Die Doppelrolle als MC und Producer kommt nicht von ungefähr. Role Models, die beide Disziplinen beherrschen, gab es während seiner Kindheit und Jugend nämlich einige sehr prominente. Der erste Beat, der Chekaas Aufmerksamkeit gecatcht hatte, war dann auch jener von Gwen Stefanis «Hollaback Girl», produziert von The Neptunes – also Pharrell Williams, der spätestens seit «Happy» weltweit bekannt ist, und Chad Hugo.
Rappen und selbst auf der Bühne stehen, ist ein sehr schönes Gefühl.
Gilles, der «Hollaback Girl» als Kind auf Viva und MTV entdeckte, dazu: «Die Rhythmik und Art und Weise von Pharrell hat mir immer sehr gefallen.» Einflussreicher für den Mann, der sich heute Chekaa nennt, waren aber Timbaland und Scott Storch. «Ich habe Timbalands Doppelrolle als MC und Producer sehr gefeiert, auch dass er sich nie in den Vordergrund gestellt hat.»
Identisch waren die Werdegänge der beiden Musiker aber nicht. «Bei mir war es so, dass ich zuerst gerappt habe, und dann das Bedürfnis aufkam, auf meinen eigenen Beats rappen zu können. So bin ich zum Produzieren gekommen.» Spass mache ihm aber beides gleich viel. «Rappen und selbst auf der Bühne stehen, ist ein sehr schönes Gefühl. Aber in der Schweiz ist man diesbezüglich halt sehr begrenzt. Produzieren dagegen kann man auch über die Grenzen hinaus.»
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46 Min
Red Bull Connect Festival: Chekaa X Ilira
Und so bounct Chekaa tatsächlich nicht nur Beats für sich und Kollegen und Kolleginnen aus der Schweiz – Effe, Marash & Dave, oder Eliel etwa –, sondern auch für Heavyweights aus der deutschen Szene. Beispielsweise hat er für Fourty verschiedene Beats produziert; darunter «HEUTE NACHT», ein Track, der von Deep House geprägt ist.
Wer nun eine tiefe Verbindung zur Club Music erwartet, liegt nicht ganz richtig. «Ich höre ab und zu Deep House, etwa wenn ich nach tagelangen Sessions mit dem Auto nachhause fahre und nicht Hip-Hop hören will.» Aber so tief sei er da nicht drin. Der erste Song mit Fourty, der in Richtung Dance ging, ist «Weisser Rauch». «Das ist aber mehr so UK Style», meint der Schwyzer dazu. Und tatsächlich zeichnet sich der Track durch einen tollen UK Garage Vibe aus.
Die beiden Fourty-Tracks sind insofern interessant, als dass sie Chekaas breites musikalisches Spektrum zeigt. Neben Einflüssen aus der Club Music tauchen auch Elemente aus Afrobeat (Havas «Idemo»), Latin («Money Therapie» von Sinan-G) und Baile Funk (Gazda Pajas «Princ Belvedere») in Chekaas Produktionen auf.
Bei diesen vielfältigen Skills glaubt man kaum, dass Gilles in die Rolle des Producers einfach reingerutscht ist. «Ich habe meine ersten Songs mit-recordet, als ich 13, 14 Jahre alt war. Dann habe ich das Selbe für meine Kumpels gemacht, und irgendwann hatte ich plötzlich Anfragen für Recording und Mixing von anderen MCs erhalten.»
Rückblickend stellt Chekaa fest, dass damals die meisten Rapper und Rapperinnen in der Szene nicht wussten, dass man ein gutes Mixing benötigt. «Aber irgendwann haben es alle gemerkt.» Bei Mixing-Sessions mit anderen Künstler und Künstlerinnen droppte Chekaa dann immer mal wieder einer seiner Beats, was offensichtlich gut ankam. Und so kommt es, dass Chekaas Beats heute Millionenfach gestreamt werden.
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