Bike
Wie Sie sicher wissen, startet die Tour de France 2025 am 5. Juli in Lille. Und wie jedes Jahr kommt bei vielen der Wunsch auf, selbst in die Pedale zu treten, ganz wie Wout van Aert oder Primož Roglič. Aber auf welchem Velo?
Triban RC520, Boardman SLR 8.9, Diamondback Haanjo 2, Liv Avail AR 4: das sind einige hochwertige Rennvelos, die Sie sich leisten können, ohne gleich das Eigenheim zu verpfänden.
Gerade für Anfängerinnen und Anfänger kann die Welt des Rennvelos überwältigend wirken. Und die Preise beim Händler vor Ort wirken dabei kaum beruhigend. Modelle unter 1’500 Euro sind selten, und viele kosten über 2’500 Euro und werden in Fachmagazinen trotzdem als «günstige» Optionen angepriesen.
Zum Glück gibt’s hier unsere Auswahl der besten Low-Cost-Rennvelos auf dem Markt.
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Triban RC520 – Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?
Preis: 1'199 Euro
Jedes Jahr aktualisieren wir diesen Guide mit grosser Freude und jedes Jahr bringt Triban ein Modell auf den Markt, das als Referenz in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis gilt. Mit dem RC520 erhält man eine hochwertige Shimano-Kurbelgarnitur (105 R7000) sowie Hybrid-Scheibenbremsen von TRP, die auch bei Regen für ein sicheres Fahrgefühl sorgen. Besonders erfreulich: Diese Komponenten, die sonst eher in höheren Preisklassen zu finden sind, wurden nicht auf Kosten anderer Bauteile verbaut.
Der Komfort kommt ebenfalls nicht zu kurz. Es besteht die Möglichkeit, Schutzbleche und einen Gepäckträger zu montieren sowie auf tubeless-Reifen (ohne Schlauch) umzurüsten. Und das Ganze gibt’s mit lebenslanger Garantie bei Decathlon auf Vorbau, Lenker und Rahmen. Ein echtes Schnäppchen für alle, die gerne auf der Strasse unterwegs sind.
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Boardman SLR 8.9 Carbon – Die Carbon-Option
Preis: 1'383 Euro
Ja, beim SLR 8.9 macht man preislich einen kleinen Sprung. Und trotzdem ist es das Beste, was man in dieser Preisklasse für sportliche Fahrerinnen und Fahrer bekommt, vor allem, wenn man Rennen fahren will (oder auch nicht), ohne dabei die Geldbörse zu sprengen.
Das Velo bietet eine gute Mischung aus Komfort und Reaktionsfreudigkeit. Es ist ausgestattet mit einem Carbonrahmen, Shimano 105 und hydraulischen Bremsbelägen. Es ist zwar etwas teurer, aber man bekommt definitiv viel fürs Geld.
Mehr Informationen hier.
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Specialized Allez E5 disc Sport - L’option futur pro
Preis: 1'599 Euro
Noch etwas teurer ist das Specialized Allez E5 disc, einfach die perfekte Wahl für alle, die in den Rennsport einsteigen möchten. So leicht wie möglich (der Aluminiumrahmen wiegt nur 1’375 Gramm) und mit einer Carbon-Gabel, die für eine ausserordentliche Wendigkeit sorgt und gleichzeitig genügend Steifigkeit bietet. Dieses Allez ist eine verlässliche Grösse.
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Triban RC500 - Die Scheibenbremsen-Option
Preis: 700 Euro
Decathlon erklärt, mit dem Triban RC500 das «komfortabelste Rennvelo» aus ihrem Sortiment geschaffen zu haben. Es bringt alles mit, was eine Nachwuchs-Radfahrerin oder ein Nachwuchs-Radfahrer für die ersten Kilometer braucht. Dazu gehören unter anderem die Shimano Sora Gruppe, mechanische Scheibenbremsen und ein vielseitiger Aluminiumrahmen. Zudem bietet es Möglichkeiten, Schutzbleche und Gepäckträger zu montieren. Die Gabel besteht aus Carbon, und die 28-mm-Reifen bieten mit genügend Platz auch Sicherheit – und erlauben sogar den Wechsel auf bis zu 32 mm breite Pneus. Ein guter Weg, um sich gemütlich an Gravel heranzutasten.
Schwer, für rund 700 Euro ein besseres Velo zu finden, wenn man nicht auf Gebrauchtware zurückgreift. Und selbst zu diesem Preis ist es nicht einfach, ein passendes Velo mit solchem Rahmen zu finden.
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Diamondback Haanjo 2 – Die Komfort-Option
Preis: 842 Euro
Mit einem Stahlrahmen verabschiedet man sich hier ein Stück weit vom Wettkampfgedanken und setzt ganz auf Komfort und Fahrvergnügen. Da es sich um ein Gravel-Bike handelt, kann man auch problemlos abseits der Strasse fahren. Zudem besteht die Möglichkeit, breitere Reifen zu montieren. Der Diamondback Haanjo 2 steht für Vielseitigkeit, egal ob Ausfahrten, täglicher Arbeitsweg, Stadt oder Land: Er passt sich allen Bedürfnissen an.
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Ribble R872 Tiagra – Der andere Preis-Leistungs-Prinz
Preis: 1’185 Euro
Im exklusiven Kreis der Rennvelos, die knapp über 1’000 Euro liegen, positioniert sich das Ribble R872 Tiagra ganz klar an der Spitze. Es wird zwar sowohl in den Kategorien „Endurance“ als auch „Sport“ geführt, neigt mit seiner Carbongabel aber eher in Richtung Geschwindigkeit.
Was den Komfort betrifft, ist es vergleichbar mit dem weiter oben erwähnten Boardman SLR 8.9. Komfort, Stabilität, Steifigkeit – alles stimmt. Und die Shimano-Tiagra-Schaltung macht ihren Job einwandfrei.
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Boardman SLR 8.6 Bike – Die Augenweide
Preis: 610 Euro
Entwickelt mit Unterstützung des dreifachen Tour-de-France-Etappensiegers und Olympiasiegers Chris Boardman, gilt das SLR 8.6 als Rennvelo mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Dieses Modell ist der Einstiegs-Renner der Marke und bietet alles, was man sich von einem ersten Rennvelo erwarten darf. Der Aluminiumrahmen ist schlank und modern, mit dünnen Sitzstreben sowie kantig geformten Unter- und Oberrohren – ein Rahmendesign, das auch bei den höherpreisigen Modellen der Marke zu finden ist. Die Schaltung stammt von Shimano Claris, und die von Boardman selbst gefertigten Laufräder sind leicht und sorgen für eine besonders gute Fahrkontrolle.
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Liv Avail AR 4 – Das Velo für Frauen
Preis: 1’099 Euro
Seit 2022 ermöglicht die Tour de France Femmes den besten Radfahrerinnen, an der weiblichen Version des grössten Radsportevents des Jahres teilzunehmen. Radfahren, wie jeder andere Sport auch, ist längst keine reine Männersache mehr. Deshalb hat sich die Marke Liv darauf spezialisiert, Modelle zu entwickeln, die speziell auf die Bedürfnisse von Frauen abgestimmt sind.
Das Liv Avail AR 4 ist ein weiteres Beispiel für diese durchdachte Herangehensweise – mit perfekter Geometrie, einer Shimano-Claris-Schaltung und einem Rahmen aus Aluminium.
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Giant Contend AR 1 – Die Vielseitigkeit
Preis: 1’800 Euro
Zugegeben, der Giant Contend AR 1 ist preislich kein Schnäppchen, aber was die Vielseitigkeit betrifft, ist er kaum zu schlagen. Ausgelegt auf Ausdauer und Komfort, bringt er alles mit: Scheibenbremsen, tubeless Reifen und hydraulische Shimano 105-Komponenten. Dieses Velo bietet beste Voraussetzungen für alle, die gerne viele Kilometer abspulen möchten.
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Trek Domane AL 3 Disc – Der König der Langstrecken
Preis: 1’449 Euro
Mit seinem ultraleichten Rahmen und der Carbongabel bietet das Trek Domane ein ausgesprochen angenehmes Fahrgefühl und verdient sich damit den Titel König der langen Distanzen. Das IsoSpeed-System hilft dabei, Vibrationen bestmöglich zu absorbieren, und die Shimano-Schaltung stellt eine grosse Übersetzungsbandbreite zur Verfügung. Perfekt für alle, die Flexibilität schätzen.
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FAQ
Wie stellt man sein Rennvelo richtig ein?
Ein richtig eingestelltes Velo macht den entscheidenden Unterschied. Beginnen Sie mit der Sattelhöhe: Das Bein sollte am unteren Punkt des Pedalhubs fast gestreckt sein. Sattel nach hinten oder vorne? Das Knie sollte in der Horizontalen mit dem Pedal ausgerichtet sein. Die Neigung sollte neutral sein und je nach Komfort angepasst werden. Beim Lenker: Eine leicht nach vorne geneigte Haltung, ohne Spannung in den Schultern, ist ideal. Wenn Sie Klickpedale verwenden, stellen Sie die Cleats sorgfältig ein, um Schmerzen zu vermeiden. Testen, anpassen, spüren: Ein gut eingestelltes Velo bedeutet mehr Fahrfreude, weniger Verletzungen und eine bessere Verbindung zu Ihrer Maschine.
Kann man einen Schlauch in einen Tubeless-Rennvelo-Reifen einsetzen?
Ja – und das kann Ihnen unterwegs den Tag retten. Wenn Ihr Tubeless-Reifen ein Loch hat, das die Dichtmilch nicht schliesst, können Sie problemlos einen Schlauch einsetzen. Das ist die klassische Notlösung, wenn Sie keinen Reparaturstopfen haben oder der Riss zu gross ist. Man verliert die Vorteile des Tubeless-Systems, aber man kann weiterfahren. Einfach das Tubeless-Ventil entfernen und den Schlauch wie bei einem normalen Reifen montieren. Einen Ersatzschlauch im Sattel- oder Rahmentäschli zu haben, ist ein sinnvoller Reflex für alle unvorhergesehenen Pannen.
Welche Muskeln trainiert das Rennvelofahren?
Rennvelofahren trainiert weit mehr als nur die Beine. Ihre Quadrizeps, hinteren Oberschenkel und Waden arbeiten intensiv, aber auch Gesäss, Bauchmuskeln und unterer Rücken sorgen für Stabilität. Selbst Arme, Schultern und Handgelenke sind gefordert, besonders im Wiegetritt oder bei Abfahrten. Kurz: Ein ganzheitlicher Sport ohne Stossbelastung, der Ausdauer, Rumpfstabilität und Explosivität stärkt. Mit jedem Kilometer formen Sie Ihren Körper fast unbemerkt. Das Resultat: ein athletischer, funktionaler Körper, gemacht fürs Leben. Rennvelofahren ist smart, effektiv… und stylisch.
Wie schaltet man beim Rennvelo richtig?
Schalten heisst: im Takt mit dem Velo tanzen. Gesteuert wird alles über die Schalthebel (Cocottes):
- Rechte Hand: hinteres Schaltwerk → feine Trittfrequenz-Anpassung
- Linke Hand: vorderes Schaltwerk → Kettenblattwechsel
Denken Sie voraus: Steigungen, Sprints, Ampeln – immer früh genug schalten, bevor es schwer wird. Gute Fahrerinnen und Fahrer treten nicht mit Gewalt, sie takten ihren Rhythmus. Lernen Sie, auf Ihre Beine zu hören. Je besser Sie schalten, desto flüssiger fahren Sie und je flüssiger, desto mehr Spass macht’s.
Wie klickt man die Rennveloschuhe richtig ein?
Das erste Einrasten kann etwas seltsam sein, aber wenn Sie’s mal können, wollen Sie nie mehr zurück. Vordere Cleat einführen, Druck ausüben: Klick. Zum Ausklicken einfach die Ferse nach aussen drehen. Machen Sie das unbedingt vor dem Anhalten – sonst küsst man schnell mal den Asphalt. Die Cleats müssen gerade, mittig und korrekt platziert sein, um Schmerzen oder Verspannungen zu vermeiden. Sind die Schuhe und Cleats einmal richtig eingestellt, gewinnen Sie an Kraft, Effizienz und verschmelzen mit Ihrem Velo. Dann beginnt das echte Fahrgefühl.
Wie wählt man den richtigen Rennvelosattel?
Ihr Sattel muss zu Ihnen passen – nicht umgekehrt. Zu breit? Es reibt. Zu schmal? Es tut weh. Messen Sie zuerst Ihre Sitzknochenbreite, um die richtige Sattelgrösse zu wählen. Dann überlegen Sie: sportlich oder langstreckentauglich? Je länger Sie fahren, desto wichtiger ist der Komfort. Schon kleine Abweichungen können den Fahrspass ruinieren. Ein guter Sattel ist der, den Sie vergessen, sobald Sie fahren. Und genau dann beginnt der wahre Genuss.