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10 Schweizer Musik-Videos, die wir 2020 gefeiert haben

© Youtube / Mimiks
2020 - ein wirklich spezielles Jahr. Nicht zuletzt auch für die Musikszene. Trotzdem oder gerade deswegen: die Deutschschweizer Rap-Szene hatte ein paar Clip-Highlights zu bieten. Unsere Favoriten.
Autor: Martin Seebacherveröffentlicht am
Kaum Live-Auftritte, keine Festivals - dafür viel Kreativität und tolle neue Musik. 2020 war ein besonderes Jahr für die Musikszene. Doch trotz (oder gerade wegen) der widrigen Umstände, erschienen in der Schweizer Hip-Hop Szene ein paar aussergewöhnliche Musik-Videos, die uns dieses Jahr wirklich begeistert haben. Hier eine (sicher nicht vollständige) Übersicht mit ein paar unserer Favoriten:

1. Nativ - #dababyflow

2020! Der Clip zu Nativs "#dababyflow" schreit förmlich nach einem Feature im Schweizer Musik-Jahresrecap. März im Jahr der Pandemie, die ganze Welt ist im ersten Lockdown. Und Nativ? Der Berner Rapper bringt ein Video raus und trommelt dafür Freunde, Kollegen, Bekannte zusammen. Ein wilder Mix an Homevideos von Bud Penseur über Xen bis hin zum Schweizer Red Bull BC One Cypher-Gewinner B-Boy Moa. Randnotiz: Nicht nur das Video, auch der Track selbst sind Garant für gute Laune.
Für Swift 16 hat Nativ übrigens auch schon ein paar Freestale-Bars vor dem Red Bull Mic gedroppt. Hör‘s dir an:
Music · 1 Min
Swift 16: Nativ

2. Mimiks – Egal was chund (feat. ALI)

Hat hier jemand “Lockdown-Video” gesagt? Auch Mimiks schnappt sich 2020 kurzerhand seinen 041-Kollegen ALI und produziert einen Clip in der heimischen Küche. In Hochkant. Während Generationen von Filmemachern leise in ihr Bettlaken weinen, zeigen die beiden Luzerner wie viel Spass gemeinsames Kochen machen kann. WG-Vibes vom Allerfeinsten. Hmm… lecker.

3. LCone – Saurus

Allein der Anfang des Fun-Bangers des Jahres bringt den Clip wohl in jeden 2020-Recap. Da sagt LCone gerade heraus, dass er nichts drauf hat. Und dann bestätigt ihm auch noch Kollege davey6000, dass er nichts drauf hat. Egal, was soll’s! Man muss nehmen, was man bekommt. Ist ja auch komplett egal. Was folgt ist ein Mashup aus Rap-Pop-Referenzen – gepaart mit einem Kinderlied über den kleinen Dino Joshua. Genial oder wahnsinnig? Wahrscheinlich beides.

4. Luuk – Wo ich herchume (feat. Nativ)

Vielleicht einer der wichtigsten Tracks und Videos des Jahres: In «Wo ich herchume» rappen Luuk und Nativ über die Schweiz – oder genauer gesagt, die Kluft zwischen Arm und Reich und Alltags-Rassismus in ihrem Heimatland. Der Clip unterstreicht die Botschaft: Schweizer, in allen Hautfarben, Mindsets und sozialen Schichten werden da gezeigt - und ein Land zwischen kitschigem Fotomotiv und Hinterhof-Romantik. Manchmal übertrieben schön, manchmal kurz vor hässlich. Aber nie überzeichnet.

5. Priya Ragu – Good Love 2.0

Was das Video zu Priya Ragus «Good Love 2.0» so besonders macht? Die Momente. Mal sieht man Ragu vierfach wie in einem Kaleidoskop. Mal wirken die Aufnahmen des Strandes wie aus einem französischen Arthouse-Film. Mal spielt der Clip mit verschiedenen Formaten. Und hin und wieder lächelt Ragu verschmitzt in die Kamera – so als gehöre sie gar nicht in dieses filmerische Meisterwerk. So als wäre das einfach ein spassiger Trip. Good Love eben.

6. Skinny Stylus – Issa Knife (feat. LieVin, JK Devante)

«Issa Knife» von Skinny Stylus ist ein buntes, überzeichnetes Rap-Meisterwerk. Tatsächlich erinnert das Video von Director Prisselly zu weiten Teilen an die Romandie-Banger von Rappern wie Slimka. Alles ein bisschen drüber, von allem ein bisschen zu viel. Aber genau das macht am des Ganzen so viel Spass.

7. DIDI - Überlegg (feat. Jamal, Don Fuego & Denaro)

Auch die No Basic-Crew um DIDI hat ihr ganz eigenes Corona-Lockdown-Vid produziert. «Überlegg» ist der Querschnitt durch die Generation Insta: Insta-Stories, Filter, Zoom-Dates – das war 2020, Freunde! Obendrein gibt’s noch ein bisschen Cat-Content zur guten Laune.

8. Cinnay – Was fäut

Topmodel in Zermatt: Vor traumhafter Kulisse laufen beim Freiburger Cloud-Rapper Cinnay Models den Laufsteg entlang. Das Ganze vor weichgezeichneter 70s Optik. Zeitlos zeitgeistig kommt das daher. Und dank des Matterhorn-Backgrounds bekommen die Bilder auch noch die nötige Grösse.

9. Cobee – Burfday!

Geburtstag mal anders: in «Burfday!» untermalt Cobee einmal mehr sein Image als Aushängeschild des Schweizer Rap-Grunge. Allein tanzend, allein vor dem Fernseher, allein auf der Strasse: die einzigen Menschen, die man neben dem Berner in seinem Video sieht, sind die, welche ihn verprügeln.

10. Jamal - Colorblind

Bereits im Februar veröffentlichte No Basic auf ihrem Youtube-Kanal das "Lyric Video" zu Jamals "Colorblind". Und das hat es in sich: gnadenloser Minimalismus, gepaart mit einem Ende, dass den Zuseher verstört zurücklässt und die Message des Songs potenziert.