The International: DOTA 2 sprengt Rekorde)
© [unknown]
esports

Gaming als Beruf #1

Wir fragen eSportler: Was denken deine Eltern, womit du dein Geld verdienst?
Autor: Emina Babic
4 min readPublished on
Hast du schon mal den ganzen Tag vor dem Computer verbracht, deine Blase auf die Probe gestellt und dich stundenlang auf deinen Bildschirm konzentriert? Dann musstest du dich wahrscheinlich auch schon vor deinen Eltern rechtfertigen, was zum Teufel du da machst. Haben deine Eltern dir nie besorgt gesagt, du sollst raus in die Natur gehen und was „Normales“ mit deiner Freizeit anfangen? Doch was, wenn aus Spaß Business wird? Verstehen die Generationen vor den Digital Natives überhaupt, was es bedeutet, professioneller Gamer zu sein und wie man damit Geld verdient?
„It's all about getting money, building up an army and owning your opponent“
Der einstige Zeitvertreib ist zur lukrativen Einnahmequelle, das Hobby längst zum Beruf geworden. Die Stars der Gaming-Szene werden gefeiert wie Fußballikonen und verdienen auch dementsprechend. Sie können nicht nur von dem Geld leben, sondern scheffeln oftmals das Vielfache von dem, was ihre Eltern auf dem Konto haben. Dabei sind die meisten nicht viel älter als Anfang 20. Sodapoppins Eltern haben zwar keinen Schimmer davon, was ihr Sohnemann den ganzen Tag vor der Webcam treibt.
Das Auto, das er sich in seinem jungen Alter leisten kann, lässt sie aber ruhiger schlafen. So fiktiv kann das Ganze ja nicht sein, wenn man sich damit einen realen Sportwagen leisten kann. Wie erklärt man dieses Phänomen seinen Eltern? Sam Morissette, ein StarCraft Profi, hat seinen Job in unserem Interview so beschrieben: „It’s all about getting more money, building up an army and owning your opponent.“ Klingt plausibel, ist aber wohl nicht die beste Art, deinen Verwandten beim Sonntagsbrunch zu erklären, worum es im eSports geht.
Selbst von gleichaltrigen Freunden und Bekannten, die nichts mit YouTube, League of Legends oder Twitch am Hut haben, hast du bestimmt schon mal komische Blicke kassiert. Das Internet hat in der Videospielindustrie eine Reihe neuer Berufsfelder und Möglichkeiten geschaffen, die es vor einigen Jahren so noch gar nicht gab. Gaming und eSports stehen vor den Toren, um vor die breite Masse zu treten.
The International: DOTA 2 sprengt Rekorde)

The International: DOTA 2 sprengt Rekorde)

© [unknown]

Mehr Zuschauer als NBA Finals
Den Wenigsten ist nämlich bewusst, von welchen Dimensionen wir hier sprechen. Smix, Host & Twitch Mitarbeiterin, konnte ihren Eltern zwar verständlich machen, dass sie Gaming Veranstaltungen moderiert, anfänglich konnten diese aber nicht glauben, von wie vielen Zuschauern hier die Rede ist. Laut Marktforschungen von Superstar Research haben sich mehr Menschen das League of Legends Season 3 World Championship angesehen als die NBA Finals. In Zahlen: 2013 haben 32 Millionen Zuschauer die League of Legends Championship mitverfolgt, verglichen mit 26 Millionen NBA Finals Zusehern.
Die Zuschauerzahlen der Gamingturniere verdoppeln sich jährlich und solche Szenen sind dort völlig normal: Hunderte Jugendliche stehen kreischend vor einer Absperrung und warten stundenlang, nur um ihr Idol zu sehen. Nein, wir sind nicht bei der Pressekonferenz von One Direction. Sp4zie, der schwedische Gamer und YouTuber, wird zur Autogrammstunde bei der DreamHack erwartet.
Serious Business
Weltweit haben sich dieses Jahr 134 Millionen Menschen eSports Wettkampfübertragungen angesehen. Hinter dem computergestützten sportlichen Wettkampf steckt mittlerweile eine ganze Industrie. Mark Cuban ist Self-Made-Milliardär, einer der bekanntesten Sillicon Valley Tech-Investoren und vielen als Eigentümer des NBA Teams Dallas Mavericks bekannt. Im Juni hat er das Potenzial des rasant wachsenden Marktes für sich entdeckt und in ein eSports Startup investiert. Damit ist nicht nur ein weiterer Schritt in Richtung Anerkennung von Gaming als Sport getan.
Diese Investition ebnet auch den Weg zur Anerkennung des wirtschaftlichen Potenzials dieser Branche, die Anerkennung als soziales Ereignis der Massen und des Gamers als ernstzunehmender Beruf. Wie überall im Leben kommt Erfolg nicht von ungefähr. Professionelle Spieler trainieren mehrere Stunden täglich. Auch an Tagen, wo sie vielleicht lieber Freunde treffen würden oder ins Freibad gehen. Ohne Fleiß, kein Preis. Wenn deine Mutter dich also das nächste Mal mit Augenringen gezeichnet in den frühen Morgenstunden vor dem Computer erwischt, kannst du sie beruhigen: Du arbeitest gerade an deiner Zukunft!
r: Daigo Umehara, Popstar der Beat’em’Up Szene

r: Daigo Umehara, Popstar der Beat’em’Up Szene

© [unknown]

Und was sagen nun die Eltern?
Wir haben auf der DreamHack Summer 2015 in Schweden, eine der größten LAN-Parties der Welt, ein paar Helden der Gaming Szene getroffen und sie gefragt, was ihre Eltern denn so von ihren Jobs halten. Die Reaktionen sind gemischt. KittyplaysGames Mutter ist besorgt von den dunklen Tiefen des Internets samt seiner Bullies und Mobber.
Gleichzeitig hat sie ihr Dad überhaupt erst zum Gaming gebracht, er versteht also die Szene und das Business dahinter. Auch wenn die meisten anderen Eltern das Prinzip, vor einer Webcam Videospiele zu spielen, nicht verstehen: Thumbs-up an alle Eltern, die zwar Bahnhof verstehen, aber dennoch im Chat mitfiebern, anfeuern und ihren Nachwuchs unterstützen. „Hiiiii, I love you, Byeeee!” - Mom
Nicht nur Gamer können in der eSportsWelt Fuß fassen, die Jobmöglichkeiten, die sich in der Branche eröffnen, sind zahlreich. Über die nächsten Wochen stellen wir euch hier Gamer, Streamer, Caster, Manager, Journalisten und Event Hosts vor!