Vaito
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Music

Red Bull 60 Seconds mit VAITO: «Ich war ein Problemkind»

Auch wenn vieles anderes unsicher war: der Urdorfer Rapper VAITO wusste schon immer, dass in der Kunst und Kreativität sein Glück liegt.
Autor: Mira Weingart
3 min readPublished on
Die Musik von VAITO muss man sich so vorstellen, wie er selbst ist: ein bunter Mix. Er lässt sich nicht nur als klassischer Rapper definieren, sein Sound bedient sich auch an Afro-Elementen, über Funk bis sogar zu Jazz. Mit dieser Art von Musik scheint er einen Nerv zu treffen: Der Song «SÄG IHRE JETZT» zählt knapp 19'000 Streams, das ist eine beachtliche Zahl für einen Newcomer. Noch beeindruckender sind seine Tiktok-Followers: bereits 17'000 Menschen folgen ihm auf der App und mit seinen Videos hat er auch bereits die eine oder andere Schlagzeile in Schweizer Medien gelandet. Im Red Bull 60 Seconds beweist er, dass man sich auf weitere Songs und virale Hits freuen kann.
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Ich bin mixed wie es 30ger Jahr Foti Schwarz wie Coki, Wiis wie Coki
Vaito
VAITO ist Schweizer mit Wurzeln in Angola. Schon immer fühlte er sich zu beiden Kulturen hingezogen, möchte sich aber auf keinen Fall festlegen müssen: «Ich bin weder voll Schweizer noch voll Angolaner. Ich bin wohl einfach ich. Ich sehe mich als Victor und ich mache einfach die Dinge, die mir gefallen, egal woher sie stammen». Die Liebe zur Musik hat Vaito auch seiner Mutter zu verdanken: «Bei uns zuhause lief ständig Musik im Hintergrund. Meine Mutter ist selbst auch ein kreativer Mensch und führte einen Club in den 90ern. Bei uns war alles voll mit CDs mit Musik aus der ganzen Welt». Dabei hatte der Rapper auch mit einigen Hindernissen zu kämpfen in seiner Kindheit.
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Die Schule sei ihm schwer gefallen, er fühlte sich oft als würde er nicht richtig reinpassen und ankommen: «Meine Kreativität hat mich schlussendlich gerettet, sie war immer da. Ohne die Musik hätte ich mich wohl einfach einer anderen Art von Kunst verschrieben. Oder wäre dann komplett auf die schiefe Bahn geraten», lacht der Rapper. An der Hiphop Kultur fasziniert ihn nicht nur Rap. Auch im Sprayen von Graffitis und Breakdancen hat er sich bereits ausprobiert: «Wann immer ich etwas gesehen habe bei anderen, das mich faszinierte, wollte ich es direkt auch selbst probieren».
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Ich säg eui: Da hebt keine vo eui mit, ich bin vo Urdorf, träge Feineboi and shit
Vaito
Zürich ist eine pulsierende Rapstadt. Oft geht dabei vergessen, dass es rundherum kleinere Orte gibt, die genauso Aufmerksamkeit verdient haben. Geht es nach Vaito, gehört Urdorf definitiv in diese Kategorie: «Wir sind immer ein wenig die Underdogs, auch wenn die Leute Urdorf grundsätzlich kennen». Natürlich sei Zürich einfacher verständlich, für Menschen ausserhalb der Kantonsgrenze. Aber trotzdem sagt VAITO er sei gerne ein Urdorfer Rapper: «Wir haben unseren eigenen Stolz». Diesem Stolz liegt aber noch etwas anderes zu Grunde. Den Glauben an die eigene Musik und das eigene Talent: «Ich bin fest davon überzeugt, dass ich es bis ganz nach oben schaffen kann. Das Zeug dazu habe ich definitiv. Es stellt sich nur noch die Frage, wann mein Zeitpunkt kommen wird». Ein wenig Geduld ist also noch gefragt, aber wir werden auf jeden Fall wieder von VAITO hören.