Macht sich warm für 2021: Weltmeisterin Camille
© Bartek Wolinski
Bike

Königin der Schlammschlacht: Die Downhill-Weltmeisterin blickt auf 2021

Camille Balanche hat sich 2020 in der Schlammschlacht von Leogang zur ersten Downhill-Weltmeisterin aus der Schweiz gekrönt. Was sie in dieser Saison vorhat, sagt uns die 31-Jährige im Interview.
Autor: Sissi Pärsch
veröffentlicht am
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Es war definitiv die verrückteste und härteste Saison in der Geschichte des UCI Weltcup-Zirkus: Doch 2020 mit all den Restriktionen, den nervenzehrenden Unsicherheiten und dem tighten Rennkalender ist vorbei. Normalität herrscht zwar auch 2021 noch nicht, aber die Vorfreude der Athlet*innen ist riesig. So auch bei Camille Balanche. Die Neuenburgerin tritt nach ihrem Matsch-Triumph von Leogang als Weltmeisterin an – und erwartet in der kommenden Saison vor allem eines: richtig enge Rennen in einem extrem starken Feld.
Camille Balanche on course during qualifying at the UCI DH World Cup in Maribor, Slovenia, on October 15, 2020.
2020 waren nicht nur die Strecken hart

Cam, Du gehst als Weltmeisterin in die Saison. Was hat sich verändert seit Deinem Titel?

Ich bekomme auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit von den Medien, mehr Interviews, mehr Anfragen. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Mehr Fans sind es sicherlich auch geworden, aber das ist natürlich cool. Ansonsten hat sich nicht viel geändert. Ich trainiere genauso wie vorher und habe die gleichen Ziele.
Ich war am Ende nur noch im Überlebensmodus.
Camille Balanche

2020 war natürlich auch für Euch Athletinnen eine schwierige Saison. Wie hast Du den letzten Sommer erlebt?

Es war eine harte Saison! Wir haben trainiert und trainiert und wussten nicht, wann oder ob Rennen stattfinden würden. Da war es schwer, die Motivation aufrecht zu halten. Und dann mit den Events so dicht gedrängt ohne Pause – das hat geschlaucht. Ich habe mich natürlich extrem über meinen Sieg gefreut, aber kurz darauf war ich mental und körperlich ausgelaugt. Mein Kopf konnte den Titel gar nicht verarbeiten, weil es gleich am nächsten Tag weiter ging nach Maribor. Und physisch war meine Energie einfach weg nach den durchgetakteten Rennen. Ich war am Ende nur noch im Überlebensmodus.
Bike · 6 Min
Rob's gondola talk with Camille Balanche

Hast Du denn für die kommende Saison Dein Set-up oder Dein Training verändert?

Ich habe tatsächlich ein wenig umgestellt. Vor allem ist mein bisheriger Bike-Coach Nick Walser nun auch für meine Physis zuständig. Er hat einen etwas anderen Zugang als mein bisheriger Fitnesstrainer. Ich mache im Gym jetzt mehr Ausdauersachen in Richtung High Intesity Training. Wir haben wirklich intensiv gearbeitet. Ich bin gespannt, wie sich das auf dem Bike zeigen wird.
Ansonsten fahre ich in diesem Jahr ein Mullet: 29-Zoll vorne, 27,5 hinten. Dadurch habe ich mehr „Freiraum“ hinter dem Sattel und kann weiter nach hinten, ohne den Reifen zu berühren. Es ist ein wenig wendiger und lässt sich auch bei unter 30 km/h besser beschleunigen. Für mich ist der Unterschied aber noch nicht sehr spürbar.
Camille auf der Schlammfahrt zum Weltmeistertitel
Camille auf der Schlammfahrt zum Weltmeistertitel

Wie siehst Du die Konkurrenz in diesem Jahr?

Ich glaube, es ist sogar noch ein härteres Feld als es schon vergangenes Jahr war. Und das obwohl Rachel (Atherton) schwanger ist und die Saison nicht fahren wird. Aber es können so viele in die Top 5 fahren. Neben den "üblichen Verdächtigen" auch meine Team-Kollegin Monika (Hrastinik). Und einige Fahrerinnen stehen nach Verletztungen wieder am Start: meine Freundin Emilie (Siegenthaler), Mariana (Salazar), Veronika (Widmann) und natürlich Vali (Höll). Ich glaube, alle Athletinnen aus den Top 10 könnten auf dem Podium ganz oben landen. Es ist ein extrem starkes Feld und die Konkurrenz riesig.
Camille Balanche and Emilie Siegenthaler warm up during finals at Rd 7 of the UCI MTB DH World Cup in Lenzerheide, Switzerland on August 10, 2019.
Camille (links) und ihre Freundin (und Konkurrentin) Emilie Siegenthaler

Und wie sehen Deine Ziele für die Saison 2021 aus?

Ich will einfach so viel Spass wie möglich haben. Im Rennen ziele ich immer auf die Top 5 – und ich hätte nichts dagegen, ganz oben zu stehen. Aber ansonsten freue ich mich vor allem wieder auf Zuschauer an der Strecke und eine coole Stimmung.
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