- Eröffnung: 1953
- Erstes Formel 1-Rennen : 1996
- Location: Albert Park, Melbourne, Australien
- Länge: 5,29 km
- Anzahl der Kurven: 14
- Anzahl der Runden: 58
- Meiste Siege: Michael Schumacher (4)
- Schnellste Rundenzeit: Lewis Hamilton (1 min 20 s 486 | 2019)
Semi-urban, also als eine Mischung aus Stadtkurs und Elementen, die explizit für den Grossen Preis hinzugefügt werden, liegt der Kurs im Albert Park, wie es sein Name vermuten lässt, in einem Vorort Melbournes. Obwohl es dort einige Spielplätze gibt (darunter die berühmte Mini-Burg) liegt der Fokus einmal im Jahr auf den Fahrern, die mit 300km/h über die Strasse rauschen. Dieses Jahr kommen sie am 10. April wieder.
Die Strecke der grossen Premieren
Seit dem Start 1996 - bis dahin fand der Grosse Preis von Australien in Adelaide statt - war Melbourne für lange Zeit die Bühne des ersten Rennens der Saison. Somit standen hier auch viele Rookies zum ersten Mal am Start, von Lewis Hamilton über Pierre Gasly bis zu Max Verstappen, der 2015 mit 17 Jahren als jüngster Formel 1-Pilot aller Zeiten antrat. Und wir erinnern uns noch alle an das verrückte Debüt von Mark Webber, der vor heimischen Publikum 2002 mit seinen ersten Runden direkt Platz 5 holte.
Um die Einschaltquoten zu verbessern, wollte Bernie Ecclestone das Rennen 2007 in die Nacht verlegen. Warum daraus nichts wurde? Weil die Australian Grand Prix Corporation damals der Meinung war, dass die Kosten für die Beleuchtung der Rennstrecke einfach zu hoch gewesen wären. Und so findet der Grand Prix sehr zur Freude der Fahrer auch weiterhin unter der milden Sonne Australiens statt.
Ein neuer (und schnellerer) Kurs
"Der Albert Park ist nicht der einfachste Kurs, um zu überholen. Wir geben unser Bestes, aber die Geraden sind nicht lang genug und viele der Kurven hin zu den Geraden haben einen 90-Grad-Winkel, was es nicht gerade einfacher macht", erklärte Max Verstappen 2018 über die hübsche und technisch anspruchsvolle Strecke, die kein Garant für spektakuläre Rennen war.
Seit 2022 ist der Albert Park 2.0 zwar 28 Meter kürzer, bietet aber breitere Kurven (insbesondere die Kurven 1 und 6, die je 7.5 Meter länger sind und jetzt mit mindestens 219 km/h, statt wie bisher mit 149 km/h gefahren werden) und eine völlig neue, 1.3 km lange Gerade (nach dem Wegfall der Schikane zwischen Kurve 9 und 10), die es den Fahrern ermöglicht auf über 330 km/h zu beschleunigen. Hinzu kommt eine breitere Boxengasse, in der die Piloten jetzt 60 statt 80 km/h fahren können. Long story, short: durch das erhöhte Tempo und die neuen Überholmöglichkeiten dürfte der Spassfaktor steigen.
Was denken die Fahrer?
Die Fahrer zeigen sich vom neuen Kurs begeistert. So zum Beispiel Lokalmatador Daniel Ricciardo: "Wir durften unsere Ideen und Vorschläge teilen", erklärt er auf dem Youtube-Kanal F1 Australien Grand Prix. "Diese Ideen waren sicher nicht bei allen Fahrern gleich, aber jeder hat das Ziel beim Rennen am Sonntag ein Spektakel zu liefern. Das hatte ich im Kopf, als ich meine Meinung gesagt habe. Wir haben also wirklich versucht, bestimmte Bereiche zu verändern, um mehr Sog zu ermöglichen und mehr Überholmöglichkeiten beim Anbremsen zu bieten."
Damon Hill, Weltmeister von 1996 und Sieger in Melbourne, schränkt jedoch gegenüber racingnews365 ein: "Ich hab schon früher gesagt, dass die Strecke grössere Stopps (das heisst grössere Bremszonen, Anm. d. Red.) braucht - aber sie haben den Kurs offener und schneller gemacht."
Pierre Gasly hingegen hebt lieber die gute Atmosphäre hervor: "Das ist mein Lieblingsspot, weil ich die australische Mentalität sehr mag. Die Leute sind wirklich chillig und unkompliziert".
Ähnlich klingt es bei Sergio Pérez, der nicht nur wegen der Formel 1 nach Melbourne reist: "Es ist eine fantastische Stadt. Eine meiner Lieblingsstädte. Ich empfehle euch, dort joggen zu gehen oder Fahrrad zu fahren, damit man so viel wie möglich davon hat." Copy that, Checo.
Treffpunkt am 10. April