etappen in den Pyrenäen geht es für das Peloton in die Alpen. Die Sprinter haben auf der 15. Etappe von Muret nach Carcassonne eine Chance, bevor die weltbesten Kletterer auf der 16. Etappe den Mont Ventoux in Angriff nehmen, wo der karge, legendäre Berg das Finale der Etappe bildet.
Nach den Pyrenäen geht es direkt in die Alpen – doch zuvor erhalten die Sprinter auf Etappe 15 (Muret – Carcassonne) ihre letzte Chance auf einen Etappensieg. Auf dem 16. Teilstück zwischen Montpellier und dem Mont Ventoux zerschellen neben Sprintern auch GC-Träume, wenn der kahle Riese das große Finale des Tages bildet.
Erholung verspricht zumindest bedingt die flache Etappe 17 von Bollène nach Valence, wo der Wind wiederum ein X-Faktor darstellt. Konnten die Kletterer recovern, müssen sie auf der 18. Etappe abermals alle Kräfte bündeln: Von Vif aus geht es über den Col du Glandon, die Col de la Madeleine und schließlich zum Col de la Loze (2.304 Höhenmeter) - der höchste Punkt der Tour 2025!
Etappe 19 im Hochgebirge kommt kurz, aber intensiv daher: Viele Climbs, wenig Pausen. Ideal für Außreißer scheint das 20. Teilstück von Nantua nach Pontarlier. Nach dem Ausweichziel Nizza im Vorjahr kehrt das Finale der Tour de France zurück auf die Champs-Élysées, wo die Sprinter um den Sieg kämpfen und das Maillot Jaune gebührend gefeiert wird.
  • Etappe 15: Sonntag, 20. Juli, Muret nach Carcassonne - 169 km - hügelig
  • Etappe 16: Dienstag, 20. Juli, Montpellier nach Mont Ventoux - 172 km - bergig
  • Etappe 17: Mittwoch, 23. Juli, Bollène nach Valence - 161 km - flach
  • Etappe 18: Donnerstag, 24. Juli, Vif zum Col de la Loze de Courchevel - 171 km - Berge
  • Etappe 19: Freitag, 25. Juli, Albertville nach La Plagne - 130 km - Berge
  • Etappe 20: Samstag, 26. Juli, Nantua bis Pontarlier - 185 km - hügelig
  • Etappe 21: Sonntag, 27. Juli, Mantes-la-Ville bis zu den Champs-Élysées in Paris - 120 km - flach

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Red Bull – BORA – hansgrohe: Das ist das Tour de France-Bike

Komm in den Red Bull Hangar und sieh dir an, wie Jai Hindleys Tour de France-Motorrad gebaut wird, während Red Bull - BORA - hansgrohe sich auf die Jagd nach dem Sieg macht.

Teil dieser Story

Tom Pidcock

Tom Pidcock is a talented multi-threat of a cyclist, equally at home on a mountain bike as he is on the road or a cyclo-cross circuit.

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Wout van Aert

One of the leading multidisciplinary cyclists of his generation, Wout van Aert is a serial cyclocross world champ, a regular Tour de France stage winner and a consistent threat at WorldTour level.

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