Midas ist Rapper, jung, hungrig und kommt aus Burgdorf bei Bern. So weit so unauffällig. Viele junge talentierte Rapper kommen aus der Region Bern. Aber nicht viele ticken so einzigartig wie Midas. Er ist ein Underdog mit dem Potenzial für Massentauglichkeit. Das beweist er auch in seinem Red Bull 60 Seconds Freestyle:
Cha der sege wie sechs afüehlt, wenn si chöme und der aus nehme Blaui flecke vo Handschelle, si Kollateralschäde
Müsste man die Kunst von Midas konkreter einordnen, müsste man einige Subgenres des Rap miteinander verbinden. Aber genauso facettenreich wie er sich zeigt, so klar stechen immer wieder Elemente aus dem Strassenrap heraus. Man spürt sofort, dass dieser junge Mann etwas zu erzählen hat und keine Angst zeigt, auch von dunkeln Zeiten zu erzählen. Trotzdem sagt er: «Grundsätzlich erzähle ich in meinen Songs direkt aus meinem Leben.
Aber in einer sehr bewussten Art. Ich spreche nämlich auch über viele Dinge nicht in meinen Texten. Jeder, der Rap macht wie ich, versteht warum es Dinge gibt, über die man nicht sprechen kann». Trotzdem oder gerade deswegen war das Ausdrücken über die Musik, schon immer sehr wichtig für Midas: «Rappen ist ein Ventil für mich. Vor allem, weil ich mich in einem Umfeld bewegt habe, in dem man seine Gefühle ungern gezeigt hat. Da war Rap zeitweise überlebenswichtig für mich.»
Frag die wo gange si, Aui die wo gfange si Maches fürne chline Kreis, Mir maches nid für angeri
Schweizer Rapper und Rapperinnen müssen immer wieder um Aufmerksamkeit kämpfen. Nur wenigen gelingt der Durchbruch und das Erreichen der grossen Massen. Schweizrap ist der ewige Underdog der hiesigen Musikszene. Das kann anspornend sein, manchmal aber auch einfach ermüdend: «Klar wünsche ich mir mehr Aufmerksamkeit, wenn wir ehrlich sind, ist wahrscheinlich niemand gerne ein Underdog». Props für den aufkommenden Lyriker oder den Lieblingsrapper der Lieblingsrapper zu sein, sei zwar schön, reiche aber nicht um aus dem Hobby einen Beruf zu machen.
Aber vielleicht bleibt das auch einfach die Realität von einem Strassenrapper in der Schweiz: «Ich werde wohl nie davon leben, aber immer dafür». Daran zeigt sich, unterkriegen lässt sich Midas auf keinen Fall. Zum Glück, denn seine Musik ist vielversprechend und lässt Schweizrap-Fans hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Er selbst tut das auch. Etwas anderes als dranbleiben komme für ihn nämlich nicht in Frage: «Ich möchte mich selbst bleiben. Ich wünsche mir einen Push und auch falls er nicht kommen sollte, bleibt meine Musik so wie sie ist, nämlich echt».