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Veyla: "Nicht jeder ist für Twitch gemacht"

Studium und Einzelhandel tauschte diese junge Tirolerin gegen eine Twitch-Karriere mit Call of Duty und zigtausenden Followern.
Autor: @shillingplays - Fatih Öztürk
veröffentlicht am
Renée wusste schon sehr früh, dass sie ihre berufliche Karriere irgendwann auf Twitch führen würde. Die 22-jährige Innsbruckerin war in ihrer Jugend fasziniert von der Deutschen Call of Duty Riege und sah in YouTubern wie ViscaBarca ihre großen Vorbilder. Dass sie eines Tages mit Größen wie Anton streamen sollte, hätte sie sich nicht erträumen lassen, dennoch ist es Realität: „Es war komisch ihm während des Spiels zu erzählen, dass Leute wie er mich erst dazu inspiriert hatten, mit dem Streamen zu beginnen.“ Wir sprachen mit der Österreicherin über ihren Weg zum Ruhm und ihren mittlerweile 65.000 Followern bei Twitch.

Kluge Leute behaupten, dass der Durchbruch bei Twitch heute gar nicht mehr möglich ist.

Das hat viel mit Mindset zu tun und wie ehrgeizig man ist. Wenn man es ordentlich angeht, viel auf Leute eingeht, dabei authentisch bleibt und die Zuschauer gut unterhalten kann, ist es sehr wohl möglich.

Warum überhaupt Game Streaming?

Videospiele vermitteln ein ganz eigenes Gefühl der Verbundenheit mit Gleichgesinnten, das hab ich am deutlichsten auf meiner ersten gamescom zu spüren bekommen. Da Titel wie Call of Duty zu meinem Alltag gehören, seitdem ich 13, 14 bin und ich Fan der großen COD YouTuber aus Deutschland war, wusste ich, dass ich das auch eines Tages machen will. Gameplays hochladen und streamen.

Für viele bleibt das ja ein unerreichbarer Traum, wieso?

Von nichts kommt nichts. Viele erwarten sich, dass sie sich einfach hinsetzen können, drauf los spielen und dann berühmt werden. Die meisten machen zum Beispiel den Fehler, ihre Zuschauer zu ignorieren. Ich trag meistens Oversize, damit man mich nicht auf mein Äußeres reduziert, sondern mein Charakter und mein Gameplay, das Entertainment, im Vordergrund stehen.

Wie kamst du durch die ersten Wochen, wo man meist für 0 Zuschauer live ist?

Man muss reflektieren, wieso man das überhaupt macht. Ich hatte nie Zweifel daran, dass ich es schaffen werde, als ich vor zwei Jahren mit dem Streamen begann. Ich sah mich schon immer da, es war nur eine Frage der Zeit für mich. Außerdem waren es in meinen ersten Streams nicht 0, sondern schon 15 Zuseher im Durchschnitt. Zu Beginn war ich nämlich bei YouTube aktiv, durch Thumbnails, Tags und Titel erhält man dort mehr Aufmerksamkeit.
Veyla auf der gamescom 2018
Veyla auf der gamescom 2018

Ein gewaltiger Sprung, denn heute streamst du für knapp 1000 Zuseher gleichzeitig.

Das ging auch nicht über Nacht. Ich hab meine Community von YouTube nach Twitch übertragen und dann kontinuierlich mehr Leute im Chat bekommen. Zunächst spielte ich Black Ops 4 und Blackout, dann Modern Warfare und immer wieder habe ich auch mit Zuschauern gezockt. Weihnachten 2020 war ein größerer Boost da, weil wohl mehr Leute zuhause waren und mit Warzone ging es dann weiter bergauf.

Heute hast du über 60.000 Follower, wie geht die Reise weiter für dich?

Ich habe zwar ein Lehramtstudium in Bio und Englisch begonnen, aber parallel immer für meinen Traum gearbeitet. Durch einen Job im Einzelhandel hab ich mir mein Setup erarbeitet und demnächst hänge ich diesen Job an den Nagel, denn ich bin Twitch Partner und streame ab Juni Vollzeit. Dann möchte ich mich breiter aufstellen, mehr Abwechslung in meinen Content bringen, Just Chatting, Story Games, vielleicht CS:GO und Valorant.

Was empfiehlst du aus heutiger Perspektive jungen Leuten, die ebenfalls diesen Pfad einschlagen möchten?

  • Achtet darauf, dass der Stream gut aussieht, dass Technik und Beleuchtung sitzen. Außerdem ist wichtig, wie man sich präsentiert, durch Sprache und Artikulation. Von ständigem Fluchen würde ich zum Beispiel abraten.
  • Man braucht einen fixen Zeitplan, denn es hilft nicht, 24/7 live zu sein. Lieber weniger, dafür regelmäßig zu geplanten Zeiten streamen und große Pausen von mehreren Tagen vermeiden.
  • Gute Laune mitbringen und charakterlich offen bleiben für Zuschauer. Twitch muss als Community verstanden werden. Am Ende schaffen es diejenigen, die Ehrgeiz und Charisma mitbringen.