Chris Matthews, a.k.a. Lethal Shooter, ist nicht ohne Grund einer der begehrtesten Basketball-Coaches in den Vereinigten Staaten. Das liegt vor allem daran, dass er auf dem Court so tödlich ist wie im Training selbst. Während seines letzten Spiels als Profi-Spieler im Jahr 2016 hat er seine Gegner regelrecht vom Platz gefegt und ganze 60 Punkte geholt -- bis er sich dazu entschloss, seine Leidenschaft als Spieler zu kanalisieren und anderen dabei zu helfen, ihre Skills zu verbessern.
"Lass dich nicht unterkriegen. Das bedeutet, dass du durch Unglück, durch schwere Zeiten, gehen und den vollen Fokus auf dein Ziel richten musst. Jeder von uns muss täglich an seiner Profession arbeiten", meint Matthews.
Spieler entwickeln sich über die Zeit und so entwickelt sich auch der Sport. Basketball hat, seit es im Jahr 1891 erfunden wurde, als Profi-Sport einige Veränderungen durchgemacht, die es wert sind, sich genauer anzusehen. Neue Styles, neue Technologien und neue Regeln haben den Sport im Laufe der Jahre zu dem gemacht, was er heute ist.
Aber wo hat alles begonnen? Angefangen bei Pfirsichkörben bis hin zu den Körben, die wir heute kennen -- wir nehmen dich mit durch die Geschichte des Basketballs.
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Die frühen Jahre des Basketballs
Basketball wurde von einem Kanadier mit dem Namen Dr. James Naismith erfunden, während er an der International YMCA Training School in Springfield, Massachusetts, einen Kurs über die Physis gab. Wie die Legende besagt, hatte er das Gefühl, dass die Wintersportarten physisch nicht so anspruchsvoll seien wie Sommersportarten à la Rugby, Fußball und Lacrosse. Am 5. Dezember 1891 erfand er deshalb Basketball.
Alles begann damit, dass Naismith seine Klasse in zwei Teams teilte und zwei Pfirsichkörbe an den Balkon nagelte, etwa drei Meter über dem Boden. Die Klasse bekam einen Fussball in die Hand gedrückt und ihr wurde gesagt, dass sie einen Punkt erzielt, wenn sie den Ball im Korb unterbringen konnte. Dribbling war ursprünglich kein Teil des Spiels, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis sich das ändern sollte. Naismith jedenfalls erfand die ersten 13 Regeln des Basketball-Sports, darunter "Ein Spieler darf nicht mit dem Ball laufen" und "Kein Schultern, kein Halten, kein Beinstellen und kein Schlagen des Gegners".
Diese Rahmenbedingungen erlaubten es Schüler, öffentliche Matches zu veranstalten und andere Schulen herauszufordern. Durch Mundpropaganda wurde das Spiel immer populärer und die originalen Regeln von Naismith wurden in College-Magazinen abgedruckt. Es gibt eine Debatte darüber, wann das erste wirkliche College-Game ausgetragen wurde, aber die Aufzeichnungen verweisen auf ein Spiel zwischen der Hamline University und der School of Agriculture der University of Minnesota am 9. Februar 1895.
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Die späten 1800er - 1930er
Dribbling, eine der wichtigsten Techniken im Basketball, wurde dann in den späten 1800er-Jahren eingeführt. Es gab den Spielern eine gewisse Kontrolle über den Ball und die Chance, sich freier zu bewegen, nachdem das Laufen mit dem Ball grundsätzlich verboten war. Das erste Team, das Dribbling laut Aufzeichnungen praktizierte, war die Yale University im Jahr 1897. Bevor das Ganze aber als "Dribbling" bezeichnet wurde, sprach man von "sich selbst einen Pass zuspielen". Es erlaubte den Spielern, sich den notwendigen Freiraum für einen Wurf zu verschaffen oder den Ball einem Teamkollegen zu passen, der sich weit entfernt platziert hat. Es war dieser simple Move, der das Spiel revolutionierte. Neue Taktiken und Spielstrategien wurden eingeführt, womit der Anspruch des Games mächtig stieg.
Dennoch war es erst im Ersten Weltkrieg soweit, dass der Sport wahrlich international wurde. Die US-amerikanischen Streitkräfte setzten Basketball ein, um sich von den langen Stunden in den Barracken abzulenken. Die Soldaten und Mitglieder von YMCA, die während der Zeit der Reparation aus dem Dienst entlassen wurden, brachten ihren europäischen Kollegen die Regeln des Spiels bei. Das war der Punkt, an dem dessen Popularität weiter stieg.
Schon davor, im Jahr 1904, wurde Basketball als "Demonstrations-Event" bei den Olympischen Spielen in St. Louis gespielt. Ab 1936 hatte sich das Spiel eine umfassende internationale Popularität erarbeitet, sodass bei den Olympischen Spielen in Berlin erstmals auch Basketball als Medaillen-Disziplin aufgenommen wurde.
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1940er - 1970er
Dank des Live-Fernsehens wuchs der Basketball-Sport in den 1940er Jahren weiter. Das erste Spiel wurde am 28. Februar 1940 im amerikanischen TV ausgestrahlt.
In dieser Zeit wurde auch die NBA gegründet. In den späten 1940er Jahren gab es zunächst aber zwei bedeutsame Basketball-Ligen: Die "Basketball Association of America" (BAA) und die "National Basketball League" (NBL). Die NBL spielte ihre erste Saison in den Jahren 1898/1899. Die BAA hingegen war eine sehr viel neuere Liga, die in New York City am 6. Juni 1946 ins Leben gerufen wurde.
Nach Jahren der Konkurrenz zwischen der BAA und der NBL taten sich beide am 28. Mai 1949 zusammen, um die National Basketball Association (NBA) zu gründen, eine der bekanntesten Sport-Ligen der Welt. Bis heute gilt diese Entscheidung als signifikantes Business-Manöver, da der Sport noch populärer wurde und sich die Fanbase als Einheit präsentieren konnte.
Im Jahr 1967 bedrohte dann eine neue Organisation mit dem Namen "American Basketball Association" (ABA) die Dominanz der NBA. Ein weiteres Mal vereinigten beide ihre Kräfte, das war im Jahr 1976, und die National Basketball Association wurde damit erneut der Rücken gestärkt. Obwohl die Lebensspanne der ABA relativ kurz ausfiel, hatte sie einen bedeutenden Einfluss auf das Spiel, da sie sich für die Einführung der 3-Punkte-Linie verantwortlich zeigte. Die NBA testete diese Idee in der Saison 1979-1980, den Rookie-Jahren von Larry Bird und Magic Johnson. Sie wurde unmittelbar zu einem neuen Fan-Favorite!
In dieser Periode entwickelte sich der Basketball-Sport zu einem nationalen Phänomen in Amerika. Große Namen wie Wilt Chamberlain und Bill Russel wurden immer berühmter. Chamberlain schloss sich der NBA im Jahr 1959 an, während er für die Philadelphia/San Francisco Warriors auf den Platz lief. Im Jahr 1965 erfolgte dann der Wechsel zu den Philadelphia 76ers und 1968 spielte er für die Los Angeles Lakers. 1973 beendete er seine Karriere nach 14 Jahren auf dem Court schlussendlich.
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1980er - Gegenwart
In den 1980er-Jahren kam es dann in Sachen Popularität zu einem Einbruch: Drogenprobleme machten innerhalb der NBA-Spieler der Runde, womit die meisten Arenas an Spieleabenden halbleer waren. Doch gelang es Spielern wie Earvin "Magic" Johnson und Larry Bird den Umschwung herbeizuführen, wodurch die Phase der 80er-Jahre zu einer transformativen Dekade für den Basketballsport wurde. Dazu trug auch das amerikanische Basketball-Team von Olympia 1992 bei, die dabei half, die Fanbase zu revitalisieren. Das "Dream-Team" umfasste Legenden wie Earvin Magic Johnson, Michael Jordan, Larry Bird und Scottie Pippen. Es gelang ihnen, die Gegner mit smarten Moves auszuspielen; am Ende waren 16 Goldmedaillen die Folge.
Der immense Erfolg bedingt in weiterer Folge die Medienwahrnehmung rund um den Sport, was wiederum Sponsoren- und Marken-Deals mit den berühmtesten Spielern der Welt nach sich zog. Um dir einen Eindruck zu liefern: Die Zuschauerzahlen in der NBA steigen jährlich um 22%. Im Durchschnitt lagen die Views 2022 bei 12,4 Millionen, während Instagram-Reels ganze 716 Millionen Plays und YouTube ganze 88 Millionen Views generieren.
Der Basketball-Sport hat eine lange und interessante Geschichte hinter sich. Seit seiner Gründung im Gym einer Schule hat das amerikanische Game unfassbar grosse Entwicklungssprünge gemacht. Basketball wird heute auf der ganzen Welt gespielt, in internationalen Ligen wie der EuroLeague oder der Chinese Basketball Association und an Locations wie den Malediven bis hin zu den Pyramiden von Gizeh, wo das Red Bull Half Court Weltfinale stattfand.