Radsport
Van Aert triumphiert endlich bei Paris–Roubaix
Monumentaler Sieg beim Klassiker: Seit seinem Debüt auf dem französischen Kopfsteinpflaster 2018 hatte Wout van Aert den Triumph bei Paris–Roubaix fest im Visier.
Wout van Aert hat sich seinen Traum erfüllt: Am Sonntag triumphierte er beim Eintagesklassiker Paris–Roubaix nach einem packenden Kopf-an-Kopf-Sprint gegen Tadej Pogačar. Der Belgier sicherte sich damit seinen lang ersehnten ersten Sieg bei der "Königin der Klassiker" – nach einem späten Duell zweier Ausnahmekönner des modernen Radsports.
Der 31-jährige Belgier setzte sich auf den letzten Metern im Velodrom von Roubaix entscheidend von Pogačar ab und krönte damit ein turbulentes Rennen, das von zahlreichen Attacken und noch mehr mechanischen Defekten auf den anspruchsvollen Kopfsteinpflasterpassagen geprägt war.
Van Aert setzte sich im Zielsprint gegen Pogačar durch.
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Wout van Aert widmet den Sieg bei Paris-Roubaix seinem ehemaligen Teamkollegen
Es war ein emotionaler Moment für van Aert, der das Rennen in den vergangenen Jahren beinahe gewonnen hätte und auf diesen Erfahrungen aufbauen konnte.
"Ich hatte Pech in der Vergangenheit, aber es hat mir Erfahrung gebracht", sagte er mit Blick auf seine früheren Rennerfahrungen bei Paris-Roubaix. "Selbst heute, als das Glück nicht auf meiner Seite war, habe ich weiter daran geglaubt. Endlich ist die Belohnung da."
Als das Glück nicht auf meiner Seite war, habe ich weiter daran geglaubt.
Wout van Aert feiert den wohl größten Sieg seiner Karriere.
© Anne Christine Poujoulat /Getty Images / Red Bull Content Pool
Van Aert nahm 2018 zum ersten Mal an Paris-Roubaix teil, eine Ausgabe, die vom Tod seines Teamkollegen Michael Goolaerts nach einem Sturz während des Rennens überschattet wurde.
"Seitdem war es mein Ziel, hierher zu kommen und mit dem Finger in den Himmel zu zeigen", sagte er. "Dieser Sieg ist für Michael, aber vor allem für seine Familie und für sein ehemaliges Team."
Paris-Roubaix 2026 im späten Duell entschieden
Paris-Roubaix, eines der bekanntesten Eintagesrennen im Profi-Radsport, zeichnet sich durch seine langen Kopfsteinpflasterabschnitte aus, die oft über den Ausgang des Rennens entscheiden und selbst die stärksten Fahrer regelmäßig aus dem Konzept bringen.
Im Vorfeld des Rennens konzentrierte sich die Aufmerksamkeit auf Titelverteidiger Mathieu van der Poel und Pogačar, der das Rennen zu seiner Liste der großen Tagessiege hinzufügen wollte. Van Aert, der in diesem Rennen schon einige Male knapp gescheitert war, war immer noch auf der Jagd nach seinem ersten Sieg hier.
Van Aert und Pogačar arbeiteten gut als Duo und hielten den Druck aufrecht.
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Die Anfangsphase war von extrem hohem Tempo geprägt, dennoch blieb das Hauptfeld lange geschlossen, ehe die Kopfsteinpflasterpassagen allmählich ihre Wirkung entfalteten. In der Folge spielten mechanische Probleme und Reifenpannen eine entscheidende Rolle und trafen mehrere der Topfavoriten, darunter Pogačar und van der Poel.
Van Aert und Pogačar setzten sich in der Schlussphase gemeinsam an die Spitze und lieferten sich im Wechsel scharfe Attacken, konnten sich in den letzten Sektoren jedoch nicht entscheidend voneinander lösen.
Schließlich erreichten sie Seite an Seite das Velodrom von Roubaix, wo van Aert zunächst abwartete, ehe er den Sprint eröffnete und sich auf den letzten 200 Metern entscheidend absetzte.
Hinter ihnen sicherte sich Jasper Stuyven den dritten Platz vor van der Poel.
Die Top 3 von Paris-Roubaix 2026
- Wout van Aert (Visma-Lease a Bike) - 5:15:52
- Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) - gleiche Zeit
- Jasper Stuyven (Soudal Quick-Step) - +13s