Rallye Raid

Walkner-Blog: Top 10 – die persönliche Erfolgsstory von Hiasi Walkner

© Red Bull
Der Blog von der Rallye Dakar 2021: Matthias Walkner fährt mit dicker Lippe ins Ziel und holt noch ein Podest. Im Gesamtranking schafft er es zurück in die Top 10 – das Comeback der Rallye! 👏🎉👍
Autor: Eugen Waidhoferaktualisiert am
Von Platz 39 auf Platz 9. Das ist die persönliche Erfolgsgeschichte von Matthias Walkner bei der Rallye Dakar 2021. Am zweiten Renntag hat der Salzburger wegen technischer Probleme 2 Stunden verloren und ist ins Mittelfeld zurückgefallen – und hat dann mit seiner starken und konstanten Performance mehr Plätze gutgemacht, als jeder andere Rider. Hiasi, wir sind stolz auf dich!!!

15. Jänner: Ein finales Meeting mit dem Stacheldrahtzaun

Juhuuu und jawohl... jetzt haben wir es geschafft! Die letzten 200 Kilometer war noch mal sehr lässig zu fahren. Das Tagesergebnis mit Platz 3 ist auch nicht so schlecht. 😜
Eigentlich bin ich mit der Dakar schon ziemlich zufrieden. Klar waren Tage dabei, wo man sich ärgert, weil mehr gegangen wäre. Aber bei rund 5.000 Kilometer Speciale hat jeder seine Aufs und Abs. Besonders die letzten zwei, drei Tagen waren für mich nicht einfach, weil ich nur mehr um die goldene Ananas gefahren bin. Wenn du dann 12 Stunden am Motorrad sitzt und alles riskierst, macht das nicht den vollen Spaß, das war dann schon ein bissi zaaach. Aber alles in allem kann ich zufrieden sein.
Heute in der Früh habe zu meinem Team noch gesagt: Wahnsinn, mich hat es in den 14 Tagen nicht einmal geschmissen, das hat es überhaupt noch nie gegeben. Und dann bin ich am letzten Tag Vollgas in einen Stachdrahtzaun gefahren und hab da echt Glück im Unglück gehabt. Weil der Zaun hat nicht nachgegeben und mich hat es nach hinten vom Bike runtergerissen. Die Lippe ist jetzt dick und die Schulter aufgeschürft. Aber nicht so schlimm...
Ich bin super happy, dass ich jetzt gesund im Ziel bin. Danke fürs Mitfiebern, Anfeuern und für alle Nachichten, die ich bekommen habe – hat mich echt gefreut. Es war die bisher zachste Dakar, ausgenommen die erste, bei der ich schlecht vorbereitet war. Leider ist die Rallye nicht ganz so ausgegangen, wie ich mir das vorgestellt habe. Umso mehr: Danke fürs Daumenhalten!!
Rallye Raid · 1 Min
Geschafft! Hiasi Walkner im Ziel der Dakar 2021
Rallye Dakar 2021 – das Endergebnis
Rallye Dakar 2021 – das Endergebnis
Rallye Dakar 2021 – das Endergebnis

14. Jänner: Ein guter Tag mit Schreckmomenten

Servus, der längste Tag ist jetzt auch geschafft und es war ein ständiges Auf und Ab. Wenn man so lange am Motorrad sitzt und so viele Kilometer fährt, denkt man nach 200 Kilometern: Heute läuft's richtig gut. Dann macht man einen Fehler und glaubt, dass der ganze Tag für die berüchtigten "Würscht" gewesen ist. Dann pusht man wieder, holt die anderen ein und denkt: Geil. Dann wieder ein Verfahrer... ein richtiges Wechselbad der Gefühle.
Am Anfang hab ich heute ein gutes Tempo fahren können, obwohl ich bei den extrem steinigen Flussdurchfahrten mit Motorrad ziemlich zu kämpfen hatte. In diesen Situationen bin ich nicht der Schnellste, das weiß ich. Sand und Dünen sind mir lieber zum Gasgeben, da fühle ich mich wohler.
Kurz vorm Refueling ist mir leider ein blöder Fehler passiert. Ich habe einen Waypoint übersehen, umdrehen müssen und rund drei Minuten verloren. Und dann habe ich auch noch Sam Sunderland vorbeigelassen, damit er nicht in meinem Staub fahren muss. Weil bei ihm geht es wirklich noch um was.
Der Etappe war auf jeden Fall ein riesige Herausforderung. Ich bin jetzt froh, gesund im Ziel zu sein. Es war ein guter und akzeptabler Tag – so wie eigentlich die ganze Rallye schon. Einige Schreckmomente habe ich erlebt, ich bin zu schnell in die Kurven oder hab Dünen übersehen – ein paar Mal hab ich richtiges Masel gehabt.
Ich fahr jetzt noch 130 Kilometer ins Bivouac. Ein Tag liegt noch vor uns und dann haben wir die Dakar 2021 geschafft. Danke für eure Unterstützung!
Matthias Walkner im Bivouac
Matthias Walkner im Bivouac
Aktueller Zwischenstand:
Auch auf der vorletzten Etappe fährt Matthis Walkner in die Top 5 und verbessert sich im Gesamtranking auf Platz 12. Zur Erinnerung: Nach der zweiten Etappe ist Hiasi wegen technischer Probleme auf Platz 39 zurückgefallen...

13. Jänner: Der Staub sorgt für spezielle Gedanken

Griaß eich, wieder ist ein Tag geschafft, die 342 Renn-Kilometer haben sich heute aber extrem lange angefühlt. Ich habe von Anfang an ein gutes Tempo fahren können und wenig Fehler gemacht. Ich hatte heute einfach ein gutes Gefühl! 🤗
Zumindest bis Kilometer 130, wo ich dann viel Staub von Adrien van Beveren abbekommen habe. Das hat meinem Rhythmus ein bisschen gebrochenb, weil die Sicht so schlecht war, dass ich nicht einmal das Roadbook g'scheit gesehen habe. Wenn du mit 130 km/h in eine Staubwand fährst, gehen dir schon ganz eigene Gedanken durch den Kopf: Wenn dahinter jetzt ein Stein liegt, wäre das nicht optimal...
Ich hab noch vor dem Refueling Adrien überholen können, nachher sind mir aber ein paar kleine Navigationsfehler passiert, weil ich im Kopf schon müde war und mir schwer getan habe, die Nummer nicht durcheinander zu bringen.
Im Ziel ist es Platz 5 geworden, damit bin ich sehr zufrieden. Es war wieder einmal das Maximum. Pfiat euch, zwei Tage haben wir noch – danke fürs Daumendrücken.
Griaß eich daham – so viel Zeit muss sein 😜
Griaß eich daham – so viel Zeit muss sein 😜
Aktueller Zwischenstand:
Matthias Walkner fährt bei der 10. Etappe auf Platz 5 und verbessert sich im Gesamtranking auf Platz 14.

12. Jänner: Gefährlicher Mix aus Steinen & Staub

Servus daham, nach diesem Tag bin ich fix und fertig. Angefangen hat alles ganz vielversprechend. Wir sind neben dem Meer gestartet und nach ein paar coolen Drifts in lässige, sandige Canyons gefahren. Aber ab Kilometer 40 sind war dann nur mehr auf Steinen herumgefahren und es war extrem herausfordernd einen Rhythmus zu finden. Fünfmal hat es mir fast den Lenker aus den Händen geschlagen...
Bei Kilometer 130 bin ich zum gestürzten Toby Price gekommen. Der Unfall hat an Anfang nicht gut ausgesehen, zum Glück klingen die Nachrichten über seine Verletzungen jetzt schon positiver.
Nach dem Zwischenfall bin ich hinter Ricky Brabec und Sam Sunderland gefahren und hab viel Staub geschluckt. Der steht in den Tälern, weil dort kein Wind geht, das ist zum Teil lebensgefährlich und keine Gaudi zum Fahren.
Das ist der Grund, warum ich hier Zeit verloren habe. Ich wollte nicht mehr riskieren, weil ich gewusst habe: Wenn ich jetzt über das Limit gehen, ist das nicht optimal.
Zum Schluss habe ich mir dann auch noch den Reifen extrem ruiniert und jetzt bin ich einfach nur froh, dass ich es überhaupt ins Ziel geschafft habe. Mehr war heute definitiv nicht drinnen, meine Hände kann ich jetzt kaum bewegen.
Heute war so ein Tag, wo einem bewusst wird, wie schnell etwas passieren kann. Das ist für den Kopf schon anstrengend. Morgen geht's trotzdem weiter. Danke fürs Daumenhalten.
Der Hinterreifen von Matthias Walkner nach Etappe 9
Der Hinterreifen von Matthias Walkner nach Etappe 9
Aktueller Zwischenstand:
Matthias Walkner ist zurück in den Top 15! Nach seinem technischen Problemen am zweiten Tag ist der KTM-Rider auf Platz 39 zurückgefallen, jetzt liegt er auf Platz 15. Die neunte Etappe hat er auf Platz 6 beendet.

11. Jänner: Marathon-Etappe mit Schrecksekunden

Grias eich daham, die Marathon-Stage ist jetzt auch vorbei – die war g'scheit lang und ziemlich anstrengend für den Kopf. Und in der Früh war es wieder sehr kalt, heute hatten wir maximal 6 Grad... da braucht es schon einige Zeit, bis Körper und Bike endlich auf Betriebstemperatur sind.
Ich bin auf der heutigen Etappe den ganzen Tag alleine gefahren, das Tempo war für mich also schwer einzuschätzen. Ich habe nur gewusst, dass die Fahrer hinter mir eher langsamer sind, also war mir klar: Wenn ich mich verfahre, dann brauche ich richtig lang fürs Zurückfinden, weil ich mich auf Hilfe von hinten nicht verlassen kann. Deshalb habe ich beim Navigieren wirklich mein Maximum gegeben.
Es war eine extrem schnelle Etappe mit viel Sand und einem Topspeed von fast 180 km/h. In den aufgewehten kleinen Sanddünen war das richtig gefährlich. Zum Glück haben sie uns nach dem Unfall von Xavier de Soultrait runtergebremst. Er dürfte ok sein, kann alles bewegen und es müsste alles wieder verheilen.
Ich habe heute auch ein paar Mal ziemlich harte Schläge ausgefasst, da war schon einige Schrecksekunden dabei. Das zeigt, dass wir alle ziemlich am Limit sind – nach 3 Stunden Vollgas fahren liegen wir alle auf 5 Minuten beieinander. Da gibt's echt keine Zeit zum Ausrasten...
Landschaftlich war das heute die bisher schönste Etappe. Wir sind nach dem Refueling durch lauter Canyons gefahren. Das war wie am Mars mit Sand. Ich habe aber viel Staub von den vorderen Fahrern geschluckt und bisschen Zeit verloren.
Alles in allem bin ich super zufrieden. Und morgen habe ich eine gute Ausgangsposition, weil weiter hinten starten ist oft kein Nachteil! Danke fürs Daumenhalten.
Landschaftlich schön, aber am Limit
Landschaftlich schön, aber am Limit
Aktueller Zwischenstand:
Matthias Walkner fährt wieder in die Top 10 und verbessert sich mit seinem 8. Platz auf der 8. Etappe im Gesamtranking auf Platz 21.

10. Jänner: Ans Team denken und Reifen sparen

Tag 1 der Marathon-Etappe führt über 737 Kilometer, davon 453 gezeitet, von Ha'il nach Sakaka. Nach einem anstrengenden, kalten und staubigen Arbeitstag schickt Matthias Walkner eine Video-Botschaft aus der Wüste:
Rallye Raid · 1 Min
Matthias Walkner nach der Marathon-Etappe, Tag 1
Aktueller Zwischenstand:
Matthias Walkner fährt bei der 7. Etappe auf Platz 17. und liegt in der Gesamtwertung weiterhin auf Platz 24 – rund 2 Stunden und 17 Minuten hinter der Spitze.

8. Jänner: Eine neue Art Dünen zu fahren

Servus, es war ein geiler Tag heute, an dem ich ab Kilometer 150 gemeinsam mit Ross Branch gefahren bin – mit einem gewaltigen Tempo. Ich habe ja schon vor zwei Tagen bei Skyler Howes geglaubt, dass es nicht schneller geht. Aber wir haben den Amerikaner heute nicht nur eingeholt, sondern sogar noch um eine Minute abgehängt. 😱
Ich bin mir vorgekommen, wie in einer Quali-Runde beim Motocross, wo ich wirklich in jeder Kurve alles geben und versuchen muss. Teilweise sind wir so schnell über die Dünen gesprungen, dass wir in der Kompression weggehoben wurden und im steilen Gegenhang gelandet sind. Das war für mich eine neue Art, Dünen zu fahren...
Das war vermutlich die schnellste Etappe, die ich jemals gefahren bin. Ich würde viel Geld geben, wenn ich von diesem Tag eine GoPro-Aufnahme hätte. Denn heute war das nicht nur eine Frage von Mut zum Risiko, sondern vor allem von fahrerischer Qualität. Die Sandpisten sind technisch sehr schwer zu fahren, da musst du dein Motorrad schon richtig bewegen können.
Wie gesagt: Es war ein geiler Tag. Aber jetzt freue ich mich auf den morgigen Ruhetag. Am Sonntag geht's weiter.
Rallye Raid · 1 Min
Matthias Walkner: Eine erste Bilanz und Vorfreude auf den Ruhetag
Aktueller Zwischenstand:
Matthias Walkner beendet die 6. Etappe auf Platz 5 und verbessert sich im Gesamtranking auf Platz 24. Der neue Gesamtführende ist sein KTM-Teamkollege Toby Price.

7. Jänner: Innerhalb einer Stunde kann sich alles ändern

Griaß euch! Boah... dieser Tag hat leider katastrophal begonnen. Bis Kilometer 65 habe ich mich vier- oder fünfmal verfahren. Gemeinsam mit Topy Price habe ich der Früh versucht, extrem zu pushen, aber das Spuren-Nachfahren hat heute nicht funktioniert. Die Navigation war heute extrem schwer und irgendwie habe alle Wegpunkte gesucht. Ich hab mir heute mega schwer getan und gefühlt mindestens 30 Minuten verloren.
Bis Kilometer habe ich mir dann schwer getan, mich selbst zu motivieren, weil ich am Anfang so einen Schas zusammengefahren bin – das kann man sich dann unterwegs auch nicht schönreden...
Aber zum Schluss, in den Dünen, habe ich noch einmal voll angedrückt und gemeinsam mit Adrien van Beveren gepusht, was nur gegangen ist. Die letzten ein, zwei Stunden habe ich sicher einen Durchschnittspuls von 160 gehabt. Ich habe echt alles gegeben und alles rausgeholt und war im Ziel ziemlich überrascht, dass ich gerade Mal 11 Minuten verloren habe. Aber ich bin jetzt komplett fertig, meine Hände und Füße zittern noch.
Dieser Tag hat wieder gezeigt, dass sich innerhalb von 1 Stunde alles änder kann. Und es liegen noch viele Tage vor uns... In diesem Sinn: Bis morgen!
Aktueller Zwischenstand:
Rang 8 auf der fünften Etappe (+11 Minuten und 3 Sekunden) bedeutet Rang 29 in der Gesamtwertung (+ 2:00 Stunden) – Hiasi ist damit zurück in den Top 30!

6. Jänner: Die Hände werden zu Schraubzwingen

Hi daham! Das war heute ein extrem schneller Tag, ich kann mich schon lange an keine Etappe mehr erinnern, bei wir so gepusht haben. Ich hoffe, ich kann heute schlafen... 😉
Bei Kilometer 80 bin ich leider extrem falsch gefahren und hab dann nicht mehr ins Roadbook zurückgefunden. Das hat mich sicher mehr als eine Viertelstunde gekostet und ich war schon ein bissi angebissen.
Aber nach den Refueling hab ich gemeinsam mit Skyler Howes gewaltig Tempo gemacht, wir haben uns in der Führungsarbeit abgelöst und ab Kilometer 200 sind wir gefühlt nur mehr Vollgas gefahren. Meine Hände waren wie Schraubzwingen um den Lenker, damit ich nur ja nicht lockerlasse. Wir sind die Schikanen gleich gerade gefahren, das war sicher am Limit und grenzwertig. 😬
Ich habe bis zum Schluss Zeit gutmachen können und alles in allem war es mehr als Schadensbegrenzung, es war ein superlustiger Tag. Morgen geht's weiter. Pfiat euch und danke fürs Daumenhalten.
Matthias live von der Dakar: Vollgas mit Skyler Howes
Aktueller Zwischenstand:
Matthias Walkner verliert auf der 4. Etappe durch seinen "Verfahrer" 16 Minuten und 42 Sekunden und liegt in der Gesamtwertung jetzt auf Platz 31, 2 Stunden und 8 Minuten hinter dem führenden Franzosen Xavier De Soultrait (Husquarna).

5. Jänner: Ein ziemlich lässiger Tag

Sevus nach Hause! Das war heute ein ziemlich lässiger Tag. Allerdings ein sehr schneller, gefühlt hatten wir heute einen Schnitt von 120 bis 125 km/h. Bei diesem Tempo können auch 400 Kilometer sehr lang sein, weil du dich ständig konzentrieren musst und nie etwas übersehen darfst, sonst geht's gleich schief...
Heute musste ich leider weiter hinten starten und da hab mir am Anfang beim Navigieren schwer getan, weil ich mich entscheiden musste zwischen den vielen Spuren und dem Roadbook. Eine sehr lässige Erfahrung war, dass ich viele Fahrer getroffen und überholt habe. Es ist schon geil, wenn man gegenseitig pusht.
Ich wollte den Tag bestmöglich genießen und auch mal links und rechts geschaut: Die Gegend ist schon mega beeindruckend. Das hat mir heute Freude gemacht.
Die Ausgangsposition ist gut, die Reifen schauen noch super aus. Ich wünsch euch einen schönen Tag und wie immer gilt: Danke fürs Daumenhalten.
Stage Result Etappe 3
Stage Result Etappe 3
Aktueller Zwischenstand:
Matthias Walkner holt auf der Strecke 13 Minuten auf, kassiert eine 2 Minuten-Strafe wegen Speedings und liegt in der Gesamtwertung jetzt auf Platz 39 – 02:01' 26'' Stunden hinter dem Führenden Skyler Howes (USA).

4. Jänner: Zwischendurch den Tränen nahe...

Griaß eich daham, ich werdet euch denken können, dass ich extrem enttäuscht bin. Es steckt so viel Arbeit und Energie in der Vorbereitung und auf einen Tuscher macht das aktuell nicht viel Sinn. Das ist schon sehr zach und mühsam 😖
Dabei hat die Etappe optimal begonnen, ich hab mich wieder gut gefühlt. Nach rund 40 Kilometern sind extrem weiche Sandhügel gekommen und gleich beim dritten bin ich hängengeblieben. Ich hab mir noch gedacht: Es ist doch nicht möglich, dass ich über so einen kleinen Sandhügel nicht drüber komme, da bin ich ganz was anderes gewöhnt. Nach dem dritten Scheitern war mir klar, dass etwas mit der Kupplung oder dem Getriebe nicht stimmen kann. Ich hab also einen Mechaniker angerufen und alles zerlegt. Zwischendurch sind mir fast die Tränen gekommen, weil ich realisiert habe, dass ich da alleine nicht rauskomme.
Ein Fahrer aus Indien hat mir zum Glück mit einer Kupplungslamelle aushelfen können, dann ist mir noch ein Teil ins Getriebe gefallen und zum Schluss habe ich noch einen 8er-Schlüssel im Sand verloren. Mehr als 2 Stunden habe ich so herumgemurkst...
Matthias Walkner repariert, Luc Alphand assistiert...
Matthias Walkner repariert, Luc Alphand assistiert...
Ich bin dann ohne Kupplung weitergefahren, was im Sand eine ziemliche Challenge war. Es war ein zacher Kampf gegen mich selber, die Strecke und den Staub von Autos und Lkw, die mich überholt haben. Ich bin jetzt echt froh, dass ich im Ziel bin.
Der Kupplungsschaden ist für uns alle unerklärlich, ich habe noch nie eine Kupplung ruiniert... Mir bleibt jetzt nur mehr, von Tag zu Tag nach vorne zu schauen, aber auf dem Podium werde ich keine Rolle mehr spielen. So realistisch muss ich jetzt sein. Es ist ein gewaltiger Scheiß, ich dreh fast durch – aber ich kann es nicht ändern...
Danke trotzdem für Daumenhalten.
Aktueller Zwischenstand:
Matthias Walkner hat auf der zweiten Etappe 2:26' 43'' Stunden verloren (Platz 69) und fällt im Ranking von Platz 3 auf Platz 46 zurück. Sein Rückstand auf den Gesamtführenden Joan Barreda Port: 2:13'37'' Stunden.
Der Kampf in und mit den Dünen am Beispiel Toby Price:

3. Jänner: Wie auf rohen Eiern in die Top 3

Servus! Also das war ein superguter Start in die Rallye Dakar 2021 und damit habe ich mich selbst positiv überrascht. Denn auf der Verbindungsetappe war mir kalt und die Schulter hat wehgetan. Und dann ist es super schwierig geworden zu navigieren: rein in Flussbetten, rauf auf Berge, rund um Hügeln und auf einem Plateau voller schwarzer Steine habe ich mit dem schweren Bike fahren müssen wie auf rohen Eiern. Ich bin zum Schluss zwar müde geworden, habe aber ein gutes Mittelmaß zwischen Tempo und Navigation gefunden. Ich habe heute versucht, einfach keinen Scheiß zu bauen, und das ist mir gelungen... 🙃 Danke fürs Daumendrücken.
Rallye Raid · 1 Min
Stage 1: Recap von Matthias Walkner

2. Jänner: Der Prolog war steinig und schnell

Hi daham, 10 Sekunden schneller wären beim Prolog perfekt gewesen, aber es waren nur die ersten 11 Kilometer von insgesamt 7.646. Für eine Strategie ist es jetzt noch viel zu früh, ich will mich in den nächsten 1 bis 2 Tagen an das Tempo und die Navigation gewöhnen und dann richtig Gas geben.
Was es über den Prolog zu sagen gibt, hörst du hier:

1. Jänner: Vollgas motiviert vor dem Prolog

Hi daham, wir haben den Shakedown hinter uns und ich bin das letzte Mal mit dem Motorrad gefahren, bevor es wirklich los geht. Ich fühl mich echt gut, das Motorrad funktioniert super, wir haben tagsüber 30 Grad und ich bin Vollgas motiviert. Nur der Airbag macht mir Sorgen. Der drückt auf die Muskeln und schon nach 100 Kilometern waren Schmerzen da. Ich hab jetzt rumgebastelt, um es besser zu machen. Ich hoffe, das wirkt, weil sonst werden die zwei Wochen richtig lang...
Ich freu mich, wenn ihr mit mir mitfiebert, drückt mir die Daumen und ich werde mich z'sammreißen und mein Bestes geben.
Rallye Raid · 1 Min
Matthias Walkner beim Shakedown zur Rallye Dakar 2021

28. Dezember: Großes Lob von einem der Größten

Wenn einer der Größten im österreichischen Motorsport in einem Interview sagt, dass ich derzeit der "ziemlich beste Fahrer" im KTM-Team bin, dann bedeutet mir das schon etwas. Danke Heinz Kinigadner! Ich freue mich auf deine strategische Mitsprache 😎

25. Dezember: Was du schon immer über meine Strategie wissen wolltest...

Mit wem bespreche ich meine Taktik? Und wann lege ich ich die Strategie für die 12 Stages bei der Dakar 2021 fest. Das verrate ich im Interview:

21. Dezember: Gegnerische Freude oder befreundete Gegner?

Ganz klar: Freunde! Wir reden von Toby Price, Sam Sunderland und meiner Wenigkeit. The Red Bulletin hat eine sehr coole Story über unseren Teamgeist und unsere Rivalität geschrieben: 👇

20. Dezember: Die Vorbereitung ist abgeschlossen

Am 26. Dezember beginnt für mich das Abenteuer Dakar 2021 – ich fliege nach Saudi Arabien. Bis dahin will ich noch Zeit am Motorrad zu verbringen und ein bisschen Enduro fahren. Und ich werde sicher noch ins Trainingscenter fahren. Aber das meiste ist abgehakt und jetzt ist schon der Zeitpunkt erreicht, wo man bei der Vorbereitung eigentlich mehr falsch als richtig machen kann... 🙃
Auf eine Strategie werde ich diesmal verzichten. Warum? Das verrate ich demnächst hier im Interview. Also dranbleiben...

19. Dezember: Kann man die Dakar beschreiben?

Was macht die Dakar zum härtesten Rennen der Welt? Diese Story kommt der wahren Härte ziemlich nahe. Der Satz "Du wirst Schmerzen haben" beschreibt es einfach, aber deutlich. 😬

18. Dezember: Ein Rückblick macht Vorfreude

Der 20. Jänner 2018 war einer der schönsten Tage in meinem Leben – es war die letzte Etappe am Weg zum Sieg. 🥇 Ich habe jeden Kilometer auf dem Weg zum Ziel in Córdoba genossen. Die Taktik zum Erfolg war gar nicht so kompliziert: Ich habe einfach versucht, keine Fehler oder irgendetwas Dummes zu machen. Das werde ich 2021 wieder versuchen...
Hier mein Tagebuch von damals noch einmal zum Nachlesen: 🤩