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300 Tage im Jahr Biken-Vergnügen in Chur
Christian "Hitsch" Lüscher stellt den Alpenbikepark vor.
Keiner kennt den Alpenbikepark in Chur besser als Christian «Hitsch» Lüscher. Mehr als 400x brettert er jede Saison vom Brambrüesch in die Alpenstadt runter. „Letzten Sommer tourten ein Freund und ich zu allen grossen Bike Parks in Europa, um am Ende festzustellen, dass wir hier in Chur die beste Strecke haben“, resümiert Hitsch mit einem Lächeln.
11 Min
GoPro POV Run
POV Downhill MTB Run im Alpenbikepark
Im 2009 wurde die Strecke am Brambrüesch für die Schweizer Downhillmeisterschaften ins Leben gerufen. In den Jahren danach ging die Piste beinahe vergessen, bis sich im 2012 der Verein Alpenbikepark Chur neu organisierte und den Park zur heutigen Perle heranwachsen liess. Unter der Federführung von Hitsch verzeichnet er heute nicht weniger als 35 Sprünge und 12 Drops über die ganze Strecke. Alleine im 2016 haben die Vereinsmitglieder über 1000 Stunden Fronarbeit in den Unterhalt und die Optimierung der Lines gesteckt. „Da wir hier oben alles mit Manneskraft erstellen, nutzen wir vorwiegend nur das Holz und die Erde aus unmittelbarer Nähe“. Nebst einem einmaligen Engagement von über 17'000 CHF der Stadt Chur für die Flowline deckt die Vereinskasse alle anfallenden Kosten für Neubauten und Unterhalt. Dank einer Gewinnbeteiligung am Bike-Transport der Bergbahnen sorgen zwei Vollzeit-Shaper für ungebremsten Fahrspass.
Der Alpenbikepark erstreckt sich über zwei Sektionen. Die beiden Bahnen überwinden zusammen über 1000 Höhenmeter. In der oberen Sektion stehen drei verschiedene Lines für jedes Niveau zur Verfügung. „Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass hier nicht nur die Downhiller und Flugakrobaten auf ihre Kosten kommen“, meint Hitsch. Viele Familien, Endurobiker, aber auch neugierige Einsteiger verlieren sich auf den Trails ob Chur.
Die warmen Winter der vergangenen Jahre führen dazu, dass der Alpenbikepark beinahe zum ganzjährigen Vergnügen avanciert. In den letzten Wintersaisons musste jeweils nur im Januar und Februar der Betrieb eingestellt werden. Meist dank der Hilfe des Föhns verharrt der Schnee nicht lange in Chur, und der Bikepark bietet bereits wieder beste Trainingsbedingungen, währendem in den restlichen Alpen noch der Skitourismus dominiert. „Nicht selten kommen die Biker aus München oder südlich der Alpen angereist“, erklärt Hitsch. „Und seit den Downhill Worldcups in der Lenzerheide amüsieren sich immer mal wieder bekannte Topriders auf unseren Trails und machen unseren Park über die Landesgrenzen hinaus bekannt“, fügt Hitsch etwas stolz hinzu.
Ein spezielles Highlight im Park hat Hitsch nicht. Für ihn ist die Gesamtheit der Anlage einmalig: „Mit über 200 Anliegerkurven, 35 Sprüngen und 12 Drops auf 1000m Höhenunterschied verteilt, sucht unser Park seinesgleichen.“ Der Erfolg gibt ihm Recht. Mit über 200'000 Fahrten im Jahr gehört das Angebot mittlerweile zu einem wichtigen Tourismuszweig der Region. Im Herbst 2017 wird die Churer Stadbevölkerung darüber abstimmen, ob die Bergbahnen Brambrüesch weiterhin subventioniert werden. „Nur mit einem positiven Ausgang ist die Zukunft des Bike Parks in dieser Form gesichert“. Es wäre Hitsch, seinen Shaperkollegen und allen Freunden des Alpenbikeparks zu gönnen.






