Er hat es geschafft: Ross Edgley schwimmt einmal um Großbritannien!
Ross Edgley ist der erste Mensch, dem es gelang, rund um das Festland Großbritanniens zu schwimmen. Wir werfen einen Blick auf die Meilensteine dieser Reise.
Autor: Lucy Grewcock
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Nach 157 Tagen im Meer setzt Ross Edgley am Morgen des 4. November 2018 in Margate – genau dort, wo seine unglaubliche Reise angefangen hat – erstmals wieder einen Fuß aufs Festland, mit ganzen vier Weltrekorden im Gepäck und dem Wissen, dass er etwas ganz Großes geschafft hat: Er ist der erste Mann, der Großbritannien allein mit Muskelkraft umrundet hat.
Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Stationen und Herausforderungen, die er zu bewältigen hatte.
Juni
Ross Edgleys Reise beginnt in Margate
Während ihm seine Freunde, Fans und der Bürgermeister Margates zuwinken, stürzt sich Ross am 1. Juni 2018 in den Ärmelkanal. Die ersten sechs Stunden verlaufen gut, doch gehen sie am Körper nicht spurlos vorbei, da er im Hals- und Nackenbereich mit Abschürfungen zu kämpfen hat: „Das Schwimmen ist die eine Sache – genauso wichtig ist die Vorbereitung“, erkennt Ross.
In der ersten Woche im Meer muss Ross Fähren und Industrie-Schiffen ausweichen, während er durch die Straße von Dover schwimmt. Das Zeitfenster, um durch den regen Schiffsverkehr zu kommen, ist eng, doch es gelingt ihm. Den Sprint siehst du unten zwischen 06:42 und 08:11.
10 Min
Ross Edgleys Great British Swim: Episode 2
In der ersten Woche schwimmt Ross vorbei an Frachtschiffen in der Straße von Dover.
Deutsch +6
Mr. „Rhino Neck“ und ein Mund voll Salz
„Ich bin diesen Morgen aufgewacht und habe Stückchen meiner Zunge auf dem Polster gefunden“, erzählt Ross der Kamera, während er sich ein solches von der Zunge zieht. Das Salzwasser setzt ihr sichtlich zu, genau, wie die Abschürfungen um seinem Genick, die ihm in den sozialen Medien den Namen „Rhino Neck“ eingebracht haben. Mit Tape versucht er das Ganze zu bekämpfen und er geht mit nacktem Oberkörper schwimmen, was ihn an den Rand einer Hypothermie bringt. „Ich will nicht lügen, das war eine harte Woche“, gibt Ross schlussendlich zu.
Nachdem er die Straße von Dover hinter sich gebracht hat, steht ihm der zweitgeschäftigste Kanal Großbritanniens bevor: die Portsmouth Shipping Lane. Er bekommt zwar einen 20-Minuten-Slot, doch das Support-Boot macht Probleme und er verletzt sich an der Schulter. Aufgeben kommt nicht infrage: Er beißt die Zähne zusammen und zieht die 6 Kilometer gerade noch durch.
Angriff der Quallen
Nach 20 Tagen im Meer findet Ross endlich seinen Rhythmus – doch der Ozean hat noch andere Tücken zu bieten: „Gerade dann, wenn ich mir denke, ich habe den Dreh raus…Quallenangriff!“, erzählt er. „Die erste war nicht so schlimm, aber als ich die zehnte direkt ins Gesicht bekam…“ Die Crew bastelte ihm eine ninja-artige Maske, um den Angriff der Qualen schlussendlich abzuwehren.
Während Ross nach Devon kommt, stattet ihm die Royal Navy mit einer HMS Biter und einem HMS Charger einen Besuch ab. An Bord holt er sich moralische Unterstützung. Am Ende bekommt er eine Trophäe überreicht – Tigerhai mit Dreizack; wie passend!
Weltrekord Nr. 1: Der erste Mensch, der die gesamte britische Südküste abschwimmt
In nur 30 Tagen schwimmt Ross die gesamte Südküste Englands ab – als erster Mensch überhaupt. Kitesurfer Tom Bridge und Surf-Legende Andrew „Cotty“ Cotton statten ihm zur Feier des Tages einen Besuch ab. Außerdem schwimmt er in derselben Woche 25 Kilometer in nur neun Stunden – das ist britischer Rekord.
8 Min
The Battle of Land’s End – Ross Edgley's Great British Swim Ep6
We join Ross Edgley and his team as they approach the biggest and most significant landmark of the journey so far: Land’s End. If Ross can pass it, he'll have completed the whole of the South coast.
Deutsch +7
Der Bristolkanal spuckt einen Zwergwal aus
„Rhino Neck is coming!“, kündigt Ross an, bevor er sich in den Bristolkanal begibt. Der starke Wellengang schleudert ihm das Wasser mitten ins Gesicht: „Drei Tage lang verprügelte mich der Bristolkanal…das war bis jetzt der härteste Part des ganzen Abenteuers. Es war brutal.“ Doch mit der Unterstützung eines riesigen Zwergwals, der neben ihm auftaucht, gelingt ihm auch das. Zwischen 01:09 und 01:53 siehst du, wie Ross auf den Zwergwal trifft.
11 Min
Ross Edgleys Great British Swim: Episode 8
Nach mehr als 1.000 geschwommenen Kilometern machen die Schultern von Ross komische Geräusche. Sport-Physio Jeff Ross schaut sich das mal genauer an!
Deutsch +9
Durch die Irische See
Ross schwimmt als erster Brite durch die Irische See, ein weiterer Rekord. Doch nicht alles ist Sonnenschein: „Das Schwimmen bei Nacht ist Horror“, muss er zugeben.
August
Halbzeit: Das Mull of Kintyre
Nachdem er 1.411 Kilometer zurückgelegt hat, erreicht Ross offiziell die Hälfte der geplanten Distanz. Ein riesiger Meilenstein, der sich auch eine Wohltat für die Psyche ist: „Wir zählen die Tage jetzt runter, nicht mehr rauf.“, freut er sich, als er das Mull of Kintyre erreicht.
Weltrekord Nr. 2: Die längste inszenierte Schwimm-Tour im Meer
Am 14. August holt sich Ross seinen zweiten Weltrekord: Mit über 73 Tagen ist nun kein Schwimm-Abenteuer länger, als dasjenige von Ross. Mit 1.450 Kilometern, die noch vor ihm liegen, ist der Rekord aber noch nicht in trockenen Tüchern – schafft er es nicht zurück nach Margate, wird der Rekord für nichtig erklärt. Der Druck ist nach wie vor da.
Schwimmgang mit Haien
„Schottland hat mir heute eine kleine Überraschung geboten“, erzählt Ross, der den Morgen damit verbracht hat, mit Haien zu schwimmen. Ein größeres Problem sind aber die Orcas: „Es sind die Killerwale, mit denen ich mich nicht wirklich wohl fühle. Ich versuche einfach möglichst unappetitlich auszusehen“. Die Haie siehst du zwischen 06:40 und 08:24.
10 Min
Ross Edgleys Great British Swim: Episode 14
„Es sind die Killerwale, mit denen ich mich nicht wirklich wohl fühle. Ich versuche einfach möglichst unappetitlich auszusehen“. Die Haie siehst du zwischen 06:40 und 08:24.
Deutsch +9
Weltrekord Nr. 3: 900 Meilen (1.448 km) in 62 Tagen
Als Ross John O’Groats erreicht, wird ihm klar, dass er sich einen weiteren Weltrekord gekrallt hat: Er legte 900 Meilen in nur 62 Tagen zurück und ist damit der Mensch, der am schnellsten von Land’s End bis John O’Groats geschwommen ist.
Der Moray Firth, eine Bucht in Schottland, ist brutal, da er versuchen muss, den gefährlichen Oststürmen zu entkommen. Essen, schwimmen, schlafen – für anderes bleibt keine Zeit. Teile der Etappe waren wirklich brutal. Mit einer privaten Flugshow der Red Bull Matadors feiert er aber seinen 100. Tag auf See.
Die Red Bull Matadors zelebrieren den 100. Tag auf See.
Sturm Ali macht Ross einen Strich durch die Rechnung
Als der Sturm Ali die Ostküste Schottlands in Beschlag hält, bleibt Ross und sein Team nichts anderes übrig, als im Hafen von Dunbar zu warten: „Ich würde gerade lieber in einem Hurrikane schwimmen, als hier im Hafen herumzusitzen.“ Ross muss einsehen, dass er gegen Mutter Natur manchmal einfach nichts ausrichten kann.
Der Weg zurück nach England
„Wir sind zurück in England und es fühlt sich großartig an“, meint Ross, als er eine Gruppe Qualen zurücklässt, die die Grenze bewachen. Ein Tag zum Feiern für das gesamte Team!
Es ist ein sehr persönlicher Triumph für Ross, als er an seiner Heimat in Lincolnshire vorbei schwimmt. Um hier her zu gelangen, musste er sich aber zunächst mit Schiffen und trübem Wasser im Humber Estuary, einem weiteren Schiffs-Kanal, auseinandersetzen. Es blieb ihm nur eine Stunde, um ihn zu durchqueren. Und das Wasser war anders, als alles, was er bisher zu schmecken bekommen hat: „Das war kein Wasser. Ich glaube, ich bin in Fäkalien geschwommen.“ Zwischen 02:15 und 03:34 bekommst du das Ganze zu sehen.
12 Min
Ross Edgleys Great British Swim: Episode 21
Es ist ein sehr persönlicher Triumph für Ross, als er an seiner Heimat in Lincolnshire vorbei schwimmt. Vorher musste er sich aber mit Schiffen und trübem Wasser im Humber Estuary auseinandersetzen.
Deutsch +7
Sturm Callum gratuliert Ross zum Geburtstag
Als Sturm Callum auf die Ostküste trifft, muss das Team erneut aussetzen – genau am 33. Geburtstag von Ross. Er macht das beste daraus und feierte den Tag mit einem Wikinger-Helm.
Die Themse-Mündung
Ross trifft erneut in Essex ein und er macht sich bereit für den letzten Push nach Margate. Schlechtes Wetter ist im Anmarsch und er merkt, dass er noch einmal kämpfen muss, um das Ziel zu erreichen – besonders, da die Themse-Mündung bevorsteht: „Stell dir einen arktischen Sturm gepaart mit der Wasserqualität des Humber und jeder Menge Schiffe vor: das ist die Themse-Mündung“, erklärt Ross.
Die Themse-Mündung ist das letzte große Hindernis kurz vor dem Ziel.
Weltrekord Nr. 4: Ross ist der erste Mensch, der rund um Großbritannien schwimmt
Am 4. November 2018 beendet Ross seine Reise: Er ist der erste Mensch, der die komplette Küste Großbritannien abschwimmt, ohne einen Fuß an Land zu setzen. 400 Leute werfen sich in das eisige Wasser, um ihn auf den letzten Metern zum neuen Weltrekord zu begleiten und er steigt genau an dem Punkt aus dem Wasser, an dem sein unglaubliches Abenteuer 157 Tage zuvor seinen Anfang nahm.