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Vali Höll erinnert sich...an die Trails, die sie prägten

Vor ihrem MTB Raw-Debüt wirft der zweimalige Downhill-Junioren-Champion einen Blick auf jene Trails, auf denen sie ihr Talent zur Entfaltung brachte.
Autor: Tom Wardveröffentlicht am
Seit ihren jungen Jahren ist Vali Höll auf den großartigsten Trails unterwegs. Aufgewachsen ist sie in der österreichischen MTB-Region Saalbach, in der Nähe von Salzburg, und das ist nicht der einzige Grund, warum sie in der Downhill-Szene so hohe Wellen schlägt: Ihr Vater baute jenen MTB-Trail, der alle anderen in der Umgebung in den Schatten stellt.
Die proaktive Unterstützung ihrer Eltern ist nur einer der vielen Gründe, warum sie sich im Mountainbike-Sport dermaßen schnell einen Namen machen konnte. Schon als Kind ließ sie die männliche Konkurrenz im iXS Rookies Cup im Regen stehen, bevor sie sich 2014 beim Crankworx Whistler Junioren-Rennen ihren ersten Sieg sicherte.
Valentina Hölls Karriere kennt nur eine Richtung: nach oben!
Valentina Hölls Karriere kennt nur eine Richtung: nach oben!
Mit diesem Ergebnis war sie endgültig in der Junioren-Klasse des World Cups angekommen und die ersten beiden World Cup- und Weltmeister-Titel ließen nicht lange auf sich warten. Im Jahr 2020 ist es nun so weit: Vali Höll geht den nächsten Schritt und ist nun Teil der Elite, wenn die Saison in Maribor ihren Anfang findet.
Egal, was passiert - eine strahlende Zukunft scheint der jungen Österreicherin auch in der höchsten Klasse sicher! Einen Vorgeschmack holst du dir in ihrem ganz eigenen MTB Raw Edit (im Player oben zu sehen). Um den Release zu feiern, haben wir mit ihr über jene Trails gesprochen, die sie prägten.

1. Leogang, Österreich

Der Ort, der mir beigebracht hat, was es bedeutet, Mountainbike zu fahren, ist der Bikepark Leogang. Es ist der größte Park in der Nähe meiner Heimat und dort werden auch alle World Cup-Rennen abgehalten. Meine Eltern holten mich nach der Schule ab und nahmen mich dorthin mit.
Zu dieser Zeit war ich noch zu jung, um zu fahren, also wartete ich, während meine Eltern auf dem Bike unterwegs waren. Für mich war das zunächst ziemlich langweilig. Dann aber kam die Zeit, wo ich nicht mehr nur unten warten musste! Eines Tages - ich war neun oder zehn Jahre alt - war ich schneller, als meine Mutter und ein paar Jahre später war ich schneller, als mein Vater.
Leogang-Shred
Leogang-Shred

2. Höllentrail, Saalbach, Österreich

Das ist der Trail, den mein Vater gebaut hat. Dort habe ich gelernt, das Bike zu fahren. Bevor es aber soweit war, sind meine Eltern vor allem "uphill" gefahren. Erst, als sie 2005 nach Kanada gereist sind, haben sie sich dazu entschlossen, ihren eigenen Track in der Nähe unserer Freeride-Lodge (dem Spielberghaus in Saalbach, das ihre Eltern führen) zu bauen. Zwischen 2005 und 2006 arbeitete mein Vater daran, also war ich etwa sechs Jahre alt, als ich ihn zum ersten Mal gefahren bin.
Auf dem Sprung: Vali Höll unterwegs in ihrer Heimat Saalbach
Auf dem Sprung: Vali Höll unterwegs in ihrer Heimat Saalbach
Viele bekannte Mountainbiker sind gekommen und haben ihm dabei geholfen wie etwa der Trials-Rider Hans Rey. Ich habe mit der einfachsten Linie begonnen, bin runtergefahren und habe mich wieder hinaufgequält. Viel gelernt habe ich auch, während ich den anderen Fahrern zugesehen habe - viele MTB-Pros sind in unserem Chalet untergekommen. So habe ich den Spirit des Mountainbikings regelrecht aufgesaugt.
Bei vielen Racern ist Saalbach im Gespräch, da sie dort einige der besten Tracks in ganz Europa finden. Wenn du deine Helden hörst, wie sie davon sprechen und dann den exakt gleichen Trail zu fahren, ist schon ziemlich großartig.
Beste Aussichten: Das Panorama von Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn
Beste Aussichten: Das Panorama von Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn

3. Winterberg, Deutschland

Ich erinnere mich gerne an die Geschichte hinter meinem ersten Downhill-Rennen zurück. Mein Vater wusste, dass ich, wenn ich nicht aufs Podium fahre, die gesamte nächste Woche unglücklich sein würde. Ich wollte gut abschneiden! Mein Vater hat den iXS Rookies Cup entdeckt, wo man bereits mit 11 Jahren antreten durfte. Es gibt dort keine Geschlechtertrennung, du musstest gegen die Jungs fahren. Er hat mich darauf vorbereitet, nicht traurig zu sein, falls ich nicht gewinnen sollte. Aber ich habe gewonnen und alle Jungs hinter mir gelassen. Danach trat ich noch einmal an und gewann wieder. Mit Winterberg verbinde ich viele gute Erinnerungen.

4. Whistler Mountain Bike Park, Kanada

Whistler ist großartig. Ich bin zum ersten Mal mit 13 hingereist. Der Trip war ein Geschenk meiner Patentante [die ehemalige Pro-Athletin Angi Hohenwarter]. Wenn du aus einer kleinen Stadt in Österreich kommst und zum ersten Mal so weit reist, ist es natürlich atemberaubend, wenn du zum ersten Mal einen dermaßen riesigen Bike Park zu sehen bekommst. Der Park bietet einige massive Jumps; ich habe noch nie größere gesehen. Das war eine wirklich gute Zeit.
Vali Höll genießt die Zeit in Whistler.
Vali Höll genießt die Zeit in Whistler.

5. Lenzerheide, Schweiz

2018 habe ich dort zum ersten Mal die Junioren-Weltmeisterschaft gewonnen. Ich fühlte mich wohl, da man in der Region Deutsch spricht und das Terrain dem Zuhause sehr ähnlich ist. Zu Beginn erinnert alles an einen Bike Park, aber dann folgen einige wirklich herausfordernde Passagen. Es bietet sich einem ein cooler Mix - es war toll, dort zu fahren.
Lenzerheide und sein Downhill-Trail bieten einige gute Erinnerungen...
Lenzerheide und sein Downhill-Trail bieten einige gute Erinnerungen...

Wie wohl der Trail ihrer Träume aussehen würde?...

Wenn ich meinen eigenen Trail designen könnte, wäre er ziemlich lehmig. In Whistler gibt es einen Trail mit dem Namen Ride Don't Slide. Der ist zwar schon alt, aber der Dirt ist wirklich frisch. Er ist fluffig und es tut nicht weh, wenn man stürzt. Genau das liebe ich, große Jumps und Kurven sollten aber nicht zu kurz kommen. Zudem sollte es nicht allzu viele Wurzeln geben - auf die kann ich gut verzichten!